Wirtschaft

China verweigert Genehmigung Weltgrößte Reeder-Allianz gekentert

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Das 400-Meter-Schiff MV Maersk Mc-Kinney Moller wäre Teil der Allianz gewesen.

REUTERS

Angesichts sinkender Frachtraten und Tarife sowie weltweiter Überkapazitäten wollen sich die drei größten Reedereien zusammenschließen. Weltweit müssen Behörden zustimmen. In China laufen die Pläne nun mit Volldampf auf Grund.

Die geplante Allianz der drei weltgrößten Containerschiff-Reedereien ist vom Tisch. Die chinesischen Behörden verweigerten dem sogenannte P3-Netzwerk von A.P. Moeller Maersk, CMA CGM und Mediterranean Shipping überraschend die Genehmigung. Die Aktie des Maersk-Konzerns bricht am Mittag in Kopenhagen zeitweise um mehr als sieben Prozent ein.

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Die Schiffsbetreiber aus Dänemark, Frankreich und der Schweiz wollten zusammenarbeiten, um ihre Kosten angesichts der anhaltend niedrigen Frachtraten zu senken. Die Kartellbehörden aus den USA und Europa hatten bereits grünes Licht gegeben. Einzig das Plazet der Chinesen stand noch aus.

Nach dem Nein des chinesischen Handelsministeriums "haben sich die Partner darauf verständigt, die Vorbereitungen für das P3-Netzwerk einzustellen, da es das P3-Netzwerk in seiner geplanten Form nicht geben wird", teilte Maersk mit.

Branche unter Zugzwang

Wäre P3 durchgegangen, hätte die Allianz geschätzte 43 Prozent der Containerschifffahrt auf den Routen von Asien nach Europa kontrolliert, dazu 41 Prozent der Transatlantikrouten und 24 Prozent des Transpazifik-Geschäfts.

Der Konsolidierungsdruck in der Containerschifffahrt ist hoch, denn die Frachtraten sind in den vergangenen Jahren aufgrund eines Überangebots an Schiffsraum erheblich gesunken. Die Weltwirtschaft wächst zudem in einem geringeren Tempo als in den Planungen der Schiffseigner vorgesehen. Ähnlich wie bei einem Code-Sharing-Deal zwischen Fluggesellschaften hätten die drei Reedereien durch ihre Allianz ihre jährlichen Kosten um mehrere Milliarden Dollar senken können, indem sie Schiffe und Hafenkapazitäten der jeweils anderen Partner nutzen.

Im April hatte die deutsche Reederei Hapag-Lloyd den Zusammenschluss mit dem chilenischen Wettbewerber CSAV unter Dach und Fach gebracht. Durch das Zusammengehen mit der CSAV-Containersparte steigt Hapag-Lloyd zur Nummer vier weltweit auf.

Quelle: n-tv.de, jwu/DJ

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