Freitag, 12. Juli 2019Der Börsen-Tag

Mit Max Borowski
18:00 Uhr

Deutsche Aktien verpassen Rekordjagd

Die Wall Street klettert von einem Rekord zum nächsten. Und der deutsche Aktienmarkt? Statt sich Zinssenkungsfantasien hinzugeben, sind die Anleger damit beschäftigt, eine Bilanzenttäuschung und Gewinnwarnung nach der nächsten zu verarbeiten. Am Ende geht der Dax mit einem kleinen Minus von 0,1 Prozent bei 12.323 Punkten aus dem Handel. "Die Angst der Anleger vor weiteren Hiobsbotschaften nimmt von Tag zu Tag zu", sagte Analyst Milan Cutkovic vom Handelshaus AxiTrader.

Nachdem eine weitere Gewinnwarnung Daimler im frühen Geschäft noch um mehr als 4 Prozent gedrückt hatte, konnten sich die Aktien vom Tagestief lösen und schlossen nur noch 0,7 Prozent im Minus. Bei den zuletzt gedrückten konjunkturabhängigen Aktien der Chemie- und Autobranche kam es ebenfalls zu Rückkäufen. Die zuletzt favorisierten antizyklischen oder konjunkturunabhängigeren Aktien litten dagegen unter Gewinnmitnahmen.

BMW notierten 1 Prozent und VW 1,1 Prozent fester. Bei den Zulieferern legten Conti 2,2 Prozent zu. Noch besser im Dax lagen nur die zuletzt ebenfalls sehr schwachen Covestro mit einem Plus von 2,6 Prozent. BASF erholten sich um 1,2 Prozent.

Deutsche Bank holten ebenfalls einen Teil der jüngsten Verluste auf und stiegen um 2,5 Prozent auf 6,76 Euro. Auf der anderen Seite gaben Wirecard, Fresenius, Vonovia, Eon und Adidas deutlicher nach. Negative Analystenkommentare lasten auf Siemens Healthcare.

Siemens Healthineers verloren weitere 1,4 Prozent auf 35,41 Euro nach einer Flut negativer Analystenkommentare. Laut Citi-Analysten geht die Sorge um, die Diagnostiksparte könnte im dritten Geschäftsquartal schlechter als im zweiten abgeschnitten haben - auch wenn die Citi-Analysten selbst keine fundamentalen Probleme ausmachten.

17:33 Uhr

Euro gibt Gewinne ab

Der Euro hat zwischenzeitliche Gewinne wieder abgegeben.

Am Nachmittag kostet die Gemeinschaftswährung 1,1248 US-Dollar. Sie liegt damit etwas tiefer als am Morgen, nachdem sie zwischenzeitlich bis auf 1,1275 Dollar gestiegen war. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1253 (Donnerstag: 1,1285) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8887 (0,8961) Euro.

Besser als erwartet ausgefallene Daten aus der deutschen Industrie stützten den Euro nur kurzzeitig. Die Industrieunternehmen der Eurozone hatten im Mai 0,9 Prozent mehr produziert als im Vormonat. Analysten hatten lediglich einen Zuwachs um 0,2 Prozent erwartet.

Euro / Dollar
Euro / Dollar ,00

Das britische Pfund knüpft an die Vortagesgewinne an. Insgesamt wird die britische Währung aber von der Unsicherheit wegen des Brexits belastet, vor allem, da die Wahrscheinlichkeit für einen Austritt ohne Abkommen mit einem Politiker wie Boris Johnson als möglicher neuer Premierminister zunimmt.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,89788 (0,89790) britische Pfund, 121,83 (121,94) japanische Yen und 1,1087 (1,1114) Schweizer Franken fest. Die Feinunze (31,1 Gramm) Gold wurde in London am Nachmittag mit 1406 Dollar gehandelt. Das waren etwa drei Dollar weniger als am Vortag

17:29 Uhr

Gold leicht erholt

Aussichten auf Zinsen bei anderen Werten schaden dem Gold. Deswegen war der Kurs gestern gesunken. Doch heute geht es wieder ein wenig nach oben:

Der Preis für eine Feinunze steigt um 0,3 Prozent auf 1.409 Dollar.

17:04 Uhr

Pharmakonzern testet Aids-Impfung

Der Pharmariese Johnson & Johnson bereitet in den USA einen großangelegten Test einer HIV-Impfung vor. 3800 Männer, die einer der HIV-Risikogruppen angehören, sollen an der Studie teilnehmen, die noch in diesem Jahr beginnen soll, berichtet "Bloomberg" unter Berufung auf das amerikanische Nationale Institut für Allergien und Infektionskrankheiten.

