DAX erholt sich leicht - Porsche AG am ersten Tag an der Spitze
Nach dem jüngsten Abverkauf haben am deutschen Aktienmarkt die Pfeile wieder nach oben gezeigt. Mit den Zinsentscheidungen von FED und EZB in der vergangenen Woche gehören nun die letzten großen Ereignisse des Jahres 2022 der Vergangenheit an. Der falkenhafte Ton der Notenbanker könnte nach Einschätzung aus dem Handel noch einige Zeit nachklingen und zu Portfolioanpassungen führen.
Kurz vor Weihnachten hellte sich auch das Geschäftsklima in Deutschland auf. Der Ifo-Index stieg zum dritten Mal in Folge. Die Verbesserung ist nicht mehr allein auf eine Aufhellung der Geschäftserwartungen zurückzuführen, sondern auch auf eine weniger pessimistische aktuelle Lage.
Der DAX legte um 0,4 Prozent und ging mit 13.943 Punkten aus dem Handel. Sein Tageshoch lag bei 14.001 Stellen. Der EUROSTOXX50 notierte 0,3 Prozent höher bei 3816 Zählern. Der Euro konnte die zwischenzeitlichen Gewinne nicht halten und notierte knapp über 1,06 US-Dollar.
Bei den Einzelwerten erlebten Porsche AG einen erfolgreichen ersten Tag im DAX, mit plus 3,5 Prozent notierten die Papiere sogar an der Indexspitze. Durch die Fokussierung auf das Premium- beziehungsweise Luxussegment sehen die Analysten der DZ Bank die Geschäftsentwicklung der Porsche AG weiterhin weniger von der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung abhängig als bei anderen Herstellern. Zudem profitiert das Unternehmen auch weiterhin von der Zusammenarbeit mit dem Volkswagen-Konzern. VW notierten ex Sonderdividende 10,7 Prozent oder 14,56 Euro tiefer, allerdings schüttet der Automobilkonzern kurz vor Weihnachten 19,06 Euro je Vorzugsaktie an seine Aktionäre aus.
Rheinmetall gaben im MDAX angesichts der Nachrichten über den Totalausfall des Schützenpanzers "Puma" um 7,8 Prozent nach. Bei einer Schießübung in Norddeutschland waren sämtliche 18 beteiligten Fahrzeuge ausgefallen.
Die Aktionäre des Energiekonzerns Uniper haben auf einer außerordentlichen Hauptversammlung dem mit der Bundesregierung und der finnischen Mutter Fortum ausgehandelten Rettungspaket zugestimmt. Die im SDAX notierten Aktien stiegen um vier Prozent.
Wie wird das Jahr 2023 für die Märkte?
Dieses Börsenjahr neigt sich dem Ende und es stellte Anleger vor einige Herausforderungen. Wird das auch im kommenden Jahr so sein? Und wie sollten sich Anleger zum Jahreswechsel positionieren? Raimund Brichta spricht darüber mit Oliver Roth von der Oddo BHF.
Wann ist Zinshöhepunkt, wann gibt es Zwei-Prozent-Inflation? Analysten prognostizieren
Die regelmäßig von der EZB im Rahmen des Survey of Monetary Analysts befragten Volkswirte haben den Zinshöhepunkt im aktuellen Zyklus im Vorfeld der jüngsten EZB-Ratssitzung bei 2,75 Prozent (Einlagensatz) gesehen. Wie die Notenbank mitteilte, sahen sie diesen Gipfel im März 2023 erreicht.
Zugleich erwarteten die Analysten, dass die EZB im März (zuvor: Juni) 2023 mit dem Abbau ihrer unter dem APP-Programm erworbenen Anleihebestände beginnen würde. Sie prognostizierten, dass der APP-Anleihebestand von 3,434 auf 2,402 (2,655) Billionen Euro im vierten Quartal 2026 sinken würde.
Die Analysten rechneten mit einer Rückkehr der Inflation zum Zielwert von zwei Prozent bis zum vierten Quartal 2024, was auch dem Ergebnis der Oktober-Umfrage entsprach.
US-Indizes zu Beginn etwas schwach auf der Brust
Zum Wochenstart ist es an den US-Börsen zu kleineren Anschlussverkäufen gekommen, nachdem Zins- und Rezessionssorgen die Kurse in der Vorwoche auf Talfahrt geschickt hatten. Der Dow-Jones-Index sank kurz nach der Startglocke um 0,1 Prozent. Der S&P-500 verlor 0,2 Prozent und der Nasdaq-Composite 0,5 Prozent.
