Wirtschaft

Hilfe aus China Saab produziert wieder

Bei Saab sollen die Bänder schon bald wieder rollen. Dank der Millionenspritze eines Investors aus China bekommen die Schweden eine neue Chance.

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Saab kämpft ums Überleben.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der schwedische Autobauer Saab will dank chinesischer Hilfe seine Produktion nach sechswöchiger Unterbrechung am Freitag wieder aufnehmen. "Wir tun alles dafür, dass es läuft", sagte Saab-Manager Gunnar Brunius der Wirtschaftszeitung "Dagens Industri". Demnach sollen dann täglich zunächst 100 Fahrzeuge vom Band laufen statt der sonst üblichen 230 bis 240 pro Tag.

Die frühere Opel-Schwester musste ihre Fertigung einstellen, weil Zulieferer über unbezahlte Rechnungen klagten und deshalb keine Bauteile mehr lieferten.

Dem strauchelnden niederländischen Eigner Spyker ist es bisher nicht gelungen, das von General Motors übernommene Unternehmen in die Gewinnzone zu fahren. Mehrere Rettungsversuche scheiterten. Doch nun erhält Spyker Hilfe aus China. Der dortige Autohändler Pang Da Automobile hat insgesamt 110 Mio. Euro zugesagt. Teil der Vereinbarung ist, dass Pang Da mit 24 Prozent bei Spyker einsteigt. 30 Mio. Euro haben die Niederländer bereits erhalten.

Hoffen auf Chinas Markt

Langfristig wollen beide Seiten eine speziell für China entwickelte Marke auf Basis von Saab-Modellen anbieten. Pang Da, der in China unter anderem die Marken Volkswagen, Audi, Mercedes, Toyota, Honda und Subaru vertreibt, war erst Ende April an die Börse gegangen. Mit einem Volumen von rund einer Mrd. US-Dollar war es der zweitgrößte Börsengang in China in diesem Jahr. Pang Da war der erste chinesische Autohändler überhaupt, der an die Börse gegangen ist.

In Stockholm wurde die Ankündigung überwiegend zurückhaltend aufgenommen, nachdem schon zwei ähnliche Anläufe des früheren Spyker- und jetzigen Saab-Chefs Victor Muller gescheitert sind. Muller hatte Anfang Mai eine Einigung mit dem Autohersteller Hawtai aus Peking verkündet. Hawtai zog seine Zusagen wenig später wieder zurück. Zuvor gelang es Muller nicht, den russischen Bankier Wladimir Antonow als kurzfristigen Nothelfer und langfristigen Haupteigner zu etablieren.

Im westschwedischen Saab-Werk Trollhättan mit 3500 Beschäftigten werden seit Anfang April wegen Geldmangels keine Autos mehr gebaut. Im letzten Jahr verließen alles in allem nur noch 32.000 Neuwagen die Fabrik. Saabs heimischer Konkurrent Volvo ist seit dem letzten Jahr fest in chinesischen Händen und schrieb 2010 mit knapp 375.000 verkauften Wagen schwarze Zahlen für den Mutterkonzern Geely.

Quelle: n-tv.de, rts/dpa

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