Seit mehr als drei Jahrzehnten versuchen Forscher, eine Impfung gegen den Aids-Erreger HIV zu entwickeln - bislang ohne Erfolge. Derzeit befinden sich laut "Bloomberg" noch mindestens zwei andere Impfstoffe in der Testphase.

16:42 Uhr

Mob brennt Haus von Bitcoin-Betrüger nieder

Bitcoin mag eine Cyberwährung sein. Die Folgen der mutmaßlichen Betrugsmasche des Südafrikaners Sphelele Mbatha sind aber sehr real. Für die Opfer, die viel Geld verloren, als auch für den Täter.

Mbatha hatte südafrikanischen Anlegern seines "Bitcoin Wallet" die absurde, aber angesichts mancher Bitcoin-Schlagzeilen möglich erscheinende Rendite von 100 Prozent in nur gut zwei Wochen versprochen. Zeitweise nahm er umgerechnet fast 150.000 US-Dollar pro Tag ein. So konnte er das Pyramidenschema wohl eine Weile aufrechterhalten. Dann musste er aber eingestehen, dass kein Geld mehr da war. Ausreden wie, die Firma gehöre ihm doch nicht oder Hacker hätten das Geld gestohlen, ließen die wütenden Gläubiger nicht gelten. Die Polizei bot Mbatha zwar Schutz an, verlange aber, dass er einen funktionierenden Businessplan für sein Geschäft vorlege.

Nachdem sie zunächst den Firmensitz belagert hatten, zogen einige Gläubiger schließlich zu Mbathas Privathaus. Als sie ihn nicht auffanden, setzen sie es in Flammen, wie "Times Live" berichtet. 

16:42 Uhr

Skandalkonzern Steinhoff verliert weiter Millionen

Es ist zuletzt etwa ruhiger geworden um den deutsch-südafrikanischen Skandalkonzern Steinhoff: Überwunden hat der Möbelhändler die Folgen seines milliardenschweren Bilanzskandals noch lange nicht.

Steinhoff
Steinhoff ,08

Im ersten Halbjahr fuhr das Unternehmen operativ ein Minus von 356 Millionen Euro ein, wie Steinhoff mitteilte. Im Juni hatte Steinhoff gewarnt, dass nicht zuletzt der Rufschaden durch den Skandal das Geschäft weiter belaste. Vor einer Woche hatte Finanzchef Philip Dieperink seinen Rücktritt angekündigt.

15:53 Uhr

US-Börsen stellen neue Rekorde auf

Gleich nach Handelsbeginn haben Dow-Jones-Index und S&P-500 neue Allzeithochs erreicht, die allerdings nur geringfügig über den vorigen lagen.

Dow Jones
Dow Jones 27.164,00

Der Dow steigt aktuell um 0,4 Prozent auf 27.188 Punkte. Der S&P-500 legt um 0,2 Prozent zu und der Nasdaq-Composite um ebenfalls 0,2 Prozent.

15:47 Uhr

Beate Uhse ist schon wieder pleite

Auch die radikale Verschlankung im Zuge der letzten Insolvenz konnte den einstigen Branchenführer nicht retten. Die Restunternehmen von Beate Uhse haben erneut Insolvenz angemeldet. Die Muttergesellschaft be you GmbH sowie die drei Tochterunternehmen Beate Uhse Einzelhandels GmbH, Versa Distanzhandel und Beate Uhse Fun Center hätten den Insolvenzantrag am vergangenen Mittwoch beim Amtsgericht Flensburg gestellt, sagte ein Sprecher des Gerichts.

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Hat höchstens noch Sammler-Wert: die Beate-Uhse-Aktie.

(Foto: imago/Döhrn)

Beate Uhse hatte über viele Jahre Umsatz und Gewinn eingebüßt und war im vergangenen Jahr aus der Insolvenz heraus an einen Fonds des niederländischen Investors Robus Capital Management verkauft worden.  Der Personalbestand wurde im Laufe des vorigen Insolvenzverfahrens von 500 auf 150 abgebaut, die "Wirtschaftswoche" nennt nun 70 betroffene Arbeitnehmer. Aktuelle Bilanzen oder Angaben zu Umsätzen des Unternehmens liegen nicht vor.