Der Kurs der Facebook-Mutter Meta fiel um 2,1 Prozent. Die EU-Kommission wirft dem Unternehmen Kartellrechtsverstöße bei Kleinanzeigen vor. Unter den Nebenwerten schossen Madrigal Pharmaceuticals um 210 Prozent nach oben, nachdem das Unternehmen ermutigende Ergebnisse einer Medikamentenstudie veröffentlicht hat.
Größere Twitter-Risiken: Abstufung der Tesla-Aktie
Oppenheimer hat die Tesla-Aktie auf "Perform" abgestuft und das mit Risiken begründet, die sich aus der Rolle von Elon Musk als Betreiber von Twitter ergeben. Die Kombination aus einem unklaren Barmittelbedarf bei Twitter und schwindenden Möglichkeiten für Musk, diesen Bedarf zu decken, lässt Oppenheimer bei Tesla an die Seitenlinie wechseln.
Analyst Colin Rusch glaubt, dass die zunehmend negative Stimmung gegenüber Twitter langfristig anhalten könnte, was die finanzielle Performance des Unternehmens einschränken und zu einem anhaltenden Überhang bei Tesla werden könne. Die Aktie von Tesla stieg um 2,4 Prozent.
Siemens Energy auf Kurs Delisting von Siemens Gamesa
Siemens Energy ist auf bestem Weg, seine Windkrafttochter von der Börse zu nehmen. Bis zum Ende des Übernahmeangebots wurden dem DAX-Konzern nach eigenen Angaben knapp 175 Millionen Aktien von Siemens Gamesa angeboten. Damit steigt der Anteil von Siemens Energy an Gamesa auf rund 92,7 Prozent. Das ist deutlich mehr als die für das Delisting notwendige Aktienmehrheit von 75 Prozent der Anteile.
Die Schwelle für das Herausdrängen der verbliebenen Fremdaktionäre für eine Komplettübernahme wurde allerdings verfehlt. Sie hätte bei gut 96,7 Prozent gelegen. Siemens Energy hält allerdings weiter am Ziel von 100 Prozent fest.
Ölpreise nehmen Fahrt auf - kräftige Steigerung
Die Ölpreise haben am Nachmittag stärker nach oben gegangen. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete 80,55 Dollar, das waren 1,8 Prozent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um zwei Prozent auf 75,95 Dollar.
Etwas Auftrieb haben die Rohölpreise zuletzt von der weniger strikten Corona-Politik der chinesischen Regierung erhalten. Fachleute erhoffen sich davon wirtschaftlichen Rückenwind für die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt. Das globale Konjunkturbild bleibt aber trübe: Die wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Kriegs lasten auch auf der Nachfrage nach Rohstoffen wie Erdöl. Hinzu kommt der Kampf vieler Zentralbanken gegen die hohe Inflation in Form steigender Leitzinsen.
Brent Rohöl
Henkel spaltet Russland-Geschäft zeitnah ab
Der Konsumgüterriese Henkel treibt den Verkauf seines Russland-Geschäfts voran. Die dortigen Geschäftsbereiche seien abgespalten worden und würden ab dem 1. Januar 2023 unabhängig unter dem Namen Lab Industries agieren, sagte ein Konzernsprecher. Eine Übertragung an einen anderen Eigentümer sei nur möglich, wenn das dortige Geschäft unabhängig von Henkels globalen Prozessen und Systemen operieren kann.
Der DAX-Konzern hatte sich im April entschlossen, seine Geschäftsaktivitäten in Russland und Belarus einzustellen. Der Exit folgt einem strukturierten Prozess, innerhalb dessen Geschäfte eingestellt oder Teile verkauft werden sollen. Es geht um elf Werke und 2500 Beschäftigte mit einer Milliarde Euro Umsatz rund fünf Prozent des Konzern-Jahresumsatzes.
KfW-Expertin erwartet deutlichen BIP-Rückgang in Deutschland
Die Chefvolkswirtin der KfW, Fritzi Köhler-Geib, rechnet trotz des unerwartet deutlichen Anstiegs des Ifo-Geschäftsklimaindex im Dezember mit einem deutlichen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im nächsten Jahr. Sie erwarte für 2023 "einen Rückgang der Wirtschaftsleistung von rund ein Prozent, was mir unter den gegenwärtigen Umständen als moderat erscheint", schreibt Köhler-Geib in einem Kommentar.
Der Kaufkraftschock und die mit den anhaltenden Unwägbarkeiten zu befürchtende Investitionszurückhaltung bereiteten den Boden für eine Rezession. Die Bundesbank erwartet ein BIP-Minus von kalenderbereinigt 0,5 Prozent.
