Wirtschaft

Kröte muss geschluckt werden Stellenabbau bei Peugeot nötig

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Emmanuel Sartorius (links/mit Industrieminister Arnaud Montebourg) verkündet unangenehme Wahrheiten.

(Foto: Reuters)

PSA Peugeot Citroën kommt und einen Abbau von 8000 Stellen nicht herum. Der von der Regierung in Paris angeheuerte Experte Sartorius kommt auch zu keinem anderen Ergebnis. Er verweist allerdings auf schwere Fehler des Managements. So habe der Autobauer die Globalisierung verschlafen.

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Peugeot 19,19

Ein unabhängiger Experte der französischen Regierung hat die Notwendigkeit des umstrittenen Stellenabbaus bei dem angeschlagenen Autobauer PSA Peugeot Citroën bestätigt. Gleichzeitig kritisierte Emmanuel Sartorius in seinem Bericht aber die Strategie der Unternehmensführung scharf. Die sozialistische Regierung in Paris hatte den Experten Ende Juni mit der Analyse zur Lage des Autobauers beauftragt, nachdem der Autokonzern den Abbau von 8000 Stellen in Frankreich angekündigt hatte.

"Die Notwendigkeit eines Planes zur Reorganisation der Unternehmensaktivitäten und zum Abbau von Arbeitsplätzen ist leider nicht bestreitbar", schrieb der Experte. Er verwies aber auf strategische Fehler des Unternehmens, das ab dem Jahr 2000 eine "überdimensionierte Produktion" mit vier Millionen Fahrzeugen jährlich angestrebt habe. Tatsächlich wurden nie mehr als 3,6 Millionen pro Jahr produziert. Damals habe Peugeot Citroën auch anders als etwa Volkswagen die Globalisierung verschlafen.

Der Experte sprach sich für Gespräche der Sozialpartner aus, um den Stellenabbau "strikt" auf das Nötige zu begrenzen. PSA Peugeot-Citroën hatte mit dem angekündigten Abbau von 8000 Stellen einen Sturm der Entrüstung in Frankreich ausgelöst.

Die Produktion im traditionsreichen Werk in Aulnay-sous-Bois bei Paris mit mehr als 3000 Mitarbeitern soll 2014 eingestellt, im westfranzösischen Rennes sollen 1400 Stellen abgebaut werden. Außerdem sollen außerhalb der Produktion 3600 Stellen etwa in der Entwicklung wegfallen.

Raus aus dem CAC-40

Erst in der vergangenen Woche wurde gemeldet, dass . Peugeot war seit Schaffung des Indexes Ende 1987 im CAC-40 vertreten.

Künftig sind damit in dem Leitindex der Pariser Börse nur noch zwei Unternehmen aus der Automobilbranche vertreten: der Peugeot-Konkurrent Renault und der Reifenhersteller Michelin.

Quelle: ntv.de, AFP