Der Wert des Unternehmens liegt heute im wesentlichen im Markennamen, der immer noch über eine hohe Bekanntheit in der Bevölkerung verfügt.

15:15 Uhr

Wall Street dürfte auf Rekordkurs bleiben

Der Dax kommt nicht vom Fleck, aber an den US-Börsen zeichnet sich eine Fortsetzung der Rekordjagd ab.

Gestützt werden die Märkte von der Aussicht auf eine fortgesetzt lockere Geldpolitik der großen Notenbanken, allen voran der Fed.

Gestern war der Dow Jones erstmals über 27.000 Punkte gestiegen, befeuert von einem Kurssprung der schwergewichteten Unitedhealth-Aktie. S&P-500 und Nasdaq-Composite hatten sich ihren jüngsten Rekordständen angenähert, diese aber nicht wieder erreicht. Bremsend wirkten die Verbraucherpreise, die im Juni etwas stärker als erwartet gestiegen waren. 

Die gerade veröffentlichten Erzeugerpreise wiesen ebenfalls einen kleinen Anstieg um 0,1 Prozent auf, während Volkswirte mit stagnierenden Preisen gerechnet hatten. In der Kernrate wurde ein Anstieg um 0,3 statt der prognostizierten 0,2 Prozent verzeichnet. An der grundsätzlichen Erwartung, dass die Fed die Zinsen senken werde, dürften die Daten nach Überzeugung von Beobachtern aber nichts ändern.

14:51 Uhr

Musk beschwert sich persönlich bei Bürgermeistern von Berlin und Hamburg

Elon Musk ist ein Mikro-Manager. Delegieren gehört ganz offenbar nicht zu seinen Stärken - Geduld schon gar nicht.

Das geht so weit, dass der Tesla-Chef persönlich beim Ersten bzw. Regierenden Bürgermeister von Hamburg und Berlin angerufen und sich über Wartezeiten seiner Kunden bei den Kfz-Zulassungsstellen beschwert hat.

Teilweise müssen etwa in Hamburg Neuwagenbesitzer mehr als eine Woche warten, bis sie ihr Auto anmelden und losfahren können. Für den von seinen eigenen ehrgeizigen Zielen und finanziellem Druck getriebenen Musk stellt das ein unakzeptables Vertriebshindernis dar.

14:34 Uhr

Homöopathie-Aktie verliert Großteil ihres Wertes

Von Homöophathie-Anhängern ist ja oft zu hören, dass es die "böse" Pharmaindustrie mit ihren Finanzinteressen ist, die zu verhindern versucht, dass sich homöopathische Produkte durchsetzen. Aber natürlich haben auch deren Hersteller und dahinter stehende Anleger wirtschaftliche Interessen.

Die Diskussion, die zunächst in Frankreich und nun auch in Deutschland geführt wird über die Erstattung von Globuli & Co. durch gesetzliche Krankenkassen, trübt die Geschäftsaussichten des weltgrößten Homöopathie-Herstellers Boiron gewaltig. In den vergangenen Monaten sank der Aktienkurs um rund 30 Prozent. Vom einstigen Höchststand des Papiers bei rund 100 Euro ist nicht einmal mehr die Hälfte übrig.

Gegenüber "Bloomberg" beklagte Boiron-Chefin Valérie Poinsot, die Hälfte des Umsatzes und 1000 Jobs stünden allein wegen der Entscheidung Frankreichs, Zuzahlungen für Homöopathie zu stoppen, auf dem Spiel.

13:58 Uhr

Russische Raketen lassen türkische Lira fallen

Die türkische Lira gerät einmal mehr unter Druck.

Türkische Lira / US-Dollar
Türkische Lira / US-Dollar ,18

Im Devisenhandel wird dabei auf den Streit zwischen den USA und der Türkei wegen des Kaufs russischer Flugabwehrraketen verwiesen. Die ersten Lieferungen des umstrittenen Raketenabwehrsystems S-400 sind auf dem Weg in die Türkei. Damit droht der Konflikt zu eskalieren, an dessen Ende US-Sanktionen gegen die Türkei stehen könnten.

Da die Türkei derzeit Gasbohrungen vor der Küste des EU-Mitglieds Zypern durchführt, drohen auch Sanktionen durch die EU.

