Freitag, 09. August 2019Der Börsen-Tag

Mit Max Borowski
17:55 Uhr

Rezessionsangst und Währungsstreit schicken Börsen auf Talfahrt

Nach der jüngsten Erholung hat sich am Aktienmarkt erneut die negative Stimmung durchgesetzt.

Dax
Dax 12.633,60

Druck kam gleich von mehreren Seiten. Der Yuan wurde mit 7,0136 wieder über der wichtigen 7er-Marke gefixt, was erneut die Furcht vor einer drohenden Abwertungsspirale aufkommen ließ. Donald Trump forderte erneut eine massive Zinssenkung der Fed.

Schwache Wirtschaftsdaten aus Frankreich und Großbritannien untermauerten derweil die Rezessionsängste am Markt. Und schließlich verschärft sich die Regierungskrise in Italien weiter - Neuwahlen im Oktober werden immer wahrscheinlicher.

Der Dax verlor 1,3 Prozent auf 11.694 Punkte. Der Dow Jones liegt an der Wall Street am Nachmittag 0,9 Prozent im Minus, der Nasdaq 100 sogar 1,5 Prozent.

Konjunktursensible Titel wurden gemieden: Im Dax ging es für Thyssenkrupp um 6,5 Prozent nach unten, die Aktie war damit Tagesverlierer im Index. Nicht überraschend stand der Autosektor unter Druck: BMW verloren 2,4 Prozent, Daimler 2,9 Prozent, VW 2 Prozent oder Conti 3,3 Prozent.

Bayer gewannen gegen den Trend 2,6 Prozent. In der Spitze lag die Aktie sogar zweistellig im Plus. Seit Tagen wird darüber spekuliert, ob das Unternehmen in den USA im Hintergrund an einem Vergleich mit den Glyphosat-Klägern arbeitet. Auf entsprechende Berichte folgte aber auch heute wieder ein Dementi.

17:13 Uhr

Saudis verknappen Öl künstlich - Preis springt nach oben

Die Ölpreise steigen den zweiten Tag in Folge kräftig, auf Wochensicht liegen sie aber noch im Minus, belastet von Befürchtungen, dass der sich hinziehende Handelsstreit die Nachfrage mindern könnte. Craig Erlam, Analyst bei Oanda, spricht von einer Verschnaufpause für Öl, weil neue schlechte Nachrichten zum Handelskonflikt ausgeblieben seien.

WTI Oil
WTI Oil 53,38

Saudi-Arabien versucht offenbar mit allen Mitteln, den Ölmarkt zu stabilisieren. Wie die Analysten der Commerzbank mitteilten, soll ein saudischer Offizieller jetzt angekündigt haben, dass die Ölexporte des Landes auch im September bei weniger als sieben Millionen Barrel pro Tag liegen werden. Demnach belaufen sich die Zuteilungen der Fördergesellschaft Saudi Aramco an die Kunden zurzeit auf insgesamt rund 700.000 Barrel pro Tag unter der angefragten Menge. Tatsächlich hätte Saudi-Arabien 10,3 Millionen Barrel pro Tag produzieren können, um die Nachfrage zu bedienen.

Dass die Internationale Energieagentur (IEA) ihre Prognose für den diesjährigen weltweiten Ölbedarf gesenkt hat, belastet nicht, zumal sie ihre Schätzung für die chinesische Ölnachfrage erhöht hat. US-Rohöl der Sorte WTI verteuert sich um 4,0 Prozent auf 54,65 Dollar.

16:55 Uhr

Vermittler dementiert Bayer-Angebot an Glyphosat-Opfer

Bayer-Aktien fahren heute Achterbahn. Mehr als elf Prozent notierten sie zeitweise im Plus. Dann gaben sie ihre Gewinne fast vollständig ab und liegen nun wieder rund zwei Prozent im Plus.

Der oberste Vermittler im Glyphosat-Streit hat Informationen über einen angeblich angestrebten Vergleich zwischen Bayer und den Tausenden Klägern in den USA widersprochen. "Bayer hat nicht vorgeschlagen, acht Milliarden US-Dollar zu zahlen, um alle US-Roundup-Krebs-Klagen beizulegen", sagte der US-Anwalt Kenneth Feinberg dem "Handelsblatt".

Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte zuvor berichtet, Bayer strebe in dem Rechtsstreit einen Vergleich in den USA an. Der Konzern schlage eine Zahlung von bis zu acht Milliarden US-Dollar (7,15 Mrd. Euro) vor, um die Klagen der zuletzt 18.400 Kläger beizulegen, hieß es in dem Bericht. Ein Bayer-Sprecher wollte dies auf Anfrage nicht kommentieren.

16:38 Uhr

Angst vor Panik: Minister will britische Banken nach Brexit schließen

Welche Angst sogar seine eigene Regierung vor Boris Johnsons "do or die"-Brexit hat, macht der Vorschlag seines Ministers Michael Gove deutlich:

Gove, der dafür zuständig ist, Großbritannien auf das No-Deal-Szenario vorzubereiten, sprach Berichten zufolge gegenüber Wirtschaftsvertretern davon, den Tag nach dem Brexit, also den ersten November 2019 zu einem Bankfeiertag zu erklären, an dem die Finanzmärkte, Banken und die meisten Geschäfte geschlossen sind.

Einige der Wirtschaftsvertreter hätten widersprochen, heißt es. Auch ein zusätzlicher Feiertag könne das Finanzsystem nicht vor den Verwerfungen des Brexit schützen. Die britische Regierung dementierte, dass es sich um einen offiziellen Plan handle.

16:27 Uhr

Bis zu eine Milliarde Bußgeld für Daimler

Laut einem "Spiegel"-Bericht will die Staatsanwaltschaft Stuttgart wegen der manipulierten Mercedes-Diesel in Kürze ein Bußgeld gegen Daimler verhängen. Den Informanten des Magazins zufolge soll es 800 Millionen bis eine Milliarde Euro betragen.

Bisher wurden wegen der Diesel-Manipulationen 280.000 Daimler-Fahrzeuge in Deutschland zurückgerufen. Das Thema ist aber noch nicht abgeschlossen.

Im zweiten Quartal hatte Daimler seinen Milliardenverlust unter anderem auch mit Rückstellungen für eine etwaige Diesel-Strafzahlung begründet.

16:05 Uhr

Uber-Kurs stürzt nach Milliardenverlust ab

Nach der jüngsten Kursrally nutzen einige US-Anleger die Gelegenheit zu Gewinnmitnahmen. Angesichts des schwelenden Zollstreits mit China wollten sie vor dem Wochenende auf Nummer sicher gehen, sagten Börsianer. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 verloren zur Eröffnung bis zu 0,5 Prozent.

SPDR S&P 500 ETF
SPDR S&P 500 ETF 266,80

Die Titel von Uber stürzten um neun Prozent ab. Der Fahrdienstvermittler versechsfachte seinen Quartalsverlust auf 5,2 Milliarden Dollar. "Trotz niedriger Erwartungen hat Uber in fast jeder Hinsicht enttäuscht", sagte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. "Verluste in dieser Größenordnung deuten nicht auf ein nachhaltiges Geschäftsmodell hin." Im Sog von Uber verloren die Titel des Rivalen Lyft, der mit seinen jüngsten Geschäftszahlen überzeugt hatte, 1,1 Prozent.

14:38 Uhr

Goldboom nimmt historische Ausmaße an

Die Nachfrage nach Gold boomt. Die Angst vor einer Rezession, die Aussicht auf einen nicht endenden Handelskonflikt, eine neue politische Krise in Italien sowie die Erwartung geldpolitischer Lockerungen hat Zuflüsse in die Assetklasse zur Folge.

Wie Merrill Lynch angibt, sind in der vergangenen Woche 2,3 Milliarden Dollar in Gold geflossen - der viertgrößte Wochenzufluss aller Zeiten.

Der Preis für die Feinunze hält sich aktuell über 1.500 Dollar.

Gold in USD
Gold in USD 1.490,06

 

13:57 Uhr

Wall Street vor Gewinnmitnahmen

Nach dem Rausch, der Kater: Nach der fulminanten Erholung vom Donnerstag dürften zum Wochenausklang an den US-Börsen Gewinne mitgenommen werden. Die Futures auf die wichtigen Aktienindizes deuten eine etwas leichtere Eröffnung an der Wall Street an.

Die Vorgaben aus Asien und Europa sind negativ. Die asiatischen Märkte waren von einem Medienbericht belastet worden, demzufolge die US-Regierung eine Entscheidung über Lizenzen für amerikanische Unternehmen zur Wiederaufnahme der Geschäfte mit Huawei zurückhält. Damit rückte der US-chinesische Handelsstreit wieder in den Fokus.

