Wirtschaft

Teurer Anteil an Lieferheld und Co Samwers setzen auf Pizza-Bringdienste

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An den drei Samwer-Brüdern (im Bild Oliver Samwer) kommt im Internet keiner mehr vorbei - ihr Online-Imperium ist gigantisch.

(Foto: REUTERS)

Mit mehreren Investitionen setzt Rocket Internet auf das Geschäft mit Online-Bestelldiensten. Allein für einen 30-Prozent-Anteil an der Plattform Delivery Hero samt der deutschen Tochter Lieferheld zahlt das Unternehmen der Samwer-Brüder fast eine halbe Milliarde Euro.

Die Startup-Schmiede Rocket Internet investiert fast eine halbe Milliarde Euro in das Geschäft mit der Essenszustellung. Wie die Firma der Samwer-Brüder mitteilte, kauft sie für 496 Millionen Euro einen Anteil von 30 Prozent an der Berliner Plattform Delivery Hero. Sie bietet in 24 Ländern - in Deutschland unter dem Namen Lieferheld - die Möglichkeit, Essen in Gaststätten über das Internet zu bestellen und geliefert zu bekommen. Zudem kaufte Rocket neun weitere Lieferdienste in verschiedenen Ländern von Spanien und Italien bis Pakistan, Malaysia und Singapur.

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Nach eigenen Angaben hat Delivery Hero 90.000 Restaurants als Partner. Die Firma hatte zuletzt 5,8 Millionen Nutzer, die im vergangenen Jahr etwa 63 Millionen Bestellungen machten. Die Rieseninvestition ist das Herzstück einer Großoffensive der Samwers bei Lieferdiensten. Rocket bildet zudem eine neue Einheit, in der die internationalen Aktivitäten bei der Essenszustellung mit mehreren Firmen zusammengefasst werden sollen. In diese "Global Online Takeaway Group" kommt der hauseigene Konkurrent von Delivery Hero, Foodpanda. Sie ergänzten sich regional. Foodpanda kaufte zudem sieben Wettbewerber in Asien.

Außerdem übernahm Rocket Internet in Spanien den Lieferdienst La Nevera Roja und in Italien den Zusteller Pizzabo. Insgesamt kämen die Firmen in der Sparte auf 78 Millionen Essensbestellungen pro Jahr. Rocket sehe insgesamt einen rund 90 Milliarden Euro großen weltweiten Markt für Essenszustellung, der online noch weitgehend unerschlossen sei, hieß es.

Zufriedene Aktionäre

Die Gesamtbewertung der unter dem Dach von Rocket Internet aktiven großen Startups sei seit dem Börsengang im Oktober 2014 um rund 800 Millionen Euro gestiegen, teilte das Unternehmen weiter mit. Fast alle von ihnen schreiben allerdings bisher auch operativ rote Zahlen. Rocket Internet entwickelt Internet-Unternehmen vor allem im Bereich des Online-Handels und Dienstleistungen. Die Firma wird von den Internet-Investoren Oliver, Marc und Alexander Samwer kontrolliert.

Der Börsengang von Rocket war zunächst schwach ausgefallen. Die Aktie fiel unter den Ausgabepreis. Inzwischen steht sie deutlich höher und Rocket Internet ist insgesamt rund 7,2 Milliarden Euro wert. Nach den neuen Ankündigungen legte die Rocket-Aktie um rund sieben Prozent zu.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa

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