"Der Türkei stehen sehr schwere Zeiten bevor", warnt Analyst Nihat Ali Ozcan von Tepav in Ankara. Der US-Dollar steigt auf 5,7239 Lira nach Wechselkursen um 5,659 im Tagestief. In der Spitze klettert der Greenback bis auf 5,7288 Lira.

13:33 Uhr

Öl im Überfluss im Angebot

Die Nachfrage ist einfach zu schwach: Die Begrenzung der Fördermenge an Rohöl durch die Opec und andere Förderländer hat die Lage auf dem Ölmarkt nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) nicht verbessert. Trotz der Maßnahme sei es wieder zu einem Überangebot auf dem Ölmarkt gekommen, hieß es in einer am Freitag in Paris veröffentlichten Mitteilung. Wegen der abflauenden Weltwirtschaft sei das globale Angebot in der ersten Jahreshälfte etwa 900.000 Barrel pro Tag höher gewesen als die Nachfrage.

Sollte sich das Angebot im kommenden Jahr weiter erhöhen, könnte für die Opec eine weitere Reduzierung der Fördermenge notwendig werden, hieß es weiter in der Mitteilung des Interessenverbands führender Industriestaaten. Der aktuelle Überschuss auf dem Weltmarkt trifft auf ohnehin schon vergleichsweise hohe Lagerbestände an Rohöl, die sich in der zweiten Jahreshälfte 2018 aufgebaut hatten. "Eine Angebotsknappheit ist derzeit eindeutig kein Thema", schreiben die IEA-Experten.

Aktuell hält allerdings trotz der von der IEA diagnostizierten Ölschwemme die Aufwärtsbewegung der Ölwerte an. Preisstützend wirken die Wirbelsturmsaison im Golf von Mexiko sowie die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Der Tropensturm Barry habe etwa die Hälfte der Ölförderung an der US-Golfküste zum Stillstand gebracht, stellt Vanguard Markets fest. Der Sektor der europäischen Ölwerte legt um 0,3 Prozent zu.

Der Preis für ein Barrel WTI steigt um 15 Cent auf 60,43.

12:30 Uhr

Weltgrößte Diamantenmine vor dem Aus - Preissprung erwartet

Rio Tinto
Rio Tinto 54,04

Der Minengigant Rio Tinto hat das Aus für die weltgrößte Diamantenmine der Welt verkündet. Der Diamantenvorrat von Argyle in Westaustralien sei weitgehend erschöpft, heißt es.

Die Schließung könnte den Diamantenmarkt insgesamt verändern. Vor allem aber könnte sie die Preise für farbige, insbesondere rosafarbene Diamanten anheizen. Denn Argyle produzierte fast 90 Prozent dieser besonders seltenen Steine.

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12:13 Uhr

Angst vor Hiobsbotschaften lähmt die Börse

So sieht's an Europas Börsen am Mittag aus:

Dax kommt bei 12.337 Punkten kaum von der Stelle, der EuroStoxx50 liegt 0,1 Prozent höher bei 3501 Punkten. Die Rekordjagd der Wall Street schiebt zwar, aber die Prognosewarnung von Daimler bremst den Markt. Entscheidend für die weitere Richtung an den europäischen Börsen wird Strategen zufolge die anrollende Bilanzsaison sein.

"Die Angst der Anleger vor weiteren Hiobsbotschaften nimmt von Tag zu Tag zu", sagte Analyst Milan Cutkovic vom Handelshaus AxiTrader. Es sei unwahrscheinlich, dass die Firmen im zweiten Quartal überzeugen könnten, sagte Aktienstratege Emmanuel Cau von Barclays Capital. "Trotz heruntergeschraubter Erwartungen sind die Aktienmärkte nicht immun gegen Enttäuschungen."

Der Autobauer Daimler strapazierte die Nerven der Anleger mit seinem milliardenschweren Quartalsverlust und abermals gesenkten Gewinnerwartungen. Die Daimler-Papiere grenzen ihre zwischenzeitlich massiven Verluste jedoch auf rund ein Prozent ein, die übrigen Autoaktien drehten ins Plus. "Es gab ja schon eine Vorwarnung und die Anleger wollen das Thema jetzt abfrühstücken", sagte ein Händler.

11:56 Uhr

Post: Briefmarken gingen nach Portoerhöhung zeitweise aus

Laut Post ist jetzt alles wieder gut: Der Konzern sieht nach der Porto-Umstellung keine gravierenden Engpässe mehr bei der Versorgung mit Briefmarken. "Es gab in den ersten Tagen tatsächlich Standorte, wo es knapp wurde, aber das hat sich über die letzten Tage deutlich entspannt", sagte ein Post-Sprecher.

