Wirtschaft

Goldrausch des 21. Jahrhunderts USA im "Zentrum eines neuen Ölbooms"

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Öl-Wunderland USA: Totgesagte leben länger.

(Foto: REUTERS)

Hat die US-Ölindustrie ihre besten Zeiten hinter sich? Diese Einschätzung widerlegt die IEA und verweist auf Schieferöl und -gas. Bis 2017 könnte aus dem bislang weltgrößten Öl-Importeur der Produzent Nummer eins werden - Jobwunder inklusive.

Der weltweite Energiemarkt wird durch einen "Angebotsschock" infolge der boomenden Schiefergas- und Schieferöl-Industrie in den USA völlig neu geordnet. Zu diesem Ergebnis kommt die Internationale Energieagentur (IEA) in ihrem neuen Fünf-Jahres-Ausblick. Der Schiefergas- und Schieferöl-Boom in den USA habe ein neues Energieangebot geschaffen, das "den Markt in den nächsten fünf Jahren so verändern wird wie der Anstieg der chinesischen Nachfrage in den vergangenen 15 Jahren".

Die Schieferöl- und Schiefergas-Förderung hat einen regelrechten Goldrausch des 21. Jahrhunderts in den USA ausgelöst, wo Milliarden Dollar damit gemacht und hunderttausende neuer Arbeitsplätze in abgelegenen Gegenden wie North Dakota geschaffen werden.

Die IEA verwies darauf, dass die US-Ölindustrie, deren Niedergang unaufhaltsam erschien, plötzlich zum "Zentrum eines neuen Ölbooms" geworden sei. "Nordamerika hat einen Angebotsschock ausgelöst, der seine Wellen in die ganze Welt aussendet", sagte IEA-Exekutivdirektorin Maria van der Hoeven bei der Vorstellung des Berichts.

Umweltprobleme nicht abschätzbar

Die IEA hatte bereits in ihrem Ausblick vom November geschrieben, dass die USA aufgrund der Schieferöl-Förderung bis 2017 zum weltweit größten Ölproduzenten aufsteigen würden. Die USA könnten sich so vom weltweit größten Ölimporteur in den nächsten Jahren zum Exporteur wandeln. Gleichzeitig geht die IEA in ihrem neuen Fünf-Jahres-Ausblick davon aus, dass Nicht-OECD-Länder in den nächsten Jahren bei der Ölnachfrage die führenden Industrienationen überflügeln werden.

Die Technik zur Schiefergas- und Schieferöl-Förderung ist wegen befürchteter Auswirkungen auf die Umwelt hoch umstritten. Beim sogenannten Fracking werden Wasser, Sand und Chemikalien in schwer zugängliche Gesteinsschichten wie Schiefer gepresst und dadurch Druck erzeugt, um Gas oder Öl freizusetzen. Kritiker bemängeln unter anderem, dass die Chemikalien das Grundwasser verseuchen könnten. Andere befürchten sogar, dass Erdbeben dadurch ausgelöst werden könnten. In Deutschland konnte sich die schwarz-gelbe Koalition bislang nicht auf einen Gesetzentwurf zum Fracking einigen.

Quelle: ntv.de, AFP