Wirtschaft

Rating-Fallbeil senkt sich S&P stuft Belgien herab

Politische Krise, desolate Staatsfinanzen: Belgien befindet sich ebenfalls im Würgegriff der Finanzmärkte. Nun senkt Standard & Poor's auch noch das Rating des Landes.

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(Foto: dapd)

Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat die Kreditwürdigkeit Belgiens heruntergestuft. Die Einstufung laute nun "AA" nach zuletzt "AA+", teilte die Agentur mit. Der Ausblick sei negativ. Damit signalisierte die S&P, dass eine weitere Herabstufung droht.

Grund seien Risiken im Finanzsektor, erläuterten die Bonitätswächter. Die Möglichkeiten der belgischen Regierung, den hohen Schuldenstand zu reduzieren, seien begrenzt. 18 Monate nach der Parlamentswahl ist das Land noch immer Das belgische Tollhaus Der abgewählte Ministerpräsident Yves Leterme regiert kommissarisch.

Unterdessen bahnt sich im Königreich ein Skandal an. Eine führende belgische Diamantenfirma mit Sitz in Antwerpen soll den Staat um Steuerzahlungen in Milliardenhöhe betrogen haben. Der Chef, ein früherer Aktionär sowie mehrere Angestellte von Omega Diamonds müssten am 1. Februar vor einem Untersuchungsrichter erscheinen, berichteten mehrere belgische Zeitungen. Die Staatsanwaltschaft Antwerpen wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern.

Omega hatte den Berichten zufolge lange Zeit ein Monopol auf den Handel mit Diamanten aus Angola. Das Unternehmen habe einen großen Teil seiner Einkünfte in Belgien aber nie versteuert. Stattdessen habe die Gesellschaft das Geld über die Schweiz, Israel und Dubai gewaschen. Insgesamt geht es dabei demnach um zwei bis drei Milliarden Euro.

Quelle: n-tv.de, wne/rts/AFP

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