Im Falle des Falles könnten sich alle Partnerfilialen der Post außerdem innerhalb kürzester Zeit mit zusätzlichen Marken beliefern lassen.  Medien berichteten allerdings auch in den vergangenen Tagen immer wieder darüber, dass in einzelnen Filialen die Marken knapp wurden. Engpässe gab es demnach nicht zuletzt bei den 10-Cent-Marken, die benötigt werden, um vorhandene 70-Cent-Marken an das neue Porto für Standardbriefe in Höhe von 80 Cent anzupassen.

11:29 Uhr

Euro-Industrie sendet Lebenszeichen

Sie atmet noch, die Industrie in der Eurozone: Die seit längerer Zeit anhaltende Schwächephase der Euroraum-Industrie ist im Mai von einer Erholung unterbrochen worden. Wie die europäische Statistikbehörde Eurostat mitteilte, stieg die industrielle Produktion (ohne Bauwirtschaft) gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt um 0,9 Prozent. Volkswirte hatten nur einen Anstieg um 0,2 Prozent erwartet.

Im Vergleich zum Vorjahr lag die Industrieproduktion um 0,5 Prozent niedriger. Volkswirte hatten mit einem viel stärkeren Rückgang um 1,6 Prozent gerechnet. Im April war die Industrieproduktion sowohl gegenüber dem Vormonat als auch Vorjahr um 0,4 Prozent gesunken.

Deutschland mit der mit Abstand größten Industrie im Euroraum schlug sich dabei unterdurchschnittlich: Gebenüber dem Vormonat stieg die Industrieproduktion um 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr brach sie um 4,3 ein.

11:21 Uhr

Chinas Außenhandel bricht ein

Die Exporte Chinas sind im Juni gesunken, da die Auslandsnachfrage nachließ und der Gegenwind für die chinesische Wirtschaft sich verstärkte. Wie die Zollbehörde berichtete, fielen die Exporte um 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nach einem Anstieg von 1,1 Prozent im Mai.

Die Importe brachen sogar um massive 7,3 Prozent weiter ein, nachdem es schon im Vormonat ein großes Minus von 8,5 Prozent gegeben hatte.

Chinas Handelsbilanzüberschuss stieg im Juni kräftig auf 50,98 Milliarden Dollar gegenüber 41,65 Milliarden Dollar im Mai.

In Yuan gerechnet kletterten die chinesischen Exporte im Juni um 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, nach einem Plus von 7,7 Prozent im Mai. Die Importe gingen um 0,4 Prozent zurück, verglichen mit dem Minus von 2,5 Prozent im Mai.

 

11:16 Uhr

VW steckt 2,6 Milliarden in Ford-Startup

Um 14 Uhr werden wir es offiziell und im Detail von den Unternehmen selbst erfahren: Doch schon jetzt kommen immer mehr Einzelheiten ans Licht, wie weit die Zusammenarbeit zwischen Ford und VW gehen soll.

Reuters meldet unter Berufung auf Insider, dass VW Finanzmittel und eigene Aktivitäten beim autonomen Fahren im Wert von 2,6 Milliarden Dollar in die Ford-Tochter Argo AI einbringen will, die Systeme für selbstfahrende Fahrzeuge entwickelt.

Die Transaktion umfasse eine Milliarde Dollar an Finanzmitteln. Mit 1,6 Milliarden Dollar würden zudem die eigenen Aktivitäten von VW bei selbstfahrenden Autos bewertet, die die Wolfsburger bei Argo einbringen, sagte die Person mit Kenntnis des Vorgangs. Damit seien VW und Ford künftig zu gleichen Teilen an Argo beteiligt.

10:33 Uhr

Ältester Tourismuskonzern der Welt kämpft ums Überleben

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Mit Fahrten zu Abstinenzlertreffen in England begann 1841 die Geschichte des weltumspannenden Touristikkonzerns Thomas Cook. Wie lange sie noch weitergeht, ist unsicher.

(Foto: picture alliance / dpa)

Seit den 1840er-Jahren befördert Thomas Cook Reisende durch England und die ganze Welt. Eine Geldspritze aus China bewahrt das Unternehmen nun erstmal vor dem unmittelbaren Aus. Aber der Überlebenskampf ist damit mittelfristig keineswegs entschieden. Zudem sind die Anleger nicht begeistert. Die Aktie des britischen Reisekonzerns bricht um 38 Prozent ein.

