Wirtschaft

"Sie saugt Risiken auf" Söder misstraut der EZB

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Im Frankfurter Osten leuchtet die neue EZB-Zentrale: Markus Söder hält die Geldpolitik für "gefährlich".

(Foto: REUTERS)

Kurz vor dem anstehenden Zinsentscheid im Euroraum mischt sich Bayerns Finanzminister in die geldpolitische Debatte ein. Das Vorgehen der EZB bezeichnet Söder als "gefährlich". Die Zentralbank tut in seinen Augen genau das, was sie den anderen Banken verbietet.

Im Chor der Kritiker rund um die Europäischen Zentralbank (EZB) erhebt sich eine Stimme aus der bayerischen Landeshauptstadt: Vor der Entscheidung der Währungshüter über den Leitzins für die Eurozone übt Bayerns Finanzminister Markus Söder Kritik am Kurs der Notenbank. Dem "Münchner Merkur" sagte der CSU-Politiker, die EZB betreibe eine "gefährliche Politik". Die Notenbank tue nun das, was sie den Geschäftsbanken richtigerweise verbiete: "Sie saugt Risiken auf."

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Dieses Vorgehen übertrage die Notenbank indirekt auf den Steuerzahler, der für die EZB bürge, kritisierte Söder. Da die Nullzinspolitik schon bisher die Konjunktur nicht habe beleben können, werde auch eine Verschärfung des Tempos durch die EZB nicht zum gewünschten Ergebnis führen, fügte er im Gespräch mit der Zeitung hinzu.

An den Märkten herrscht im Vorfeld des Zinsentscheids vergleichsweise entspannte Ruhe. Der Kurs des Euro notiert am Morgen bei 1,2308 Dollar und damit weitgehend unverändert. Am deutschen Aktienmarkt war der Dax am Vorabend mit einem moderaten Plus bei 9983 Punkten aus dem Handel gegangen.

Neue Hinweise von Mario Draghi?

Volkswirte gehen davon aus, dass die EZB den Leitzins am Donnerstag auf dem historisch niedrigen Stand von 0,05 Prozent belässt. Der Zinsentscheid wird wie üblich gegen 13.45  Uhr erwartet.

Spannender dürfte es am frühen Nachmittag werden, wenn EZB-Chef Mario Draghi sich in der traditionellen Pressekonferenz den Fragen der Experten stellt.

Quelle: n-tv.de, mmo/AFP

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