"Puma"-Misere prügelt Rheinmetall-Kurs weiter runter
Mit dem Aktienkurs von Rheinmetall ist es noch weiter nach unten gegangen. Das Papier baute seinen Verlust auf minus 6,8 Prozent aus.
Grund sind schlechte Nachrichten von der Krisensitzung zu den Pannen von Schützenpanzer "Puma". Dort habe Verteidigungsministerin Christine Lambrecht den Kauf weiterer Panzer dieses Typs für die Bundeswehr gestoppt. "Damit würden sich die Stückkosten für die Hersteller erhöhen und auch andere potenzielle Interessenten vorsichtig werden lassen", meinte ein Frankfurter Händler.
Real-Märkte sollen mit viel Geld attraktiver werden
Die neuen Mehrheitseigner von Real wollen einem Medienbericht zufolge die Handelskette auf Vordermann bringen. "Geplant ist, rund 300 Millionen Euro in den nächsten drei Jahren zu investieren", sagte Sven Tischendorf, der mit seiner Unternehmerfamilie mehr als 60 Real-Standorte übernommen hatte, der "Wirtschaftswoche".
"Uns geht es nicht darum, die Märkte nach einer Schamfrist dicht zu machen, oder sie schnell abzugeben", betonte der Anwalt. "Wir sind gekommen, um zu bleiben." Der russische Investor SCP hat die Reste der Supermarktkette Real mit rund 5000 Mitarbeitern an das Family Office der Unternehmerfamilie Tischendorf sowie ein Team von Real-Managern veräußert.
Wall Street vorbörslich etwas grünlich
Zum Start in die neue Woche zeichnet sich an der Wall Street eine kleine Gegenbewegung auf die Verluste der Vorwoche ab. Die Abschläge waren durch Zins- und Rezessionssorgen ausgelöst worden. Die Futures auf die großen Aktienindizes deuten auf eine etwas festere Eröffnung an den Kassamärkten hin.
Die Nachrichtenlage ist heute sehr dünn. Es stehen weder Konjunkturdaten von Rang noch wichtige Unternehmenstermine auf der Agenda.
Möglicher Twitter-Rücktritt von Musk beflügelt Tesla-Aktie
Spekulationen auf einen Rücktritt von Elon Musk als Twitter-Chef beflügeln die Aktien von Tesla. Die Titel des von Musk geführten Elektroautobauers stiegen vorbörslich um 4,2 Prozent. Zuvor hatte Musk eine Twitter-Umfrage über seinen Rücktritt oder Verbleib an der Twitter-Unternehmensspitze gestartet.
Über 17,5 Millionen Nutzer haben an der Umfrage teilgenommen und sich zu 57,5 Prozent für seinen Abgang ausgesprochen. Tesla-Anleger hatten sich zuvor besorgt geäußert, dass Musk von der Führung in Zeiten globaler Konjunkturschwäche zunehmend abgelenkt sein könnte.
Dividenden als regelmäßige Einnahmequelle
Die Notenbanken drehen weiter an der Zinsschraube, um der hohen Inflation Herr zu werden. Das bedeutet ein schwieriges Fahrwasser für die Aktienmärkte. Sowohl erfahrene Anleger als auch die, die bislang nur das Niedrigzinsumfeld kennengelernt haben, sind gezwungen umzudenken. Wie können alternative Anlagestrategien aussehen? Wie lassen sich Dividenden als regelmäßige Einnahmequelle oder auch für Zertifikate nutzen? Darüber diskutiert Friedhelm Tilgen mit Lisa Osada vom Finanzblog Aktiengram.de und Matthias Hüppe von der HSBC.
Twitter-Nutzer wollen Musk loswerden
Bei Twitter steht der Mehrheitsanteilseigner Elon Musk vor dem Rücktritt als Unternehmenschef. In einer vom 51-Jährigen selbst eingeleiteten Twitter-Umfrage sprach sich die Mehrheit für diesen Schritt aus. Musk hatte zuvor versichert, sich an das Abstimmungsergebnis zu halten.
Ifo-Chef: "Es kommt nicht so schlimm wie befürchtet"
Deutschlands Wirtschaftslage stimmt den Präsidenten des IFO-Instituts, Clemens Fuest, vorsichtig optimistisch. Die Rezession werde deutlich flacher ausfallen als befürchtet, so der Ökonom. Für die unerwartete Entwicklung gebe es mehrere Gründe.
