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Viele Unwägbarkeiten Börsenwoche steht im Zeichen des Brexit

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(Foto: dpa)

Es bleiben unruhige Zeiten für Aktienbesitzer. Ob Brexit oder Handelskrieg - vieles ist ungewiss in der kommenden Woche. Mehrere Konjunkturdaten geraten da ebenso in den Hintergrund wie die Zahlenvorlage mehrerer Dax-Schwergewichte.

Anleger müssen sich Experten zufolge in der neuen Woche auf stürmisches Börsenwetter einstellen. "Es sind die Sorgen um gesenkte Konjunkturprognosen der EZB, der schwelende US-chinesische Handelsstreit und das Wirrwarr im Brexit, welche Investoren zwei Mal darüber nachdenken lassen, wie die Aktienmärkte und die Rally seit Jahresbeginn zu bewerten sind", sagt Analyst Timo Emden von Emden Research. In der alten Woche büßte der Dax gut ein Prozent ein, notiert mit knapp 11.500 Punkten aber immer noch rund acht Prozent über dem Niveau vom Jahreswechsel.

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Dax 13.189,50

Das Thema, das am meisten die Märkte bewegen dürfte, ist einmal mehr der Brexit: Am Dienstag will Premierministerin Theresa May ihre zuvor krachend gescheiterte Scheidungsvereinbarung mit der EU erneut zur Abstimmung stellen. Lassen die Abgeordneten den Deal ein weiteres Mal durchfallen, sollen sie am Mittwoch entscheiden, ob Großbritannien ohne Vereinbarung über die künftigen Beziehungen am 29. März aus der EU ausscheiden soll. Spricht sich die Mehrheit wie allgemein erwartet auch dagegen aus, folgt am Donnerstag eine Abstimmung über eine Verschiebung des Brexit.

"Die Dinge bleiben also im Fluss und die Frage nach der Ausgestaltung der zukünftigen Beziehung zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU bleibt völlig offen", sagt Felix Herrmann, Anlagestratege für Deutschland, Österreich und Osteuropa beim weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock.

VW, Adidas und Lufthansa präsentieren Zahlen

Bei den Handelsgesprächen zwischen den USA und China warten Anleger weiter auf handfeste Ergebnisse. "Die Hängepartie verunsichert sukzessive eine immer größer werdende Schar der Marktteilnehmer", sagt Anlagestratege Heinz-Gerd Sonnenschein von der Postbank. Einem Insider zufolge ist eine Einigung zwischen den beiden weltweit größten Volkswirtschaften USA und China in greifbarer Nähe.

Die politischen Unwägbarkeiten drängen die Konjunkturdaten in den Hintergrund. Auf dem Terminplan stehen unter anderem US-Einzelhandelsumsätze am Montag, Verbraucherpreise am Dienstag und Industrieproduktion am Freitag. Die Zahlen würden voraussichtlich zeigen, dass die US-Konjunktur nicht weiter an Schwung verloren habe, prognostiziert Commerzbank-Volkswirt Christoph Balz. "Sorgen vor einer US-Rezession halten wir daher weiterhin für deutlich übertrieben."

Bei der deutschen Industrieproduktion am Montag rechnet Balz mit dem fünften Rückgang in Folge. Grund hierfür sei wohl der erneut schwächelnde Autoabsatz. Daneben werden am Donnerstag die deutschen und am Freitag die europäischen Inflationsdaten veröffentlicht.

Gleichzeitig biegt die Bilanzsaison auf die Zielgerade ein. In der neuen Woche öffnen rund ein halbes Dutzend Dax-Firmen ihre Bücher. Dazu gehören der Autobauer Volkswagen am Dienstag, der Sportartikel-Hersteller Adidas am Mittwoch und die Fluggesellschaft Lufthansa am Donnerstag.

Quelle: n-tv.de, jog/rts

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