Wirtschaft

Microsoft-Allianz zahlt sich aus Yahoo verdient mehr

Beim Internet-Urgestein geht es dank des Verkaufs von Geschäftsteilen und der Partnerschaft mit Microsoft weiter aufwärts. Der Suchmaschinenanbieter kann seinen Nettogewinn im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr fast verdreifachen.

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Besucher auf der Mobile World Congress Messe, der Leitmesse der Mobilfunk- und Kommunikationsbranche, im Februar in Bacelona.

(Foto: REUTERS)

Beim Internet-Urgestein und Google-Konkurrenten geht es weiter aufwärts. Das Geschäft zog zu Jahresbeginn wieder leicht an, der Gewinn ging dank der Suchmaschinen-Kooperation mit dem Software-Riesen Microsoft und dem Verkauf des E-Mail-Anbieters Zimbra steil nach oben. Unter dem Strich verdiente Yahoo mit 312 Mio. US-Dollar mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum.

Deutlich mehr Bannerwerbung

"Wir hatten ein gutes Quartal", resümierte Konzernchefin Carol Bartz im kalifornischen Sunnyvale. Der Marktanteil bei der Internet-Suche stabilisierten sich, die Anzeigen nahmen 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu. Werbung ist Yahoos wichtigste Einnahmequelle.

Der Umsatz stieg nach langer Durststrecke um 1,0 Prozent auf 1,6 Mrd. US-Dollar. Im laufenden zweiten Quartal soll er auf bis zu knapp 1,7 Mrd. US-Dollar klettern. Der operative Gewinn soll in etwa stabil bleiben. Nach anfänglicher Euphorie der Anleger drehte die Aktie nachbörslich leicht ins Minus. Bereits Erzrivale Google hatte die Märkte mit seinen exzellenten Zahlen nicht begeistern können. Die Erwartungen liegen hoch.

Das war nicht immer so: In der Wirtschaftskrise hatten viele Unternehmen ihre Anzeigen zurückgefahren. Das schwächte die ohnehin schon angeschlagene Yahoo. Konzernchefin Bartz strich in der Flaute rund 2000 Stellen und verbündete sich mit Microsoft. Yahoo nutzt nun dessen Suchmaschine Bing. Im Gegenzug vermarktet das Internet-Urgestein die Werbung.

Von den gemeinsamen Werbeeinnahmen bleiben nach früheren Angaben zunächst 88 Prozent bei Yahoo. Die Vereinbarung läuft zehn Jahre. Der Software-Konzern und der Portalbetreiber hatten sich im Juli 2009 auf die Kooperation geeinigt. Zuvor hatte Microsoft über viele Monate hinweg erfolglos versucht, Yahoo ganz zu schlucken. Das scheiterte am Widerstand des damaligen Managements um Firmengründer Jerry Yang.

Yahoo macht mobil

Schon vor der Krise hatte Google dem Internet-Pionier Yahoo mit seiner Suchmaschine schwer zugesetzt. Der Konzern spielt mittlerweile in einer anderen Liga. Der Gewinn von knapp 2,0 Mrd. US-Dollar im ersten Quartal liegt höher als der gesamte Yahoo-Umsatz.

Zuletzt konnten Yahoo und die verbündete Microsoft im wichtigen Heimatmarkt aber wieder etwas Boden gutmachen. Von Februar auf März sank der Google-Anteil an den Suchanfragen nach Daten des Marktforschers Comscore von 65,5 auf 65,1 Prozent. Yahoo legte von 16,8 auf 16,9 Prozent zu und Microsoft von 11,5 auf 11,7 Prozent.

Wie Google drängt es Yahoo nun ins mobile Geschäft. Die populären Smartphones versprechen kräftige Werbeeinnahmen. Derzeit tobt ein Kampf um die Vormachtstellung. Erst jüngst hatte sich auch der Elektronikkonzern Apple eingemischt und eine eigene Werbeplattform angekündigt.

Quelle: n-tv.de, dpa

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23.04.09