An Konjunkturdaten werden die Erzeugerpreise aus dem Juli veröffentlicht. Volkswirte rechnen mit einem Anstieg auf Monatssicht um 0,2 Prozent insgesamt und um 0,1 Prozent in der Kernrate. Die Daten dürften auch unter dem Aspekt des Handelsstreits USA-China kritisch beäugt werden, nachdem der Konflikt in den am frühen Freitag veröffentlichten chinesischen Erzeugerpreisen schon deutliche Spuren hinterlassen hat. Diese waren deutlicher als erwartet gefallen. Im Handel deutete man die gesunkenen Erzeugerpreise als klare Konsequenz des Handelskonflikts. Denn offensichtlich müssten chinesische Unternehmen immer höhere Rabatte einräumen, um ihre Produkte international loszuschlagen, hieß es.

13:42 Uhr

Trumps China-Zölle kosten uns Europäer eine Milliarde Dollar

Der eskalierende Handelsstreit zwischen USA und China - das ist lange bekannt - auch andere Länder. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft hat diesen Schaden jetzt in einer Analyse beziffert. So fallen allein für die EU zusätzliche Zollkosten über rund eine Milliarde Dollar an.

"Indirekte Effekte des Handelskriegs entstehen vor allem, weil mit Importzöllen belegte Produkte in den USA beziehungsweise China als Vorprodukte weiterverarbeitet werden." Dann würden sie in dritte Länder exportiert, wo die Zölle sich in verteuerten Produkten niederschlügen. Dies treffe vor allem auch Kanada und Mexiko.

"Drittländer können es sich nicht leisten, als scheinbar Unbeteiligte dem Zollkrieg nur vom Seitenrand aus zuzuschauen", stellte IfW-Fachmann Holger Görg fest. "Durch die starke Verflechtung in internationalen Lieferketten sind sie selbst auch betroffen und müssen erhebliche zusätzliche Kosten in Kauf nehmen." Dies belaste Firmen und Verbraucher.

13:30 Uhr

Immobilienkonzern LEG verdient prächtig

Eine der Branchen, in der es weiterhin prächtig läuft, während Deutschland in die Rezession schlittert, sind die Immobilien:

LEG Immobilien hat im zweiten Quartal deutlich mehr verdient. In den drei Monaten per Ende Juni stieg die in der Immobilienbranche übliche Ertragskennziffer Funds from Operations (FFO I) um 9,3 Prozent auf 171 Millionen Euro bzw 2,71 Euro pro Aktie.

Das Ergebnis aus Vermietung und Verpachtung erreichte 116,3 Millionen Euro, ein Plus von 7,8 Prozent. Beim bereinigten EBITDA berichtete das MDax-Unternehmen einen Anstieg von 5,6 Prozent auf 111 Millionen Euro.

Das Pro-forma-Nettoanlagevermögen (NAV) lag Ende März bei 99,57 Euro pro Aktie und damit 6,6 Prozent über dem Wert von Ende Dezember. Das Portfolio bewertete LEG im zweiten Quartal 5,1 Prozent höher, in Summe um 550 Millionen Euro.

13:18 Uhr

Europas Börsen im Rückwärtsgang

Europas Börsen bauen am Mittag die Verluste aus. Druck kommt gleich von mehreren Seiten. Der Yuan wurde mit 7,0136 wieder über der wichtigen 7er-Marke gefixt, wenn auch nicht so deutlich, wie von Analysten befürchtet. Die Furcht vor einer drohenden Abwertungsspirale wird dadurch jedoch nicht geringer. Zudem fiel der Rückgang der chinesischen Erzeugerpreise stärker als erwartet aus, was bereits als Signal für fallende Nachfrage und damit eine Folge des Handelskonflikts gewertet wird. Nahrungsmittel in China verteuerten sich stärker als befürchtet.

In Europa ist derweil Italien wieder zurückgekehrt als Belastungsthema für die Finanzmärkte. An der Börse wird die Wahrscheinlichkeit von Neuwahlen als Risiko eingestuft, bereits am Vortag standen die italienischen Staatsanleihen unter Druck. Dieser Druck dauert an. Der Dax verliert 1 Prozent auf 11.731 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 geht es 1 Prozent auf 3.342 nach unten.

