Ölpreise unter 80-Dollar-Marke
Die Ölpreise geben weiter nach. Anleger warten gespannt auf Anzeichen für ein Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran sowie auf Fortschritte zur Öffnung der Straße von Hormus. Ein Barrel der Nordseesorte Brent verbilligt sich um 0,5 Prozent auf 79,05 Dollar, die US-Sorte WTI fällt um 0,7 Prozent auf 74,72 Dollar. "Nach Berichten über Fortschritte in den Gesprächen zwischen dem Iran und Oman ist ein gewisser Verkaufsdruck entstanden", sagt Ökonom Yuki Takashima von Nomura Securities.
Hintergrund sind Berichte, wonach der Iran und Oman sich auf Koordinaten für eine Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus geeinigt haben. Ein Anstieg der US-Öllagerbestände hatte die Ölpreise am Mittwoch gedrückt.
Rheinmetall reagiert auf Fregatten-Schlappe
Rheinmetall wird nach der Absage des milliardenschweren Fregatten-Programms F-126 durch den Bund bei ihrer Umsatzprognose vorsichtiger. Rheinmetall rechne nun 2026 mit einem Anstieg des Konzernumsatzes auf 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro, teilte der Konzern mit. Zuvor hatte die Firma 14 bis 14,5 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Die übrigen Ziele blieben bestehen. Rheinmetall steuert damit weiter auf Rekordkurs.
Rheinmetall hatte zuvor bereits kräftige Zuwächse bei Umsatz und Gewinn für das zweite Quartal vermeldet. Die Erlöse legten in den Monaten April bis Juni um 69 Prozent auf knapp 3,3 Milliarden Euro zu. Der Betriebsgewinn verbesserte sich um fast ein Fünftel auf 562 Millionen Euro. Alle Segmente hätten zu dem Anstieg beigetragen. Der Auftragsbestand kletterte über die Schwelle von 80 Milliarden Euro.
Rheinmetall hatte jüngst einen Rückschlag erlitten, weil der Bund das Fregatten-Projekt F-126 strich. Als Hauptgründe für den Stopp des Projekts hatte Verteidigungsminister Boris Pistorius eine Kostenexplosion auf fast 18 Milliarden Euro statt der ursprünglich geplanten zehn Milliarden Euro sowie massive Verzögerungen angeführt. Die Bundesregierung will nun stattdessen Fregatten des Typs MEKO A-200 von der Thyssenkrupp-Tochter TKMS kaufen.
Fed bereit zu Zinsanhebung
Die US-Notenbankerin Lisa Cook zeigt sich offen für eine Anhebung der Leitzinsen. Sollte sich die Inflation nicht abkühlen, "bin ich bereit, gegebenenfalls mit einer Zinserhöhung zu reagieren", sagte das Mitglied des Gouverneursrats der Federal Reserve. Die Risiken hinsichtlich des Inflationsziels der Fed seien höher als die Risiken in Bezug auf ihr Ziel für den Arbeitsmarkt. "Ich würde eine Anhebung unterstützen, falls sie notwendig wird, um die Inflation zu senken. Möglicherweise wird dies jedoch nicht der Fall sein."
Cook warnte, die Inflation könne sich im Preis- und Lohnverhalten verfestigen. Das könne zu einer Hartnäckigkeit führen, "die für uns viel schwerer zu bekämpfen wäre". Die Fed habe derzeit nicht den Luxus, in der Frage noch abzuwarten. Cook hatte zu den Fed-Vertretern gehört, die sich jüngst dafür ausgesprochen hatten, die Zinsen unverändert zu lassen.
Dax sammelt sich
Der Dax startet schwächer in den heutigen Handel. Der deutsche Börsenleitindex, der gestern erstmals die 26.400er-Marke übersprungen hatte, am Ende aber mit einem Abschlag von 0,3 Prozent und einem Stand von 26.126 Punkten aus dem Geschäft gegangen war, notiert aktuell im Bereich von 26.115 Zählern. Marktteilnehmern zufolge gerät die KI-Rally wieder etwas ins Stocken. Die Ölpreise notieren weiterhin unter der 80-Dollar-Marke.