DAX kurzzeitig über 14.000
Freundlich hat sich der DAX zur Mittagszeit präsentiert. Der Leitindex legte um 0,6 Prozent auf 13.981 Punkte zu. Zuvor hatte er für kurze Zeit die 14.000er-Marke durchbrochen. Der EUROSTOXX50 notierte 0,7 Prozent höher bei 3830 Stellen. "Der Ifo-Index bestätigt zumindest die laufenden Erholungstendenzen", sagte ein Händler in Frankfurt. Daher würden aktuell einige konjunkturnahe Titel nachgekauft, in denen man zuvor untergewichtet war.
So legten Thyssenkrupp um 4,6 Prozent zu. Ganz vorne in Europa lagen Ölwerte mit 1,5 Prozent Plus, die im Jahresverlauf angesichts belastender ESG-Debatten von zahlreichen Fonds gemieden wurden.
Angeklagter Ex-Manager über "Krebsgeschwür" und "Absolutismus" bei Wirecard
Im Betrugsprozess um die milliardenschwere Pleite des Finanzkonzerns Wirecard hat der angeklagte Manager Oliver Bellenhaus Anschuldigungen gegen den ehemaligen Chef Markus Braun erhoben. Wirecard sei ein "Krebsgeschwür, das wucherte" gewesen, sagte er vor dem Landgericht München.
Er bezeichnete das Unternehmen als System der Unterwürfigkeit. Braun habe als "absolutistischer CEO" gehandelt. Er sei der Kern gewesen, auf den alles ausgerichtet gewesen sei. Bellenhaus sprach von "Hasardeuren, Kriminellen und Verrätern ... Ich schließe mich dem bewusst an. Eine blinde Loyalität gegenüber Braun und Marsalek hat mich ins Gefängnis gebracht." Bellenhaus war Statthalter von Wirecard in Dubai und tritt bei dem Prozess als Kronzeuge auf.
Audi treibt VW-Absatzergebnis nach oben - Sonderdividende drückt Aktienkurs
Der Volkswagen-Konzern hat im November dank guter Geschäfte in Westeuropa deutlich mehr Fahrzeuge abgesetzt. Wie auch im Oktober trug besonders die Premiummarke Audi zum Absatzplus auf Konzernebene von 9,1 Prozent auf 672.300 Fahrzeuge bei. Während der Ingolstädter Premiumhersteller die Verkäufe im vergangenen Monat um 23,2 Prozent auf 134.100 Einheiten steigerte, verzeichnete die Kernmarke VW bei Pkw ein geringeres Plus von knapp 4,1 Prozent auf 359.900 Fahrzeuge.
Die teils erheblichen Rückgänge zum Jahresanfang konnten die jüngsten Zuwächse allerdings nicht wettmachen. Nach elf Monaten lag der Konzernabsatz noch 9,2 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum.
Die VW-Vorzugsaktie notierte kräftig im Minus. Sie verlor 8,9 Prozent, allerdings nur wegen ihrer Sonderdividende von 19,06 Euro je Aktie aus dem Porsche-Börsengang. Unter dem Strich lag die Aktie damit im Plus. Bei der Porsche AG freut man sich über die DAX-Aufnahme, die Aktie legte um 4,1 Prozent zu.
Kooperationsprojekt für neuartige Leistungselektronik abgeschlossen
Das europäische Kooperationsprojekt Power2Power ist erfolgreich abgeschlossen worden. Das meldete der Chipkonzern Infineon. In den vergangenen drei Jahren hätten 43 Partner aus Industrie und Forschung gemeinsam neuartige Leistungshalbleiter mit höherer Leistungsdichte und Energieeffizienz entwickelt, meldete das DAX-Unternehmen.
Leistungshalbleiter werden in allen Phasen der Energieumwandlung benötigt: bei der Erzeugung, Übertragung und Nutzung von elektrischem Strom. Effizientere Halbleiter leisten einen wichtigen Beitrag zur Verringerung der CO2-Emissionen bei einem weltweit steigenden Energiebedarf. Universitäten, Forschungsinstitute, kleine und mittelständische Unternehmen sowie internationale Konzerne haben laut Infineon an dem Projekt teilgenommen.
Früherer Wirecard-Chef Braun will im Januar aussagen
Der frühere Wirecard-Chef Markus Braun will in dem Prozess gegen ihn nun doch aussagen. Brauns Verteidiger Alfred Dierlamm sagte, falls das Landgericht München I dem noch offenen Antrag der Verteidigung auf Aussetzung des Verfahrens nicht folge, werde sich Braun wohl in der zweiten Januarhälfte äußern. Ursprünglich hatte Braun bereits in der vergangenen Woche aussagen sollen. Wegen von der Staatsanwaltschaft nachgereichter neuer Beweismittel verzichtete er dann darauf.