12:38 Uhr

Forscher: Boeings Dreamliner können im Flug gehackt werden

Noch ist unklar, wann die Boeing 737 Max wieder abheben dürfen. Nun kommt die nächste Nachricht, die das Vertrauen in die Sicherheit eines weiteren Modells erschüttert:

Boeings 787 Dreamliner ist nach Darstellung des Sicherheitsexperten Ruben Santamarta vom Boden aus hackbar. Bei einem Vortrag auf der Hackerkonferenz Black Hat erzählte er, dass er bei einer Google Suche auf einem öffentlich zugänglichen Server entscheidende Teile der Dreamliner Software fand. Bei der Analyse des Codes entdeckte er eigenen Angaben zufolge Hunderte Sicherheitslücken.

Tatsächlich bestätigte Boeing die Echtheit des Codes und weitgehend auch die Sicherheitslücken. Die von Santamarta erwähnten potenziellen Hacks seien dennoch unmöglich. Die Flugzeuge seien sicher.

11:47 Uhr

Ökonomen sehen für Deutschland schwarz

Für Deutschland ist das offizielle BIP fürs zweite Quartal noch nicht da. Aber: "Sollte das BIP im zweiten Quartal nicht gesunken sein, wäre das schon ein Erfolg", sagt KfW-Ökonom Klaus Borger. "Deutschland steht im Sommer 2019 an der Grenze zwischen Stagnation und Rezession", sagt er anlässlich der eingebrochenen Exporte. Von Reuters befragte Ökonomen erwarten im Schnitt ein Minus von 0,1 Prozent.

Die Commerzbank hat ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum Deutschlands für das nächste Jahr deutlich gesenkt. Wie die Bank nach ihrer monatlichen Prognose-Sitzung mitteilte, erwartet sie nur noch einen Anstieg des realen BIP um 0,8 (bisher; 1,3) Prozent. Bereinigt um die ungewöhnlich hohe Anzahl von Arbeitstagen sind es nur noch 0,5 Prozent. Grund ist, dass die Bank nicht mehr mit stärkeren Konjunkturimpulsen aus China rechnet. 

Chefvolkswirt Jörg Krämer schreibt in seinem Wochenausblick: "Wir rechnen jetzt nicht mehr damit, dass die chinesische Regierung ihr Konjunkturprogramm nennenswert aufstockt."

11:34 Uhr

Britische Wirtschaft schrumpft

Dabei hat Johnson seine Drohung eines "do or die"-Brexit noch gar nicht wahr gemacht...

Die Wirtschaft Großbritanniens ist im zweiten Quartal entgegen den Erwartungen geschrumpft. Nach Mitteilung der Statistikbehörde ONS sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal um 0,2 Prozent und lag um 1,2 (erstes Quartal: 1,8) Prozent über dem Niveau des Vorjahresquartals.

Im Juni stagnierte das BIP auf Monatssicht und sank im gleitenden Dreimonatsschnitt um 0,2 Prozent. Erwartet worden waren Wachstumsraten von 0,1 und 0,0 Prozent. Die Jahreswachstumsrate betrug im Juni 1,0 Prozent.

11:25 Uhr

17 Goldman-Sachs-Banker vor Anklage in Milliardenskandal

Es war wohl einer der größten Raubzüge der Geschichte: 4,5 Milliarden Dollar wurden mutmaßlich im Zuge der als 1MDB-Skandal bekannt gewordenen Veruntreuung entwendet. Malaysia hat in der Korruptionsaffäre jetzt weitere Strafanzeigen gegen Mitarbeiter von Goldman Sachs gestellt. Den 17 amtierenden und ehemaligen Mitarbeitern der US-Investmentbank drohen wegen ihrer Verwicklung in den Fall um ungeklärte Mittelabflüsse aus dem malaysischen Staatsfonds hohe Bußgelder bis hin zu Freiheitsstrafen, wie Generalstaatsanwalt Tommy Thomas am Freitag mitteilte.

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Veruntreute Gelder aus dem malaysischen Fonds flossen unter anderem in Leonardo Di Caprios oscarprämierten Film "Wolf of Wall Street".

(Foto: REUTERS)

Goldman Sachs hat ein Fehlverhalten in dem Fall erneut abgestritten. "Wir glauben, dass die heute angekündigten Anklagen (...) in die falsche Richtung führen und wir werden uns energisch verteidigen", sagte ein Bank-Sprecher in Hongkong der Nachrichtenagentur Reuters.