Gold mit bullishem Momentum
Das kurzfristige Momentum von Gold scheint sich zu verbessern. Davon gehen wie zwei Strategen von OCBC Group Research aus. Der Chart zeige ein leicht bullishes Momentum für Gold, so die Strategen weiter. Ein erster Widerstand liege bei 4333,00 US-Dollar je Unze. Dieses Niveau entspreche dem 23,6-Prozent-Fibonacci-Retracement des Kursverfalls des Edelmetalls vom diesjährigen Hoch zum bisherigen Tief, erläutern die Strategen weiter.
Für eine leichte Stimmungsaufhellung sorgten zudem Berichte, wonach "die Bank of Korea sich darauf vorbereite, zum ersten Mal seit 13 Jahren im Inland produziertes Gold zu kaufen, und dass sie kürzlich mit dem Kauf von Gold-ETFs begonnen habe", fügen sie Marktexperten hinzu. Gold notiert 1,0 Prozent höher bei 4293,64 Dollar je Unze.
Dax-Schwergewichte im Fokus
Der Dax wird fester in den Handel starten. Am Mittwoch erreichte der deutsche Leitindex zunächst mit 26.403,81 Punkten den dritten Rekordstand in Folge. Anschließend setzten mit wieder anziehenden Ölpreisen Gewinnmitnahmen ein, was den Dax zum Handelsschluss um 0,3 Prozent auf 26.126 Punkte drückte. Auch die Wall Street fand nach einer Reihe uneinheitlich ausgefallener Konzernbilanzen nur schwer eine klare Richtung.
Heute geht es mit der Bilanzsaison weiter. Die Anleger blicken unter anderem auf die Quartalszahlen von Siemens, Henkel, Merck, Rheinmetall, der Deutschen Telekom und der Commerzbank. Im Fokus bei den Konjunkturdaten stehen die Einzelhandelsumsätze in der Euro-Zone und die Aufträge der deutschen Industrie im Juni. Experten erwarten einen Zuwachs beim Neugeschäft von 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat.
Siemens passt Ziele an
Siemens hebt seine Gewinnerwartungen für das laufende Geschäftsjahr an. Der Gewinn je Aktie werde 2025/26 (per Ende September) zwischen 11,20 und 11,50 Euro liegen, teilte der Technologiekonzern mit. Bisher lag die Prognose bei 10,70 bis 11,10 Euro, Analysten hatten im Schnitt aber schon mit 11,32 Euro gerechnet. Für den Umsatz erwartet Siemens weiterhin ein vergleichbares Wachstum von sechs bis acht Prozent.
Das lag vor allem am Boom bei Rechenzentren, der in der Sparte Smart Infrastructure für einen um 42 Prozent höheren Auftragseingang sorgte. Konzernweit stiegen die neuen Aufträge damit - Währungseffekte ausgeklammert - um 14 Prozent auf 27,9 Milliarden Euro, Analysten hatten mit einer Stagnation gerechnet. Der Umsatz stieg vergleichbar um acht Prozent auf 20,8 Milliarden Euro, das Ergebnis aus dem Industriegeschäft schnellte um 25 Prozent auf 3,52 Milliarden Euro nach oben und übertraf damit auch die Expertenprognosen deutlich.
Qiagen trotzt US-Schwäche
Qiagen profitiert von Zuwächsen bei seinen wichtigsten Wachstumsträgern: Der Diagnostikkonzern hat im zweiten Quartal besser abgeschnitten als erwartet und hält an seinen Jahreszielen fest. Der Umsatz blieb von April bis Juni mit 535 Millionen Dollar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stabil, wie das Unternehmen mitteilte. Zuvor hatte Qiagen einen währungsbereinigten Rückgang von etwa zwei Prozent prognostiziert. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg um drei Prozent auf 0,62 Dollar und übertraf damit die mindestens angepeilten 0,60 Dollar.
Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Qiagen weiterhin mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von ein bis zwei Prozent und einem bereinigten Gewinn je Aktie von mindestens 2,43 Dollar. Für das laufende dritte Quartal erwartet das Unternehmen ein währungsbereinigtes Umsatzplus von ein bis zwei Prozent sowie einen bereinigten Gewinn je Aktie von mindestens 0,62 Dollar.
