Wirtschaft

Paukenschlag und neuer Schock Solarworld droht das Aus

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Solarworld rutscht immer tiefer in die Krise.

(Foto: picture alliance / dpa)

Zu Jahresbeginn kokettiert Solarworld noch mit einem Schuldenschnitt bei seinen Gläubigern. Nun manifestiert sich: Die Lage ist ernst. Der Verlust des einstigen deutschen Solar-Vorzeigeunternehmens lässt das Grundkapital abschmelzen. Eilig wird eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen.

Beim einstigen Vorzeigekonzern der deutschen Solarbranche Solarworld ist die Hälfte des Grundkapitals weg. Statt der ursprünglich geplanten turnusmäßigen Hauptversammlung wird deshalb nun zunächst eine außerordentliche Zusammenkunft der Aktionäre stattfinden, wie aus einer Unternehmensmitteilung hervorgeht. Im Geschäftsjahr 2012 dürfte ein Verlust nach Steuern von 520 Mio. bis 550 Mio. Euro entstanden sein. Das Eigenkapital dürfte sich auf minus 20 Mio. bis minus 50 Mio. Euro belaufen. Die Krise in der Branche und der harte Wettbewerb mit China hatten den Konzern in Bedrängnis gebracht.

Der Verlust ist den Angaben zufolge zu 20 Prozent dem Geschäftsverlauf geschuldet und zu 80 Prozent auf Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen, Beteiligungen und Ausleihungen zurückzuführen. Etwaige Bilanzkorrekturen im Rahmen der Jahresabschlussprüfung könnten die geschätzten Werte noch wesentlich verändern, hieß es weiter.

Das Unternehmen ist damit noch mehr als bisher von seinen Gläubigern abhängig. Vorstandschef Frank Asbeck verhandelt seit Monaten mit Banken und Anleihegläubigern über einen Ausweg aus der existenzbedrohenden Krise. Nach Einschätzung von Experten müssen die Verhandlungen bis Monatsende abgeschlossen sein.

Nicht der erste Schock

Bereits im Januar hatte das einstige Vorzeigeunternehmen für Unruhe gesorgt und die Anleger geschockt: Solarworld-Gläubigern drohe ein Schuldenschnitt, hatte es damals geheißen. Solarworld-Chef Frank Asbeck sah gleichwohl eine positive Perspektive für das angeschlagene Unternehmen und kündigte weitere Maßnahmen zur Kostensenkung an. Im März hatte das Unternehmen dann seine Bilanzvorlage wegen laufender Restrukturierungsverhandlungen mit den Gläubigern verschoben. Ursprünglich sollte die Bilanz am 21. März 2013 vorgelegt werden.

Die deutsche Solarindustrie steckt seit einiger Zeit in einer tiefen Krise. Seit Monaten häufen sich die Negativschlagzeilen. Zuletzt gab Bosch das Aus seiner Solarsparte bekannt. Für das Werk im thüringischen Arnstadt soll einem Zeitungsbericht zufolge Solarworld einer der Interessenten sein. Solarworld war erst vor kurzem aus dem TecDax geflogen.

Quelle: n-tv.de, bad/dpa/rts

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