Aus dem 2009 aufgelegten Fonds 1MDB, mit dem eigentlich die malaysische Wirtschaft angekurbelt werden sollte, sollen nach Erkenntnissen des US-Justizministeriums hochrangige Fonds-Mitarbeiter und ihre Partner mehr als 4,5 Milliarden Dollar veruntreut haben. Mit den Geldern sollen Regierungsbeamte bestochen, schwarze Kassen des damaligen Ministerpräsidenten Najib Razak finanziert und Schmuck, Gemälde und Immobilien für Hunderte Millionen Dollar gekauft worden sein. Razaks Nachfolger Mahathir Mohamad verhandelt mit mindestens sechs Ländern, um das Geld zurückzubekommen.

11:37 Uhr

Bund lässt CoBa-Ausstieg prüfen

Gut zehn Jahre nach der Rettung der Commerzbank denkt die Bundesregierung über einen Ausstieg nach

Ein Berater soll nicht nur die Strategie der Commerzbank analysieren, sondern auch Empfehlungen abgeben, wie der Bund künftig mit seiner gut 15-prozentigen Beteiligung an dem Frankfurter Geldhaus umgehen soll. Das geht aus der Ausschreibung hervor, die auf dem "Deutschen Vergabeportal" veröffentlicht wurde.

Die Commerzbank, deren Aktienkurs angesichts mauer Geschäftsaussichten in den vergangenen Monaten auf Talfahrt gegangen ist, will im Herbst eine neue Strategie präsentieren. Die Deutsche Finanzagentur, seit Integration der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (FMSA) Anfang 2018 auch für die Beteiligungen des Bundes im Finanzsektor zuständig, sucht einen externen Berater, der diese Strategie bewerten soll.

Der Staat war in der Finanzkrise vor zehn Jahren bei der zweitgrößten deutschen Privatbank eingestiegen. Um sich ohne Verlust von seinem Anteil von 15,6 Prozent zu trennen, müsste der Bund etwa 26 Euro je Aktie erhalten. Davon ist das Commerzbank-Papier meilenweit entfernt: Nun verlieren die Titel erneut 3,4 Prozent auf 5,21 Euro. Das Allzeit-Tief ist in Reichweite.

11:11 Uhr

Carl Zeiss Meditec springen auf Rekordhöhe

Die Papiere von Carl Zeiss Meditec erklommen mit 104,30 Euro den höchsten Stand ihrer Börsengeschichte und notierten zuletzt 5,0 Prozent höher bei 99,90 Euro.

Der Medizintechnik-Anbieter traut sich beim Umsatz noch etwas mehr zu als noch vor wenigen Wochen. Ein Händler lobte das im Branchenvergleich weniger konjunkturabhängige Geschäftsmodell und die weiterhin guten Wachstumsaussichten von Carl Zeiss.

11:04 Uhr

Der Bau brummt und brummt und brummt

Bauen, Bauen, Bauen ist ja das offizielle Motto Deutschlands derzeit und die einzige politische Forderung bei der sich von Linkspartei bis AfD alle einig sind.

Ob das wirklich die Lösung der Wohnungskrise in den Metropolen ist, darf bezweifelt werden. Der Baukonjunktur in Deutschland hilft's jedenfalls: Im Mai dieses Jahres erzielten die größeren Betriebe des Bauhauptgewerbes 9,8 Prozent mehr Umsatz als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt berichtete. Für die ersten fünf Monate des Jahres beträgt das Umsatzplus sogar 11,5 Prozent. Profitieren konnten sowohl der Hoch- als auch der Tiefbau und die Spezialgewerke. Es waren am Bau auch mehr Menschen tätig. Die Beschäftigtenzahl im Mai lag 2,2 Prozent über dem Wert aus dem Jahr 2018.

10:23 Uhr

Bayer bietet Glyphosat-Klägern Milliarden

Die Bayer-Aktie hebt ab. Zeitweise um mehr als elf Prozent springt der Kurs in die Höhe.

Die Bayer AG sucht laut einem Agenturbericht bei den Klagen in den USA wegen der angeblichen Gesundheitsgefahren des Unkrautvernichters Roundup den Befreiungsschlag.

Der Pharma- und Agrochemiekonzern schlage die Zahlung von 8 Milliarden US-Dollar vor, um die 18.000 Klagen beizulegen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mehrere Informanten.

