Wirtschaft

ID.Eery1, Audi und Scout VW und Rivian beenden Wintertests nahe dem Polarkreis

27.03.2026, 11:06 Uhr
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Der für das nächste Jahr geplante ID.Every1 kann Winter. Und sein Bordcomputer auch. (Foto: picture alliance / CHROMORANGE)

Volkswagen will mit Rivian die Elektronik-Architektur in den Autos modernisieren. Dazu werden verschiedene Modelle Extrembedingungen ausgesetzt. Den Kälte-Schock hat die Technik nun gemeistert.

Volkswagen und der Tesla-Rivale Rivian haben erste Fahrzeuge ihrer Gemeinschaftsfirma erfolgreich getestet. Die seit November laufenden Wintertests im nordschwedischen Arjeplog, nur wenige Kilometer südlich des Polarkreises, seien erfolgreich abgeschlossen worden, teilten die Wolfsburger mit. Im nordischen Winter waren drei Referenzfahrzeuge von VW, Audi und der von VW wiederbelebten US-Marke Scout einem Härtetest unterzogen worden, darunter der geplante Einstiegsstromer VW ID.Every1.

Der ID.Every1, der 2027 für rund 20.000 Euro auf den Markt kommen soll, wird das erste VW-Modell sein, das mit der neuen Elektronik-Architektur aus dem Gemeinschaftsunternehmen mit Rivian an den Start geht. Danach will Volkswagen die Architektur konzernweit über alle Marken ausrollen, nach Audi und Scout sollen früheren Angaben zufolge auch Porsche und danach alle anderen Konzernmarken folgen. Zum Einsatz kommt die Technik aber nur bei Elektroautos.

Das im November 2024 gegründete Gemeinschaftsunternehmen mit dem Namen Rivian and Volkswagen Group Technologies (RV Tech) entwickelt die Elektronik-Architektur künftiger Elektroautos von VW für westliche Märkte, also vor allem außerhalb Chinas. Der Dax-Konzern Volkswagen lässt sich die Zusammenarbeit bis zu 5,8 Milliarden Dollar kosten. Für die Auszahlung dieser Summe wurden mehrere Meilensteine vereinbart, zu denen auch die Wintertests gehören. In China wird die Fahrzeugarchitektur für den dortigen Markt mit dem einheimischen Partner Xpeng entwickelt.

Die Wolfsburger gehen mit dem Projekt den Weg zum "Software Defined Vehicle". Derartige Fahrzeuge kommen mit wenigen Zentralrechnern aus, über die die verschiedenen Funktionen gesteuert werden, im Gegensatz zu der komplizierten Software-Architektur der bisherigen VW-Autos.

Autobauer versprechen sich davon niedrigere Kosten, weil Steuergeräte entfallen und einfachere Kabelbäume zum Einsatz kommen. Zudem müssen diese Autos bei Softwareproblemen seltener in die Werkstatt, sie können wie Smartphones etwa leichter aus der Ferne aktualisiert werden. Außerdem kann so die Software getestet werden, ohne dass das Auto selbst fertig entwickelt ist - was die Entwicklungszeiten beschleunigt und weiteres Einsparpotenzial birgt.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/dpa

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