Wirtschaft

Google zieht davon Yahoo tritt auf der Stelle

Das Internet-Urgestein Yahoo kommt nicht so recht vom Fleck. Während der große Rivale Google dank sprudelnder Werbeeinnahmen aus dem Suchmaschinengeschäft seinen Umsatz steigert, legt Yahoo nur leicht zu.

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Werbung ist die wichtigste Einnahmequelle für Yahoo

(Foto: REUTERS)

Der US-Internetkonzern Yahoo hat seinen Gewinn im zweiten Quartal kräftig gesteigert, mit seinem Netto-Umsatz jedoch die Markterwartungen verfehlt. Unter dem Strich verdiente der Google-Konkurrent 213 Mio. Dollar nach 141 Mio Dollar im krisengezeichneten Vorjahresquartal. Je Aktie waren dies 15 Cent, Analysten hatten im Schnitt mit 14 Cent gerechnet.

Der Umsatz stieg um zwei Prozent auf 1,6 Mrd. Dollar und lag damit ebenfalls leicht über den durchschnittlichen Markterwartungen.

"Es sieht aus, als ob sie Marktanteile im Suchmaschinengeschäft verloren haben", sagte Oppenheimer-Analyst Jason Helfstein. Konzernchefin Carol Bartz selbst sprach davon, dass sich die Grundlagen für die Internetsuche verbesserten und verwies ansonsten auf das "gesunde Wachstum bei den Werbeanzeigen". Die Aktie fiel nachbörslich um 4 Prozent.

Werbung ist die wichtigste Einnahmequelle für Yahoo. Auf der einen Seite sind das Textanzeigen, die passend zu Suchergebnissen erscheinen. Auf der anderen Seite sind das grafische Werbeanzeigen.

Bündnis mit Microsoft

Konzernchefin Bartz hatte rund 2000 Stellen abgebaut und sich mit dem Softwaregiganten Microsoft verbündet Yahoo nutzt künftig Microsofts Suchmaschine Bing und vermarktet im Gegenzug die Werbung. Die beiden wollen gemeinsam gegen Google antreten. Der Suchmaschinenprimus hatte seinen Umsatz zuletzt um satte 23 Prozent auf 6,8 Mrd. Dollar hochschrauben können. Im gleichen Maße stieg der Gewinn auf 1,8 Mrd. Dollar.

Damit liegt Google in einer ganz anderen Klasse als Yahoo. Und Yahoo-Chefin Bartz macht wenig Hoffnung darauf, die Lücke zu schließen. Im laufenden dritten Quartal rechnet sie damit, dass der Umsatz wieder bei etwa 1,6 Mrd. Dollar liegen wird.

Die Kooperation mit Microsoft soll erst im Herbst voll durchstarten. Derzeit arbeiten die beiden Unternehmen daran, ihre Systeme aufeinander abzustimmen.

Der Software-Konzern und der Portalbetreiber hatten sich im Juli 2009 auf die Kooperation geeinigt. Zuvor hatte Microsoft über viele Monate hinweg erfolglos versucht, Yahoo ganz zu schlucken. Das scheiterte am Widerstand des damaligen Managements um Firmengründer Jerry Yang.

Yahoo versucht derzeit händeringend, mehr Nutzer auf sein Portal zu ziehen. Das soll mit der Einbindung sozialer Netzwerke wie Facebook oder dem Kurznachrichtendienst Twitter gelingen. Eine millionenschwere Anzeigenkampagne hatte den Internet-Pionier ins Gedächtnis der Amerikaner zurückgerufen.

Wie Google drängt es Yahoo zudem ins mobile Geschäft. Die populären Smartphones versprechen kräftige Werbeeinnahmen. Derzeit tobt ein Kampf um die Vormachtstellung. Erst jüngst hatte sich auch der Elektronikkonzern und iPhone-Hersteller Apple eingemischt und eine eigene Werbeplattform angekündigt.

Quelle: n-tv.de, dpa/rts

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23.04.09