Dierlamm erweiterte vor der Ankündigung der Aussagebereitschaft allerdings den Antrag auf Aussetzung des Verfahrens. Die von der Staatsanwaltschaft noch nach der Erhebung der Anklage geführten Ermittlungen seien "ein Fass ohne Boden", sagte Dierlamm. Er begründete dies damit, dass die Anklage noch nach Eröffnung des Hauptverfahrens im großen Stil Beweismittel nachliefere, was eine Verteidigung unmöglich mache.
Deutsche Wirtschaft wieder optimistischer - IFO-Index steigt
Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich "merklich aufgehellt". Der vom Münchner IFO-Institut ermittelte Geschäftsklimaindex stieg im Dezember auf 88,6 Punkte, nach 86,4 Punkten im November mitteilte. Experten hatten 87,4 Punkte erwartet.
"Die deutsche Wirtschaft schöpft zum Weihnachtsfest Hoffnung", erklärte IFO-Präsident Clemens Fuest. Zuvor war der Lage-Indikator sechsmal in Folge gefallen. Auch die Erwartungen der Firmen verbesserten sich demnach merklich.
EZB-Vize äußert sich zum weiteren Zinskurs
Die EZB wird im Kampf gegen die unerwünscht hohe Inflation laut ihrem Vizepräsidenten Luis de Guindos ihren Kurs der Zinsanhebungen beibehalten. "Es wird mehr Zinserhöhungen geben", sagte der Spanier auf einer Veranstaltung in Madrid. Wann der Erhöhungskurs ende, könne er nicht sagen: "Ich bin absolut ehrlich, ich weiß es nicht."
Die Notenbank sei entschlossen, die Inflation zurückzudrängen auf zwei Prozent. Am Donnerstag hatte sie den Leitzins um 0,50 Prozentpunkte auf nunmehr 2,50 Prozent angehoben. EZB-Präsidentin Christine Lagarde stellte nach dem Zinsbeschluss in ungewöhnlich deutlichen Worten weitere Erhöhungen in Aussicht.
Munitions-Großauftrag für Rheinmetall - "Puma"-Misere drückt Aktienkurs
Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat über seine südafrikanische Tochter von einem NATO-Kunden einen Großauftrag über Artilleriemunition erhalten. Der Auftragswert liege im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich, teilte das Düsseldorfer Unternehmen mit. Der jüngst vereinbarte Rahmenvertrag habe eine Laufzeit von fünf Jahren.
Die Rheinmetall-Aktie lag mit minus drei Prozent am MDAX-Ende. Das Papier leidet wegen der Nachrichten über den Totalausfall des Schützenpanzers "Puma".
Gastgewerbe lässt Corona-Krise hinter sich
Das deutsche Gastgewerbe hat aufgrund von Preiserhöhungen im Oktober das Vorkrisenniveau beim Umsatz übertroffen. Die Erlöse von Hotels und Restaurants lagen nominal um 5,5 Prozent über dem Oktober im Vor-Corona-Jahr 2019, wie das Statistische Bundesamt mitteil. Klammert man allerdings die Inflation aus, fiel der reale Umsatz 9,3 Prozent niedriger aus als im Oktober vor drei Jahren. "Die starken Preissteigerungen bei Lebensmitteln und Energie haben sich somit auch im Oktober auf die Preise im Gastgewerbe ausgewirkt", erklärte die Behörde. Von September auf Oktober blieben die Erlöse weitgehend unverändert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es in der Kasse ein spürbares Plus von nominal 22,5 Prozent, bereinigt um Preissteigerungen einen Anstieg von real 12,3 Prozent.
Steigende Energiekosten sind für 89 Prozent der Unternehmen die größte Herausforderung, gefolgt von hohen Kosten für Lebensmittel (81 Prozent) und Personal (68 Prozent), wie jüngst aus einer Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) hervorging. So sehen 41,9 Prozent mit Sorge dem kommenden Jahr entgegen, weil sie fürchten, in die Verlustzone zu rutschen.
Porsche-Führung kann DAX-Glocke nicht rechtzeitig läuten
Das symbolische Glockenläuten an der Frankfurter Börse rund um die Aufnahme des Sportwagenbauers Porsche in den Dax verzögert sich. Eigentlich sollte um 9 Uhr die Glocke auf dem Börsenparkett geläutet werden, doch das Flugzeug mit den Porsche-Chefs habe aus Wettergründen nicht nach Frankfurt starten können, wie ein Sprecher des Unternehmens sagt. Von der Deutschen Börse hieß es, dass die Veranstaltung voraussichtlich gegen 11.35 Uhr stattfinde. An der Aufnahme im Dax ändere sich hingegen nichts.
Nimmt der DAX Kurs auf die 14.000?
Der DAX startet mit leichten Gewinnen in das Montagsgeschäft. Der deutsche Börsenleitindex notiert 0,4 Prozent fester bei einem Stand von 13.950 Punkten, nachdem er am Freitag 0,7 Prozent eingebüßt hatte. "Es sieht einigermaßen stabil aus. Vielleicht nimmt der DAX wieder Kurs auf die 14.000er-Marke", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Katja Dofel. "Die Verunsicherung, hervorgerufen durch die Kommentare der Notenbanken in der vergangenen Woche, wirken aber noch nach."
Diese Aktie machte nach US-Börsenschluss einen Satz
Ziprecruiter haben am Freitag nach US-Börsenschluss einen Satz um über 5 Prozent nach oben gemacht auf Nasdaq.com. Der Arbeitsvermittler hatte den beschleunigten Rückkauf eigener Aktien im Volumen von 50 Millionen Dollar angekündigt.
Industrie-Auftragsbestand gestiegen
Der Auftragsbestand des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland ist im Oktober nach einem Rückgang im Vormonat wieder gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, erhöhte sich der Auftragsbestand auf Monatssicht um 0,3 Prozent und lag um 5,8 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Die offenen Inlandsaufträge stiegen gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozent und die Auslandsaufträge um 0,3 Prozent. Bei den Herstellern von Vorleistungsgütern verringerte sich der Auftragsbestand um 0,6 Prozent, bei den Herstellern von Investitionsgütern stieg er um 0,4 Prozent. Im Bereich der Konsumgüter lag der Auftragsbestand 0,7 Prozent höher als im Vormonat.
Die Auftragsreichweite sank im Durchschnitt auf 7,6 (September: 7,7) Monate. Bei den Herstellern von Investitionsgütern betrug die Reichweite 11,3 (11,4) Monate, bei Vorleistungsgütern lag sie bei 3,7 (3,8) Monaten und bei Konsumgütern betrug sie unverändert 3,5 Monate.
Uniper-Chef wirbt um Zustimmung für Verstaatlichung
Der Chef des krisengeplagten Energiekonzerns Uniper, Klaus-Dieter Maubach, hat vor der außerordentlichen Hauptversammlung am Montag bei den Aktionären um Zustimmung zur geplanten Verstaatlichung geworben. "Die Beschlüsse, die auf der Tagesordnung dieser Hauptversammlung stehen, sind essenziell für Uniper", sagt Maubach. Ohne die notwendigen Mittel aus den Kapitalerhöhungen sei der Fortbestand Unipers gefährdet. "Um es deutlich zu sagen: Sofern die Zustimmung nicht erteilt wird, müssten wir sehr kritisch die sogenannte Fortbestehensprognose für unsere Gesellschaft überprüfen." Eine eventuelle Insolvenz würde aus Sicht des Vorstands zum vollständigen Verlust für die Aktionäre führen.
Uniper macht seit Monaten hohe Verluste, weil der Konzern teuren Ersatz für ausbleibende Gaslieferungen aus Russland besorgen muss. In den ersten neun Monaten 2023 hatten die Düsseldorfer einen Verlust von 40 Milliarden Euro angehäuft. Die Hauptversammlung soll den Weg zur Verstaatlichung des Konzerns ebnen. Die EU-Kommission muss den Fall allerdings nach dem Beihilferecht prüfen. Auflagen sind wahrscheinlich.
Totalausfall bei Rheinmetall-Schützenpanzer
Druck auf die Aktien von Rheinmetall erwarten Händler angesichts der Nachrichten über den Totalausfall des Schützenpanzers Puma. Bei einer Schießübung in Norddeutschland waren sämtliche 18 beteiligten Fahrzeuge ausgefallen. "Das ist absolut keine Werbung, wenn man sich damit gerade um einen Großauftrag in Australien bewirbt", kommentierte ein Händler. Gerade die Panzerkäufe von Polen in Südkorea hätten aufgezeigt, dass sich auch Landfahrzeuge mittlerweile einer globalen Konkurrenz stellen müssten.
Dazu kommen auch landesinterne Forderungen wie von den Grünen, weitere Puma-Käufe der Bundeswehr zu überdenken. Der Haushaltsausschuss hatte gerade erst vor anderthalb Wochen die Nachrüstung des Puma beschlossen, war aber nicht über Pannen informiert worden. Mit Spannung dürfte die Börse daher heute auf die Ergebnisse eines Krisengesprächs im Verteidigungsministerium blicken.