WM pusht Telekom - Aktienrückkauf aufgestockt
Unter anderem dank der Fußball-Weltmeisterschaft hat die Deutsche Telekom ihren Wachstumskurs fortgesetzt. Die Sparte MagentaTV habe rund eine Million neue Kunden gewonnen, teilte der Konzern mit. "Unsere Geschäfte laufen weiter rund", sagte Konzernchef Tim Höttges. Das Unternehmen steigerte den Umsatz um 4,4 Prozent auf 29,93 Milliarden Euro und den bereinigten operativen Gewinn um 7,5 Prozent auf 11,82 Milliarden Euro. Der Free Cashflow, der als Gradmesser für die Dividendenhöhe gilt, legte um 3,1 Prozent auf 5,03 Milliarden Euro zu. Diese Kennzahlen lagen im Rahmen der Markterwartungen.
Die Telekom hob darüber hinaus das Gesamtjahresziel für den Mittelzufluss auf rund 20 Milliarden von mehr als 19,8 Milliarden Euro an. Sie folgt damit dem Vorbild der US-Tochter T-Mobile, die ihre Jahresziele für den Mittelzufluss dank der Popularität hochpreisiger Tarife ebenfalls angehoben hatte. Zudem gab die Telekom eine Ausweitung ihrer Aktienrückkäufe bekannt. Das Volumen des laufenden Programms werde um bis zu drei Milliarden auf insgesamt bis zu fünf Milliarden Euro aufgestockt.
Ebay schlägt den Markt
Ebay hat mit seiner Umsatzprognose für das laufende Quartal die Erwartungen der Wall Street übertroffen. Der Online-Marktplatz rechnet im dritten Quartal mit Erlösen zwischen 3,07 und 3,12 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt lediglich 2,97 Milliarden erwartet. Auch im abgelaufenen zweiten Quartal schnitt Ebay besser ab als gedacht: Der Umsatz lag bei 3,13 Milliarden Dollar, während Experten 3,02 Milliarden prognostiziert hatten.
Ebay profitiert von seiner Strategie, sich verstärkt auf geprüfte Luxusartikel, Sammlerstücke und generalüberholte Produkte zu konzentrieren, um kaufkräftigere Kunden anzulocken. Zu den Kategorien, mit denen das Unternehmen gezielt Liebhaber und Sammler anspricht, gehören unter anderem Sammelkarten, Autoteile und Elektronik. Das Bruttowarenvolumen - eine wichtige Branchenkennzahl, die den Gesamtwert aller auf der Plattform verkauften Waren misst - stieg im Ende Juni abgelaufenen Quartal um 15 Prozent auf 22,4 Milliarden Dollar.
KI-getriebene Rally gerät ins Stocken
Gewinnmitnahmen im Technologiesektor belasten die asiatischen Börsen. Die jüngste KI-getriebene Rally gerät damit ins Stocken, nachdem die Quartalszahlen einiger US-Technologiefirmen die hohen Erwartungen der Anleger nicht erfüllen konnten. Händler verweisen auf eine schwächere Sitzung an der Wall Street, wo die Aktien von SpaceX und AMD nachgaben.
Der japanische Nikkei-Index verliert 1,57 Prozent. In Südkorea fällt der Kospi um 3,64 Prozent. Der breit gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans gibt um 0,69 Prozent nach.
Das ist los im frühen Devisenhandel
Am Devisenmarkt gewinnt der Dollar geringfügig auf 157,63 Yen und legt leicht auf 6,7466 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er 0,1 Prozent niedriger bei 0,8059 Franken. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,1556 Dollar und gibt 0,1 Prozent auf 0,9313 Franken nach.
Meta-KI hackt bei Test Firma
Ein KI-Modell von Meta hat bei einem Cybersicherheitstest ein anderes Unternehmen gehackt. Der Facebook-Mutterkonzern teilte mit, eine Fehlkonfiguration habe dem Modell unbeabsichtigt Zugang zum Internet verschafft. Es habe daraufhin eine Sicherheitslücke bei einem Drittanbieter ausgenutzt. Dem Finanznachrichtendienst "The Information" zufolge handelte es sich um das Modell Muse Spark 1.1, das als das leistungsfähigste des Konzerns für Programmieraufgaben gilt.