Es würde zwar noch Monate dauern, eine solche Einigung unter Dach und Fach zu bringen. Alleine die Aussicht darauf sorgt bei Investoren jedoch für Erleichterung, lasten die Klagen und ihre potenziell teuren Folgen doch schwer auf dem Konzern und dem Aktienkurs. Seit der Übernahme des Roundup-Herstellers Monsanto vor 14 Monaten haben Bayer-Aktien ein Drittel an Wert verloren.

Ein Bayer-Sprecher wollte zu "Gerüchten und Spekulationen" keine Stellung nehmen.

10:18 Uhr

Italiens Krise macht Bank-Anlegern Angst

Matteo Salvini will die Gunst der Stunde nutzen und schnell neue Wahlen in Italien.

Damit richtet sich der Blick auf die Politik der rechtspopulistischen Lega, besonders auf die Ausgaben. In der Folge kommen die Kurse der Anleihen massiv unter Druck, auf der anderen Seite steigt die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen deutlich auf 1,71 Prozent, vor 2 Tagen lag sie im Tief noch bei 1,40 Prozent. Banken halten große Bestände an italienischen Anleihen, daher geraten sie gleich in Sippenhaft. So verlieren UBI Banca 3,8 und Unicredit um 3,3 Prozent. Für die Intesa Sanpaolo geht es um 2,8 Prozent nach unten.

10:12 Uhr

Autozulieferer Hella trotzt der Krise

Es gibt sie noch: gute Nachrichten aus der Autobranche - wenn auch sehr vereinzelt und mit Einschränkungen.

Der Zulieferer Hella hat im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich mehr verdient als im Vorjahr. Bei dem Licht- und Elektronikspezialisten stieg trotz einer im zweiten Halbjahr nachlassenden Wachstumsdynamik unter dem Strich der auf die Aktionäre entfallende Gewinn um 62 Prozent auf 630 Millionen Euro, wie der im MDax notierte Konzern am Freitag bei der Vorlage seiner endgültigen Zahlen mitteilte. Hella profitierte dabei vom Verkauf des Großhandelsgeschäfts.

Der anhaltenden Schwäche in der Auto-Branche kann sich der Zulieferer dennoch nicht länger entziehen. Konzernchef Rolf Breidenbach räumte ein, dass sich die Rahmenbedingungen für Hella im zurückliegenden Geschäftsjahr spürbar verschlechtert hätten. Er gehe aber davon aus, dass Hella auch künftig stärker als der Markt wachsen werde. Breidenbach verweist dabei unter anderem auf die strategische Ausrichtung des Konzerns auf Zukunftsfelder wie autonomes Fahren und Elektromobilität.

09:29 Uhr

Handelskrieg: Trump übt Vergeltung, China feuert neue Breitseite

An der Front im Handelskrieg gibt es keinerlei Anzeichen für eine Entspannung:

Renminbi Yuan / US-Dollar
Renminbi Yuan / US-Dollar ,14

Die US-Regierung hält Berichten zufolge eine Entscheidung über Lizenzen für amerikanische Unternehmen zur Wiederaufnahme der Geschäfte mit Huawei zurück. Es handelt sich offenbar um eine Revanche dafür, dass China seine Agrarimporte aus den USA weitgehend gestoppt hat, was wiederum eine Revanche für die jüngsten Strafzölle der USA ist, die wiederum... So eskalieren Handelskonflikte

Und dann ist da noch das Schlachtfeld Wechselkurs: Die chinesische Notenbank stellte den Wechselkurs des Dollar zum Renminbi erneut über der Schlüsselmarke von 7 Yuan fest. Der Greenback darf damit im Tageshandel um die Marke von 7,0136 Yuan pendeln. Dieser Wert liegt über den Markterwartungen. Kritiker wie US-Präsident Donald Trump werfen China angesichts der Abwertung der eigenen Währung Wechselkursmanipulationen vor.

09:28 Uhr

Dax schwächelt

Düstere Konjunkturaussichten und noch dazu eine neue Regierungskrise in Italien drücken zum Wochenausklang auf die Stimmung der Anleger in Deutschland.

EuroStoxx50
EuroStoxx50 3.579,41

Der Dax öffnet 0,5 Prozent im Minus bei 11.786 Punkten.

Der MDax legt um 0,03 Prozent auf 25 601,03 Punkte zu. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone büßte rund 0,5 Prozent ein.

Auch der Brexit und der Handelskonflikt zwischen den USA und China belasteten das Marktgeschehen. "Die Anleger gehen erstmal in den Abwartemodus über", sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partners.