Zeit für DAX-Weihnachtsrally wird knapp
Der DAX wird Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge höher starten. Aktuell wird er mit Kursen um 13.925 Zähler etwa 0,2 Prozent fester taxiert. Am vergangenen Freitag hatte er 0,7 Prozent tiefer bei 13.893 Punkten geschlossen.
Die Aussicht auf weitere kräftige Zinserhöhungen der führenden Notenbanken hatte den Anlegern vor dem Wochenende die Kauflaune verdorben. Bei den Konjunkturdaten steht der vom IFO-Institut ermittelte Geschäftsklimaindex, der die Stimmung in den deutschen Chef-Etagen widerspiegelt, im Fokus der Anleger. Analysten erwarten für Dezember einen leichten Anstieg auf 87,4 Punkte von 86,3 Zählern. Zuletzt hat sich die Laune der Führungskräfte bereits zwei Monate in Folge aufgehellt, eine dritte Aufwärtsbewegung des Indikators könnte als Trendwende zum Besseren gewertet werden. Erstmals im Dax wird der Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche gehandelt. Die Aktie der Volkswagen-Tochter ersetzt dort die Papiere des fränkischen Sportartikel-Herstellers Puma, der in den Nebenwerteindex MDax absteigt. Im Blickpunkt steht zudem der Energieversorger Uniper, der im Zuge des russischen Gaslieferstopps ins Straucheln geraten ist. Die Uniper-Aktionäre sollen auf einer außerordentlichen Hauptversammlung über die Verstaatlichung des Düsseldorfer Unternehmens entscheiden.
Rezessionssorgen dominieren Asien-Börsen
Die bestimmenden Faktoren zum Start in die neue Woche an den ostasiatischen Börsen sind die gleichen wie zum Ende der Vorwoche. Sorgen vor weiteren aggressiven Zinserhöhungen der Notenbanken und damit einhergehend Bedenken einer drohenden Rezession. Dazu kommen die in dieser Gemengelage erneut negativen Vorgaben der Wall Street. Entsprechend tendieren die Börsen auch in Asien schwächer, mit Verlusten von einem halben Prozent bis 1,3 Prozent.
In Tokio geht es für den Nikkei 1,1 Prozent nach unten auf 27.228 Punkte. Dort steht die Bank of Japan mit ihren zweitägigen Beratungen bis einschließlich Dienstag im Blick. Sie hat bislang an ihrer ultraexpansiven Politik festgehalten, womit auch diesmal mehrheitlich gerechnet wird.
In Hongkong, wo es anfangs noch nach oben gegangen war, mit Signalen vom jährlichen Treffen der zentralen Wirtschaftsarbeitskonferenz, dass der politische Regulierungsdruck auf Technikunternehmen nachlassen könnte, werden Aktien von Kasinobetreibern verkauft. Hintergrund sind neue Investitionspläne von Sands China und Galaxy Entertainment, im Zuge der Erneuerung ihrer Lizenzen.
Die Börse in Australien hat mit einem kleineren Minus von 0,2 Prozent bereits den Handel beendet. Schwächste Aktie im dortigen Leitindex waren Star Entertainment, die um 18 Prozent absackten. Auslöser waren Vorschläge der Regionalregierung, die Kasinosteuern zu erhöhen. Für Newcrest Mining ging es um rund ein halbes Prozent nach unten, nachdem der CEO des Goldschürfers seinen Rücktritt angekündigt hatte und vorübergehend durch den Finanzchef vertreten wird.
Rücktritt als Twitter-Chef? Elon Musk lässt abstimmen
Der Twitter-Neueigentümer und Tesla-Chef Elon Musk hat am Sonntag auf dem Kurznachrichtendienst eine Umfrage aufgesetzt, ob er als CEO der Social-Media-Plattform zurücktreten sollte. Er werde sich dem Abstimmungsergebnis beugen, so Musk zu der Umfrage. Die Abstimmung soll am Montag um 12:20 Uhr (1120 GMT) enden. Der US-Milliardär machte keine Angaben dazu, wann er zurücktreten würde, falls die Umfrageergebnisse dies nahelegen. "Es gibt keinen Nachfolger", antwortete Musk auf Frage eines Twitter-Nutzers zu einem möglichen Wechsel auf dem Chefposten.
Den Tesla-Anlegern bereitet Musks Engagement bei Twitter Sorgen, dass er von der Führung des Elektroautobauers in Zeiten globaler Konjunkturschwäche zunehmend abgelenkt sein könnte. Musk hat seit der Übernahme des sozialen Netzwerks mehrere umstrittene Änderungen bei Twitter vorgenommen. Zuletzt hatte er nach massiver internationaler Kritik die Sperrung von Nutzer-Konten mehrerer US-Journalisten wieder aufgehoben.
