Wirtschaft

"Typhoon", "Lightning II" oder "Silent Eagle"? Seoul wählt neue Kampfjets aus

RTXZFDE.jpg

Die F-35 Kann Dinge, die Rafale und Typhoon nicht können - zum Beispiel: vom Radarschirm des Gegner verschwinden.

(Foto: REUTERS)

Die Kriegsrhetorik aus Pjöngjang zeichnet eine durchaus realistische Drohkulisse. Um die Luftverteidigung des Landes aufzurüsten, sucht Südkorea nun in einem milliardenschweren Bieterverfahren nach dem besten Düsenjäger. Die Franzosen sind offenbar längst aus dem Rennen.

2013-06-17T204943Z_495090693_GM1E96I0DBG01_RTRMADP_3_AIRSHOW.JPG5716996961827094926.jpg

Schnell, wendig und in Südkorea offenbar nicht auf der Liste: Am Himmel über Pars zieht diese Dassault Rafale umsonst ihre Runden.

(Foto: REUTERS)

Südkorea hat ein formelles Bieterverfahren für den Kauf von 60 neuen Kampfflugzeugen eröffnet. Im Rennen um den seit langem geplanten Rüstungsauftrag im Volumen von 8,3 Billionen Won (rund 5,5 Mrd. Euro) sind das Eurofighter-Konsortium, an dem der Flugzeug- und Rüstungskonzern EADS beteiligt ist, sowie die beiden US-Firmen Boeing mit der F-15 "Silent Eagle" und Lockheed Martin mit der F-35 "Lightning II".

Durch das Verfahren sollten die Preisvorstellungen der Bieter festgestellt werden, sagte ein Vertreter der Behörde für Rüstungsbeschaffung (DAPA). Die Abkürzung steht für Defense Acquisition Program Administration.

Auf der Internationalen Luftfahrtausstellung in Le Bourget bei Paris stellen gleich mehrere Kampfjet-Hersteller ihrer derzeit neuesten Maschinen vor. Mit eigenen Ständen und Schau-Flügen vertreten sind dort unter anderem der Eurofighter "Typhoon", die Su-35 von Suchoi aus Russland und die Dassault "Rafale" aus dem Gastgeberland Frankreich.

Die Entscheidung für den bevorzugten Bieter könnte Berichten südkoreanischer Medien zufolge bereits Anfang bis Mitte Juli fallen. Zuvor sollen die Fähigkeiten der Kampfjets noch einmal ausführlich bewertet werden. Möglicherweise stehen dazu auch umfangreiche Erprobungsflüge mit Testmaschinen vor Ort an. Mit einem solchen Verfahren hatten zumindest die Luftstreitkräfte der Schweiz nach dem am besten geeigneten Kampfjet gesucht.

Die Interessenten hatten mit unterschiedlichen Versprechen gelockt. Für den Fall des Zuschlags will EADS nach Angaben der am Eurofighter (Typhoon) beteiligten Konzerntochter Cassidian ein koreanisches Projekt zum Bau eigener Kampfjets mit Investitionen von bis zu zwei Milliarden Dollar (rund 1,5 Mrd Euro) unterstützen. Lockheed Martin will Südkorea bei der Entwicklung von militärischen Kommunikationssatelliten helfen. Boeing hat vor, Flugzeugteile im Milliardenwert von koreanischen Unternehmen zu kaufen.

Quelle: ntv.de, mmo/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen