Wirtschaft
Ein Millionen-Investement in Waldgebiete könnte sich für Prokon als Desaster erweisen.
Ein Millionen-Investement in Waldgebiete könnte sich für Prokon als Desaster erweisen.(Foto: picture alliance / dpa)
Sonntag, 26. Januar 2014

Bäume für Millionen?: Waldgeschäft in Rumänien belastet Prokon

Der Windanlagenfinanzierer Prokon hat auch in Waldflächen in Rumänien investiert. Rund 80 Millionen Euro sind einem Medienbericht dazu bereits ausgegeben worden. Doch vor Gericht macht die Forstbehörde Ansprüche geltend - offenbar mit Erfolg.

Dem angeschlagenen Windanlagenfinanzierer Prokon steht offenbar neuer ärger ins Haus. Wie die "Welt am Sonntag" berichtet, könnte das Unternehmen 80 Millionen Euro im Zusammenhang mit einem Wald-Kauf in Rumänien verlieren.

Vor einem Jahr sollen sich laut dem Bericht Prokon-Chef Carsten Rodbertus und ein Partner verpflichtet haben, in Rumänien 43.000 Hektar Wald zu kaufen. Die der Zeitung vorliegende Vereinbarung sei jedoch nicht umgesetzt worden. Der Deal umfasse rund 140 Millionen Euro.

Doch unter anderem habe die staatliche Forstbehörde Ansprüche auf die Gebiete geltend gemacht und in einem ersten Verfahren vor Gericht auch Recht bekommen. In weiteren Käufen soll Prokon aber eigenen Angaben zufolge bereits Waldflächen für 80 Millionen Dollar erworben haben.

Darüber hinaus hätten zwei Vermittler des Geschäfts angekündigt, vor Gericht angeblich nicht gezahlte Provisionen in Höhe von zwei Millionen Euro einklagen zu wollen.

Umstrittenes Investment

Prokon hatte vergangene Woche Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen ist nach zahlreichen Kündigungen von Genusscheinen und damit verbundenen Rückforderungen in Zahlungsschwierigkeiten gekommen.

Inzwischen haben bereits Hedgefonds ihr Interesse an den Papieren bekundet. Auch für Windparks gibt es inzwischen erste Anfragen. Rodbertus will mit der Verkauf einiger der mehr als 50 Parks sein Unternehmen retten. Das Unternehmen beschäftigt gut 1300 Mitarbeiter.

Die Pleite des Unternehmens hatte bundesweit eine neuerliche Debatte über Anlagemöglichkeiten für Kleininvestoren entfacht. Prokon hatte über Genussscheine mit hohen Zinsversprechen bei etwa 75.000 privaten Anlegern gut 1,4 Milliarden Euro aingesammelt.

Quelle: n-tv.de