Wirtschaft

Europas Blue Chips im Zahlencheck Unilever-Kurs sackt ab, Diageo springen an

Im derzeitigen Börsenumfeld, in dem die Risikofreude der Anleger steigt, sind defensive Werte weniger gefragt. Aber auch diese Regel hat Ausnahmen, wenn die Geschäftszahlen stimmen.

In einem positiven Gesamtmarktumfeld ragen unter Europas Blue Chips die Aktien von Unilever negativ heraus. Die Titel sackten rund 4,0 Prozent ab. Händler machten mehrere Gründe für die überraschende Höhe der Verluste aus, der wichtigste sei aber, dass Defensivwerte angesichts der derzeitigen Konjunkturrally einfach nicht gefragt seien.

Neben Unilever gaben auch die Aktien des Konkurrenten Nestle ab: 0,7 Prozent. Als Gegenpol traten Händlern zufolge die sehr starken Geschäftszahlen bei Diageo auf. So sprangen Diageo mehr als 4,0 Prozent nach oben.

Diageo war in seinem ersten Geschäftshalbjahr in allen wichtigen Regionen gewachsen. Der Nettogewinn stieg den Angaben zufolge 7,0 Prozent auf 1,51 Milliarden Pfund. Operativ betrug das Plus sogar 29 Prozent auf 2,07 Milliarden Pfund. Der Nettoumsatz kletterte 15 Prozent auf 6,42 Milliarden Pfund, umgerechnet 7,6 Milliarden Euro. Analysten hatten mit 6,45 Milliarden Pfund allerdings etwas mehr erwartet.

Höhere Preise treiben Umsatzwachstum

"Die Diageo-Zahlen lassen Unilever sehr schlecht aussehen", so ein Händler. Beim britischen Getränkehersteller stimme die Kombination aus Volumen- und Preiswachstum, was bei Unilever nicht der Fall sei. Ein zu großer Teil des Umsatzwachstums bei Unilever gehe nur auf höhere Preise zurück.

Auch die Analysten von Bryan Garnier unterstrichen das. Das organische Wachstum habe mit 2,2 Prozent Plus im vierten Quartal die Erwartung von 2,8 Prozent deutlich verfehlt. "Das ist eine signifikante Abschwächung gegenüber dem dritten Quartal und dem ersten Halbjahr", so die Analysten.

Zudem habe sich diese Trendabschwächung in allen Regionen gezeigt. Auch sei die erwartete Marge mit 15,3 Prozent nur aufgrund von Kosteneinsparungen erreicht worden.

Quelle: ntv.de, bad/DJ/rts