Wirtschaft

Arbeitgeberverband ist sicher Tag der Arbeit überholt

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"Tag der Arbeit 2010" in Essen: Relikt aus vergangenen Zeiten?

(Foto: picture alliance / dpa)

Der "Tag der Arbeit" am 1. Mai ist überholt und nicht mehr zeitgemäß. Zu diesem Urteil kommt der Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Martin Kannegießer. Das sieht man beim Deutschen Gewerkschaftsbund ganz anders.

Der Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, hält den "Tag der Arbeit" am 1. Mai weitgehend für überholt - und viele Positionen der Gewerkschaften für nicht mehr zeitgemäß. "Die Forderung der Maikundgebungen "Faire Löhne, gute Arbeit, soziale Sicherheit" hat die Metall-und Elektro-Industrie längst umgesetzt. Die Löhne sind Weltspitze, die Zahl der Stammarbeitsplätze wächst kräftig, in den meisten Betrieben herrscht Aufbruchsstimmung. Fazit: Die Gewerkschaften haben das Thema verfehlt!", schreibt Kannegiesser in einem Gastbeitrag für die Zeitung "Bild am Sonntag".

Kannegiesser wirft den Arbeitnehmer-Vertretern Schwarzmalerei vor: "Nur um sich Profil zu geben, malen Teile der Gewerkschaften ein düsteres Bild. Dabei haben sie durch unser erfolgreiches gemeinsames Krisenmanagement bewiesen, wie modern und zukunftsgewandt sie sind."

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds, Michael Sommer verteidigte die Kundgebungen: "Der 1. Mai ist der Festtag für die arbeitenden Menschen. Gute Arbeit ist die Quelle von Reichtum - für Wirtschaft und Gesellschaft. Arbeit schafft Würde. Arbeitende Menschen brauchen Würde." Sommer verwies auf die gestiegene Anzahl prekärer Arbeitsverhältnisse, auf mehr als sieben Mio. Minijobber und fast eine Million Leiharbeiter, denen der Anspruch auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit verweigert werde. "Ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro wird von der Regierung verweigert", meint der DGB-Chef. Der 1. Mai bleibe daher "der Protesttag gegen unwürdige Arbeit".

Quelle: ntv.de, dpa