09:05 Uhr

Ölmarkt fehlt es an Impulsen

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 59,30

Die Ölpreise haben sich wenig verändert. Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 57,35 US-Dollar. Das waren 5 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) lag unverändert bei 52,54 Dollar.
Dem Ölmarkt fehlte es zunächst an Impulsen. Am Donnerstag hatten die Ölpreise noch von einer besseren Stimmung an den Finanzmärkten profitiert. Zudem hatten Meldungen, laut denen Saudi-Arabien seine Produktion senken will, die Preise gestützt.

08:57 Uhr

Deutsche Exporte brechen drastisch ein

Eine weitere Hiobsbotschaft für die deutsche Wirtschaft, die offenbar schon in einer beginnenden Rezession steckt: Die deutschen Exporte sind im Juni noch massiver zurückgegangen als ohnehin befürchtet:

Exportiert wurden Waren im Umfang von 106,1 Milliarden Euro, das war im Vorjahresvergleich ein Rückgang von acht Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Vergleich zum Mai sanken die Exporte um 0,1 Prozent.

Auch die Einfuhren nahmen deutlich ab. So wurden im Juni Waren im Wert von 89,3 Milliarden Euro importiert, das war ein Minus von 4,4 Prozent verglichen mit Juni 2018. Im Vergleich zum Mai nahmen die Importe um 0,5 Prozent zu. Die Außenhandelsbilanz schloss den Statistikern zufolge im Juni mit einem Überschuss von 16,8 Milliarden Euro ab, kalender- und saisonbereinigt waren es 18,1 Milliarden Euro.

Besonders stark gingen im Juni die Exporte in Länder außerhalb der EU zurück - sie sanken um 10,7 Prozent auf einen Umfang von 42,6 Milliarden Euro. Von dort importiert wurden Waren im Wert von 36 Milliarden Euro, das war ein Minus von 8,9 Prozent. Die Exporte in EU-Länder nahmen um 6,2 Prozent ab, die Importe sanken im Jahresvergleich um 1,1 Prozent.

08:44 Uhr

Tesla-Besitzer klagt wegen angeblich manipulierter Akkus

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Will Tesla kostspielige Rückrufe wegen defekter Akkus älterer Modelle verhindern?

(Foto: REUTERS)

Tesla
Tesla 232,10

Tesla-Chef Elon Musk droht juristischer und finanziell bedeutender Ungemach: Der Besitzer eines der Elektrofahrzeuge hat Klage gegen den US-Konzern wegen Manipulierung der Akkumulatoren bestimmter Modelle eingereicht. Der Kläger wirft dem Unternehmen vor, bei Software-Updates die Reichweite älterer Fahrzeuge des Typs Model S und Model X zu verringern. Damit will der Konzern aus Sicht des Klägers kostspielige Rückrufe wegen defekter Akkus vermeiden. Von dem Fall sind potenziell Tausende Tesla-Kfz betroffen.

08:24 Uhr

Regierungskrise in Italien setzt Euro unter Druck

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,12

Der Euro legt etwas zu. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am Morgen mit 1,1196 US-Dollar gehandelt. Nach dem Scheitern der Regierung in Italien war der Euro am Donnerstagabend auf 1,1177 Dollar gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,1193 (Mittwoch: 1,1202) Dollar festgesetzt.

Nach nur 14 Monaten an der Macht ist in Italien das populistische Regierungsbündnis aus rechter Lega und Fünf-Sterne-Bewegung gescheitert. Innenminister und Lega-Chef Matteo Salvini sieht keine Zukunft mehr für die Allianz und forderte am Donnerstag eine Neuwahl. Regierungschef Giuseppe Conte warf dem Anführer der rechten Lega vor, dass dieser aus der Zustimmung, die seine Partei gerade genießt, Kapital schlagen wolle. Italien ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone und leidet unter einer schwächelnden Wirtschaft und einem hohen Schuldenstand.

08:01 Uhr

Zollstreit, Brexit, Italien: Dax dürfte niedriger starten

Dax
Dax 12.633,60

Zum Abschluss der Börsenwoche wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge niedriger starten. Am Donnerstag hatte er unter anderem dank ermutigender chinesischer Konjunkturdaten 1,7 Prozent im Plus bei 11.845 Punkten geschlossen.

