Wirtschaft

T-Mobile US kauft Mobilfunkfrequenzen Telekom stopft Löcher im US-Netz

Jahrelang ist die US-Tochter das Sorgenkind der Deutschen Telekom. Diese Zeit ist endgültig vorbei: Erst wird MetroPCS geschluckt, dann frisches Kapital besorgt - und nun in den Netzausbau investiert. Das schürt Übernahmegerüchte.

Die Deutsche Telekom greift auf dem wichtigen US-Mobilfunkmarkt weiter an und stärkt für eine Milliardensumme die Position ihrer amerikanischen Mobilfunktocher. T-Mobile US kaufe dem Rivalen Verizon Wireless für insgesamt 3,3 Milliarden Dollar (2,4 Milliarden Euro) Mobilfunkfrequenzen ab, teilte der viertgrößte Handynetzbetreiber der USA mit. Vom Kaufpreis zahle T-Mobile US 2,37 Milliarden Dollar in bar - der Rest gehe im Zuge einer Übertragung von Frequenzen an Marktführer Verizon über die Bühne. Die US-Kartellbehörden müssten dem Deal noch ihren Segen geben. Falls die Zustimmung erfolge, werde die Transaktion Mitte des Jahres abgeschlossen, teilte die Firma mit.

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Mit dem Kauf treibt der Telekom-US-Ableger den Ausbau seines Netze für den mobilen Datenfunk voran. "Das ist eine gute Möglichkeit, um sich Spektrum im niedrigen Frequenzbereich in vielen der wichtigen Gebiete der USA zu sichern", sagte T-Mobile-Chef John Legere. Funkblöcke im 700 Megahertz-Bereich etwa eignen sich besonders, um dünnbesiedelte Regionen des Riesenlands mit Funk-Internet zu versorgen.

T-Mobile US ist heiß begehrt     

Die Telekom hält 67 Prozent an der US-Tochter und will sich über kurz oder lang aus dem hart umkämpften amerikanischen Markt zurückziehen. Interessenten gehen bereits in Startposition: Der amerikanische Satelliten-Fernsehanbieter Dish nimmt Insidern zufolge den Telekom-Ableger ins Visier. Damit könnte sich ein Bieterrennen anbahnen, denn auch dem Rivalen Sprint wird bereits Kaufinteresse nachgesagt. Eine Übernahme könnte dem Bonner Konzern viel Geld in die Kasse spülen: An der Börse ist die US-Tochter 26 Milliarden Dollar wert. Die Telekom könnte die Einnahmen gut für den sehr teuren Ausbau der Datenautobahnen in Deutschland gebrauchen.

Für die Telekom wäre der Zeitpunkt für einen Verkauf der US-Tochter günstig. Die Telekom-Tochter hatte im vergangenen Jahr den Regionalanbieter MetroPCS geschluckt und versucht seitdem, durch neue Tarife und einen Ausbau des bislang löchrigen Netzes zu den Rivalen aufzuschließen. Zuletzt konnte T-Mobile US wieder mehr Kunden gewinnen. Erst im November hatte sich das börsennotierte Unternehmen am Kapitalmarkt frisches Geld für den Netzausbau besorgt.

Quelle: n-tv.de, bad/dpa/rts

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