Wirtschaft
Dienstag, 19. März 2013

Frisches Geld so billig wie 1991: Spanien kann jubeln

Die Zypern-Krise hält Europa in Atem. Vom Finanzmarkt gibt es dagegen eine sehr erfreuliche Nachricht. Spanien nimmt dreimonatige Anleihen für 0,285 Prozent Zinsen auf. So niedrig war das Niveau seit 22 Jahren nicht mehr.

(Foto: picture alliance / dpa)

Trotz der Turbulenzen um die Rettung Zyperns kommt Spanien so billig an frisches Geld wie zuletzt vor Ausbruch der Eurokrise. Der ebenfalls klamme Staat muss für Papiere mit Laufzeiten von drei Monaten sogar nur noch 0,285 Prozent Zinsen zahlen - ein derart niedriges Niveau gab es seit 1991 nicht mehr. Insgesamt nahm die Regierung in Madrid am Dienstag 4 Milliarden Euro am Markt auf.

Die Auktion galt als Test dafür, ob die Zypern-Krise auf andere Problemstaaten der Eurozone überspringt. "Die Investoren sind zufrieden mit den Erklärungen der Politiker, dass es sich bei Zypern um einen Sonderfall handelt, und es ist beruhigend zu sehen, dass es keine Anzeichen für ein Abziehen der Guthaben aus den größten Peripherieländern gibt", sagte Capital-Economics-Analyst Ben May.

Noch vor vier Wochen musste Spanien 0,4 Prozent Zinsen für drei Monate zahlen. Für Papiere mit einer Laufzeit von neun Monaten lag die Rendite bei 1,007 Prozent nach zuletzt 1,144 Prozent. Auch bei länger laufenden Anleihen entspannte sich die Lage für Spanien: Der Risikoaufschlag für die Renditen spanischer Anleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren zu vergleichbaren deutschen Papieren lag mit 3,6 Prozentpunkten weit unter den Marken, die zum Höhepunkt der Krise erreicht worden waren.

Spanien hat bisher in diesem Jahr 37 Milliarden Euro am Markt aufgenommen, das ist knapp ein Drittel der gesamten für dieses Jahr geplanten Summe.

Quelle: n-tv.de

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