Neben dem ungelösten Zollstreit zwischen den USA und China rückt das zweite Dauerbrenner-Thema - der Brexit - wieder in den Vordergrund. Anleger werden genau analysieren, wie sich der drohende ungeregelte EU-Ausstieg ihres Landes auf die Industrieproduktion auswirkt. Auch die Regierungskrise in Italien dürfte für Gesprächsstoff sorgen. Außerdem öffnen wieder zahlreiche Firmen ihre Bücher.

07:40 Uhr

Britische Problemtochter drückt Innogy-Gewinn

Innogy
Innogy 44,55

Einbußen im hart umkämpften britischen Vertriebsgeschäft haben im ersten Halbjahr einmal mehr dem Energiekonzern Innogy zugesetzt. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sei um 16 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro gesunken, teilte der Versorger mit. Der Ergebnisrückgang sei auch auf den Verkauf des tschechischen Gasnetzgeschäfts zurückzuführen.

Innogy bestätigte die Prognose, wonach der operative Gewinn im Gesamtjahr bei 2,3 Milliarden Euro liegen soll - 330 Millionen Euro weniger als 2018. Der Versorger steht vor der Zerschlagung. Der Konkurrent E.on erwartet im September die Freigabe der Übernahme des Netz- und Vertriebsgeschäfts der RWE-Tochter.

07:15 Uhr

Chinas Inflation so hoch wie seit 17 Monaten nicht

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Schweinefleisch verteuerte sich in China um 39,1 Prozent.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Verbraucherpreise in China sind im Juli um 2,8 Prozent gestiegen. Die Teuerung zeigte damit den höchsten Wert seit 17 Monaten, da vor allem die Lebensmittelpreise die Inflation antrieben, wie Daten der nationalen Statistikbehörde zeigten. Im Juni hatte die Teuerung 2,7 Prozent erreicht. Volkswirte hatten auch für Juli diesen Wert erwartet.
Lebensmittel verteuerten sich im Juli um 9,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Schon im Juni hatten sie um 8,3 Prozent zugelegt. Gemüse machte einen Preissprung um 39,1 Prozent, Schweinefleisch um 27 Prozent. Andere Produkte als Lebensmittel wurden um 1,3 Prozent teurer.

Die chinesischen Erzeugerpreise sanken dagegen im Juli zum ersten mal seit drei Jahren und schürten damit Deflations-Sorgen. Der Erzeugerpreis-Index PPI sank im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,3 Prozent, teilte das Nationale Statistik-Büro mit. Analysten hatten in einer Reuters-Umfrage eine Abnahme von 0,1 Prozent erwartet. Diese Entwicklung erhöht nach Ansicht von Beobachtern den Druck auf die Regierung in Peking, mit Anreizen die Konjunktur anzufachen. Durch die im In- und Ausland zurückgehende Nachfrage sind die chinesischen Hersteller zu Preiskürzungen gezwungen, was zu Gewinneinbußen führt. Damit fehlt Geld für Investitionen, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln.

06:47 Uhr

Asiens Anleger verharren in Lauerstellung

Der japanische Aktienindex Nikkei legt nach guten Vorgaben der New Yorker Wallstreet zu. Allerdings wird die Kauflaune durch einen Bericht über neue Volten im US-chinesischen Handelsstreit gebremst, wonach die USA die Erteilung von Lizenzen für den Netzwerkbauer Huawei verzögern nachdem China Agrarimporte aus den USA gestoppt hat.

Nikkei
Nikkei 22.492,68

Der Nikkei legte um 0,7 Prozent auf 20.745 Punkte zu. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans kam auf ein Plus von 1,1 Prozent mit 491 Zählern. Dagegen gab die chinesische Börse in Shanghai um 0,4 Prozent nach und sank auf 2784 Punkte.

In Japan zählte das Gas- und Ölunternehmen Inpex Corp mit einem Plus von 2,7 Prozent zu den Gewinnern, nachdem der Gewinn des Unternehmens im zweiten Quartal um 41 Prozent gestiegen war. Deutlich zulegen konnte die Kosmetik-Firma Shiseido mit 8,8 Prozent nach Berichten über wachsende Verkaufserfolge vor allem auf dem chinesischen Markt. Zu den Verlierern gehörte die Shinsei Bank mit einem Kursminus von über zehn Prozent nachdem der Investor JC Flowers & Co angekündigt hatte, Anteilsscheine der Bank im Wert von 700 Millionen Dollar zu verkaufen.