Wirtschaft

Zurückhaltende Privatkäufer Unternehmen beglücken deutsche Autobauer

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(Foto: picture alliance / dpa)

Der deutsche Automarkt nimmt Anlauf auf das beste Jahr seit 2009. Damals hatte die Abwrackprämie die Nachfrage nach neuen Pkw angekurbelt. Nun lässt die gute Konjunkturlage etliche Firmen ihren Fuhrparks erneuern.

Niedrige Arbeitslosigkeit, steigende Einkommen und Kauflaune: Die deutschen Autohersteller verbuchen im April ein kräftiges Absatzplus. Insgesamt brachten die Hersteller zwischen Zugspitze und Kap Arkona 291.400 Fahrzeuge an die Kunden. Das waren sechs Prozent mehr als im Vorjahresmonat, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) mitteilte. In den ersten vier Monaten wuchs der deutsche Markt ebenfalls um sechs Prozent auf insgesamt 1,05 Millionen Einheiten.

Die Auftragseingänge aus dem Inland liegen dem VDA zufolge im April stabil auf dem Vorjahresniveau. Seit Jahresbeginn sind die Bestellungen deutscher Kunden um knapp sechs Prozent gestiegen. "Der bisherige Jahresverlauf ist besser als erwartet. Der deutsche Markt könnte 2015 durchaus auf 3,1 Millionen Pkw steigen", sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann.

Taktische Zulassungen steigen

Die Experten der Wirtschaftsprüfer Ernst & Young verwiesen darauf, dass im April vor allem gewerbliche Halter mit einem Plus von elf Prozent zu den steigenden Zulassungen beitragen. Im vergangenen Monate wurde hierbei der höchste April-Wert seit mindestens 2008 verzeichnet. Allerdings spielten dabei auch sogenannte taktische Zulassungen  - als Eigenzulassungen der Hersteller und Autohändler - eine nicht unwesentliche Rolle.

Trotz der soliden Konjunkturlage hielten sich demnach aber einmal mehr die Privatpersonen zurück. Die Zahl der auf sie neu zugelassenen Pkw sank im April um ein Prozent, wie es hieß. In den ersten vier Monaten waren es damit nur knapp ein Prozent mehr als im ersten Jahresdrittel 2014.

Für das Gesamtjahr hoben die E&Y-Experten nun ihre Absatzprognose von drei auf fünf Prozent an. Damit dürften etwa 3,2 Millionen Neuwagen verkauft werden. Dies wäre dann stärkste Jahr seit 2009. Damals hatte die Abwrackprämie die Verkäufe angekurbelt. Allerdings verweisen die Experten auf bestehende Risiken, etwa das griechische Schuldendrama oder eine neuerliche Eskalation der Ukraine-Krise.

Quelle: n-tv.de, jwu/DJ/rts

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