Wirtschaft

Amnestie für geständige Mitarbeiter VW plant Kronzeugen-Programm

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Das Image des deutschen Konzerns leidet vor allem in den USA unter dem Abgas-Skandal.

(Foto: AP)

Kein Jobverlust, keine Schadenersatzforderung: Volkswagen will die Aufklärung der Abgas-Affäre vorantreiben. Dazu plant das Unternehmen eine Amnestie für geständige Mitarbeiter. Diese gilt aber nicht in jedem Fall.

Volkswagen plant ein Kronzeugen-Programm für Mitarbeiter, die in die Abgasaffäre verstrickt sind und gestehen. Mit einer solchen Regelung sollen die Ermittlungen vorangetrieben werden, berichten "Süddeutsche Zeitung", WDR und NDR aus Basis gemeinsamer Recherchen. Für Vorstände und andere hoch dotierte Manager gelte die Regelung allerdings nicht.

Den Angaben zufolge sollen in die Affäre verwickelte geständige Beschäftigte des Konzerns sowohl ihren Arbeitsplatz behalten dürfen als auch von Schadenersatzforderungen verschont bleiben. Mit einer solchen Regelung wolle man die eigenen Ermittlungen, die bisher zäh verliefen, vorantreiben. Vorstandschef Matthias Müller hatte bereits Anfang Oktober bei einer Betriebsversammlung versprochen, wer zur Aufklärung beitrage und die Wahrheit sage, habe "keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen" zu befürchten.

US-Behörden "knallhart"

Bisher kommen die internen Ermittlungen bei VW der "Süddeutschen" zufolge nur zäh voran. Viele Verdächtige wollen offenbar nicht so recht reden. Ihr Schweigen bringt Volkswagen schwer in Not. Falls das Unternehmen die Affäre nicht selbst aufkläre, werde es nicht gelingen, in den USA halbwegs glimpflich davon zu kommen, heißt es aus der Konzernspitze. Die US-Behörden seien knallhart, dort sei man in der Bringschuld.

Das auf der Betriebsversammlung von Oktober geäußerte Versprechen von VW-Chef Müller verhallte offenbar wirkungslos. "Warum sollten die Leute auspacken und sich selbst belasten, wenn sie nichts davon haben?", schrieb die Zeitung unter Berufung auf die Konzernspitze.

Quelle: ntv.de, fma/rts