"America First!" hilft deutscher Autoindustrie
Drohende Zinsschritte verhageln Asien-Kurse
Die asiatischen Aktienmärkte starten verhalten in die letzte volle Handelswoche des Jahres 2022. Die Aussicht auf weitere Zinserhöhungen im kommenden Jahr trübte die Festtagsstimmung der Anleger. Die US-Notenbank Fed und die Europäische Zentralbank (EZB) hatten in der vergangenen Woche ihren Leitzinsen und weitere Zinsschritte in Aussicht gestellt. Spekulationen, dass die Bank of Japan (BOJ) ihrer ultralockere Haltung aufgeben könnte, verunsicherte die Börsianer. "Wo Rauch ist, ist bekanntlich auch Feuer", sagte Rodrigo Catril von der National Australia Bank (NAB) in Sydney. "Diese Art von Nachrichten spielt auf die Ansicht an, dass die Regierung der BOJ die Tür für einen flexibleren Ansatz öffnen wird und dass etwas von der extremen Unterbewertung des Yen rückgängig gemacht werden kann."
Der Nikkei liegt im Verlauf 1,1 Prozent tiefer bei 27.221 Punkten. Der breiter gefasste Topix gibt 0,7 Prozent auf 1937 Zähler nach. Der Shanghai Composite büßt 1,1 Prozent ein. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen verliert 0,7 Prozent.
Euro klettert über 1,06
Im asiatischen Devisenhandel verliert der Dollar 0,4 Prozent auf 136,15 Yen und legt 0,1 Prozent auf 6,9769 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er 0,1 Prozent niedriger bei 0,9323 Franken. Parallel dazu steigt der Euro 0,3 Prozent auf 1,0609 Dollar und notiert kaum verändert bei 0,9892 Franken. Das Pfund Sterling gewinnt 0,4 Prozent auf 1,2185 Dollar.
Euro / Dollar o
"Vergessen Sie die Weihnachtsrally"
Der stramme Zinserhöhungskurs der US-Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank (EZB) macht die Hoffnung vieler Anleger auf einen Jahresendspurt am Aktienmarkt zunichte. "Vergessen Sie die Weihnachtsrally", sagt John Leiper, Investmentchef von Titan Asset Management. "Die Fed ähnelt in dieser Weihnachtszeit eher dem Grinch."
Die EZB dämpfte ebenso wie die Fed Spekulationen auf ein Ende der Zinserhöhungen in der zweiten Jahreshälfte 2023. "EZB-Präsidentin Christine Lagarde fiel mit einer für ihre Verhältnisse sehr aggressiven Wortwahl in Richtung Inflation und den Kampf dagegen auf", sagt Anlagestratege Jürgen Molnar vom Brokerhaus RoboMarkets. "Einer Trendwende oder gar einer Pause im Zinserhöhungszyklus erteilte sie mehr als deutlich eine Absage."
Die Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen der strafferen Geldpolitik hatte dem DAX in der vergangenen Handelswoche dem größten Verlust seit etwa dreieinhalb Monaten beschert. Allein am Donnerstag war es mehr als 470 Punkte abwärts gegangen. Am Freitag büßte der DAX noch einmal fast 100 Zähler ein, verabschiedete sich mit 13.893 Punkten ins Wochenende. Aktuell wird er nun wieder etwas fester taxiert - in etwa um die 14.000er-Marke.
In der neuen Woche stehen nur wenige Konjunkturdaten auf dem Programm. Den Auftakt macht am Montag der Ifo-Index, der die Stimmung in den deutschen Chef-Etagen widerspiegelt. Analysten erwarten für Dezember einen leichten Anstieg auf 87 Punkte von 86 Zählern.
Unternehmensseitig steht die außerordentliche Hauptversammlung von Uniper im Fokus. Dort sollen die Aktionäre über die geplante Verstaatlichung des verlustreichen größten deutschen Gaskonzerns abstimmen. In der alten Woche wurden vier neue Mitglieder für den Aufsichtsrat nominiert, die die Vertreter des scheidenden finnischen Mutterkonzerns ersetzen. Der Versorger aus Düsseldorf hatte wegen des russischen Gaslieferstopps in den ersten neun Monaten dieses Jahres ein Minus von etwa 40 Milliarden Euro eingefahren. Das war einer der größten Nettoverluste eines börsennotierten Unternehmens weltweit.