Der Vorfall schürt Sorgen über die Sicherheit von KI-Systemen und folgt auf ähnliche Vorkommnisse bei den Konkurrenten Anthropic und OpenAI. Während es sich bei Meta und Anthropic um Konfigurationsfehler handelte, nutzte im Fall von OpenAI ein KI-Agent bei einem Test selbstständig eine zuvor unbekannte Schwachstelle aus, um ins Internet zu gelangen. Die Vorfälle dürften die Bemühungen der US-Regierung um eine verbesserte KI-Sicherheit verstärken. Das Weiße Haus lud diese Woche führende KI-Unternehmen wie Meta, Anthropic, OpenAI und Google zu einem Treffen ein, um einen neuen freiwilligen Testrahmen für Cybersicherheit zu erörtern.
Übernahmen, Fusionen, Abspaltungen: Es geht um Milliarden
Der Dax eilt von Rekord zu Rekord. So auch gestern. Der deutsche Börsenleitindex schloss zwar mit einem Abschlag von 0,3 Prozent und einem Stand von 26.126 Punkten, das Allzeithoch markierte er im Handelsverlauf bei 26.403,81 Zählern. Als ein Treiber der positiven Stimmung an den Aktienmärkten gelten die deutlich niedrigeren Ölpreise, die wiederum von einer sich abzeichnenden Öffnung der Straße von Hormus profitieren. Diesbezüglich zeichne sich eine Einigung zwischen den USA und dem Iran ab, so Marktteilnehmer.
Davon abgesehen, ist die heutige Agenda prall gefüllt: So dürfte etwa die deutsche Industrie im Juni erneut mehr Aufträge eingesammelt haben. Experten erwarten einen Zuwachs beim Neugeschäft von 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat. Im Mai hatte es sogar ein Bestellplus von 1,9 Prozent gegeben. Die Industrie fasste damit wieder Tritt, nachdem der Nahost-Krieg und die damit einhergehende Unsicherheit zuvor eine Nachfrageflaute ausgelöst hatten. Viele Ökonomen rechnen vorerst allerdings nicht mit einer starken Erholung, solange der Iran-Konflikt weiter schwelt.
Unternehmensseitig ist die Berichtssaison das nach wie vor beherrschende Thema. Bei Siemens dürfte der Boom bei Rechenzentren für die künstliche Intelligenz (KI) im abgelaufenen Quartal Rückenwind gegeben haben. Aber auch das Geschäft mit Automatisierungstechnik hatte sich zuletzt wieder stabilisiert. Für das ganze Geschäftsjahr, das am 30. September endet, hat der Technologiekonzern ein vergleichbares Umsatzwachstum von sechs bis acht Prozent in Aussicht gestellt. Der Gewinn je Aktie soll 10,70 bis 11,10 Euro erreichen. Ungeduldig warten die Analysten auf Neuigkeiten, wann und wie es mit der Abspaltung der Medizintechnik-Tochter Siemens Healthineers weitergeht.
Nach der jüngsten Prognoseanhebung der US-Tochter T-Mobile hoffen Anleger auf einen vergleichbaren Schritt der Deutschen Telekom. In den vergangenen Quartalen hatte die Deutsche Telekom meist nachgezogen. Daneben warten Börsianer gespannt auf Aussagen zur angedachten Erweiterung des KI-Rechenzentrums sowie zu den anhaltenden Spekulationen über eine Fusion von Telekom und T-Mobile. Analysten haben für das abgelaufene Quartal einen Telekom-Umsatz von 29,96 Milliarden Euro und einen operativen Gewinn von 11,7 Milliarden Euro vorhergesagt.
Und mitten im Übernahmekampf mit der Unicredit legt die Commerzbank Zahlen für das zweite Quartal vor. Analysten gehen im Schnitt von einem kräftigen Anstieg des Nettogewinns auf 845 Millionen Euro aus, nach 462 Millionen im vergangenen Jahr. Im Mai hatte die Commerzbank ihre Ziele angehoben und den Abbau weiterer 3000 Stellen angekündigt. Im Vordergrund steht aber die Frage, wann es nun endlich direkte Gespräche zwischen Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp und Unicredit-Chef Andrea Orcel geben wird. Dabei geht es angesichts der Machtverhältnisse wohl nur noch um das Wie einer Übernahme und nicht mehr darum, ob sie zustande kommt. Die italienische Bank hat sich schon knapp die Hälfte an der Commerzbank gesichert.
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