Das Unternehmen erwartet im zweiten Halbjahr ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern unter Vorjahreszeitraum. Der Auftragseingang hat sich zuletzt zwar verbessert, aber die Margen bleiben aufgrund des anhaltend intensiven Wettbewerbs schwach.

Die am Morgen gemeldete und lang erwartete Geldspritze von Fosun Tourism ist für Thomas Cook überlebenswichtig, führt allerdings bei den Altaktionären zu einer massiven Verwässerung.

10:29 Uhr

Urabstimmung bei Lufthansa über Streik in Feriensaison

Aber der Lufthansa eskaliert der Tarifstreit mit der Flugbegleitergewerschaft Ufo vollends: Die Mitglieder zunächst bei Eurowings und Germanwings und später auch bei Lufthansa sollen nun über einen Streik möglicherweise noch im August abstimmen.

Lufthansa hatte Verhandlungen mit der Gewerkschaft abgelehnt und geht davon aus, dass noch die Friedenspflicht gilt. Daraufhin hat Ufo ein zwischenzeitlich verkündetes Streikmoratorium zurückgezogen.

10:01 Uhr

Waffenschmiede Heckler & Koch verkündet Ende der Krise

Der wirtschaftlich angeschlagene Waffenhersteller Heckler & Koch sieht sich wieder auf Kurs.

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Vom Vorzeigeprodukt zum Symbol der Krise: Heckler & Kochs G36.

(Foto: dpa)

Man habe im ersten Halbjahr 2019 einen Gewinn erzielt und sei auch für das Gesamtjahr "verhalten optimistisch", sagte Firmenchef Jens Bodo Koch auf der Hauptversammlung von H&K in Rottweil.

Eine Zahl für das Nachsteuerergebnis nannte er nicht. Im Gesamtjahr 2017 hatte der Verlust bei 13 Millionen Euro und 2018 bei 8 Millionen Euro gelegen. Der Umsatz sei im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut 15 Prozent auf rund 127 Millionen Euro geklettert, sagte der Firmenchef und begründete die bessere Lage mit Kostensenkungen und verbesserten Arbeitsabläufen sowie mit vollen Auftragsbüchern.

Heckler & Koch ist unter Druck, der Schuldenberg ist hoch. Die Lage ist so angespannt, dass die Arbeitnehmerseite sich unlängst zu unbezahlter Mehrarbeit von wöchentlich zweieinhalb Stunden bereiterklärt hat.

Die Firma mit rund 900 Mitarbeitern stellt Pistolen, Sturmgewehre und andere Handfeuerwaffen her. Großkunden sind unter anderem die Bundeswehr sowie Frankreichs Armee.

09:22 Uhr

Daimler zieht den Dax nach unten

Das hätte ein gemütlicher Börsenauftakt werden können heute morgen - dachten wir bis kurz vor Handelsbeginn ...

Dax
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Doch mit seiner Gewinnwarnung hat Daimler die vorbörsliche Dax-Erholung zunichte gemacht.

Der Leitindex notierte in den ersten Handelsminuten 0,10 Prozent tiefer bei 12 319,59 Punkten. Im vorbörslichen Geschäft hatte der X-Dax als Indikator für den Leitindex im Sog eines weiteren Rekordhochs des Dow-Jones-Index noch ein Plus von rund 0,4 Prozent signalisiert. Damit deutet sich für das wichtigste deutsche Börsenbarometer ein Wochenverlust von rund 2 Prozent an.

Der MDax sinkt um 0,04 Prozent auf 25.747,73 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 geht es um rund 0,1 Prozent nach oben.

09:09 Uhr

Daimler schockt mit Warnung vor Gewinneinbruch

Gewinnwarnungen gehörten zuletzt ja fast zum Alltag am deutschen Markt. Daimler legt nun überraschend gleich zum wiederholten Mal nach:

Das Betriebsergebnis (Konzern-Ebit) werde nun deutlich unter dem Vorjahreswert statt in der Größenordnung des Vorjahres erwartet, teilte der Autobauer mit. Zur Begründung nannte der Konzern praktisch alle Themen, die der Branche derzeit Sorgen bereiten: höhere Rückstellungen für einen erweiterten Rückruf von Takata-Airbags, behördliche und gerichtliche Verfahren im Hinblick auf Dieselfahrzeuge, verlangsamte Produktionshochläufe und eine Wachstumsschwäche der Automobilmärkte.

Im zweiten Quartal machte Daimler einen Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 1,6 Milliarden Euro, nach einem Gewinn von 2,6 Milliarden im Vorjahresquartal.

Die Aktie rauscht zu Handelsbeginn gleich mehr als drei Prozent in den Keller.

08:28 Uhr

Ölpreise setzen Aufwärtstrend fort

Im Verlauf der Woche ging es mit den Ölpreisen bereits kräftig nach oben. Und auch am Freitag setzt sich diese Entwicklung fort. Im frühen Handel konnten die Preise allerdings nur noch vergleichsweise leicht zulegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 66,98 US-Dollar. Das waren 46 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) legte um 38 Cent auf 60,58 Dollar zu.

Seit Montag legte der US-Ölpreis um etwa fünf Prozent und der Brent-Preis um mehr als vier Prozent zu. Preistreiber waren ein unerwartet starker Rückgang der Ölreserven in den USA und die Sorge vor einem militärischen Konflikt in der ölreichen Region am Persischen Golf. Zuletzt sorgten Meldungen über die Behinderung eines britischen Tankers durch iranische Militärschiffe für eine nervöse Stimmung am Ölmarkt.

07:55 Uhr

Wall-Street-Rekorde dürften Dax ankurbeln

Ermuntert von der Rekordjagd an der Wall Street dürften Anleger am deutschen Aktienmarkt zum Wochenschluss wieder zugreifen. Am Freitag wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge höher starten.

Dax
Dax 12.289,40

Konjunktursorgen dürften die Börsen aber weiterhin bremsen. Gewinnwarnungen großer Unternehmen hatten Europas Anlegern am Donnerstag die Kauflaune verdorben. Der Dax verlor 0,3 Prozent auf 12.332,12 Punkte. In den USA hatten Spekulationen auf rasch sinkende Zinsen den Dow-Jones-Index hingegen erstmals über die Marke von 27.000 Punkten befördert. Die asiatischen Börsen traten am Freitag auf der Stelle, der japanische Leitindex Nikkei notierte mit 21673 Punkten knapp im Plus.  

Aus den USA stehen zum Wochenausklang die Erzeugerpreise für Juni an, aus der Euro-Zone werden Daten zur Industrieproduktion erwartet.  

07:24 Uhr

Trump fordert Bankenregulierung für Facebooks Kryptowährung

Facebook
Facebook 201,09

"Ich bin kein Fan von Bitcoin und anderen Kryptowährungen", bekundet US-Präsident Donald Trump auf Twitter und spricht sich gleichzeitig dafür aus, digitale Währungen wie Facebooks Libra unter Bankenregulierung zu stellen.

  • Wenn Facebook und andere Unternehmen eine Bank werden wollten, bräuchten sie eine entsprechende Konzession und müssten sich der gleichen Regulierung wie jede andere nationale oder internationale Bank unterwerfen, schrieb Trump auf Twitter.
  • Bei Kryptowährungen handele es sich laut Trump nicht um Geld, und unregulierte Krypto-Anlagen könnten illegale Machenschaften wie Drogenhandel fördern. Die einzig wahre US-Währung sei der Dollar.
06:32 Uhr

Schwache Bilanzen bremsen Nikkei aus

Der Aktienmarkt in Japan hat zum Wochenschluss nahezu unverändert tendiert. Schwach ausgefallene Bilanzen von Firmen belasteten die Stimmung, sagten Analysten. Vor dem langen Wochenende wegen eines Feiertags am Montag wollten Marktteilnehmer zudem keine größeren Transaktionen eingehen.

Nikkei
Nikkei 21.416,79

Der japanische Leitindex Nikkei notierte am Freitag wenig verändert bei 21.653 Punkten. Der breiter gefasst Topix gab 0,2 Prozent auf 1576 Zähler nach. Im Fokus lag Yaskawa Electric, ein Hersteller von Ausrüstung zu Bewegungssteuerung. Die Firma wird als Indikator für die Nachfrage in China betrachtet. Zwischen März und Mai fiel der operative Gewinn um 58 Prozent, die Aktie ließ daraufhin fünf Prozent Federn. Am fernöstlichen Devisenmarkt legte der Euro auf 1,1266 Dollar zu. Zur japanischen Währung lag die US-Devise bei 108,34 Yen.