Marktberichte

Voll rot Dax fällt durch

Gewinnmitnahmen haben die deutschen Standardwerte am Montag in die Knie gezwungen. Belastet wurde die Stimmung unter anderem von einem skeptischen Ausblick der Bank of America. Zusätzlicher Druck baute sich auf, als ein Blogeintrag in den USA auftauchte, wonach die Stresstests der Banken niederschmetternde Ergebnisse zu Tage befördert haben (siehe Wall Street-Bericht).

Der Dax verlor 3,1 Prozent auf 4.486 Punkte. Nach sechs Wochen in Folge mit Kursgewinnen legte der deutsche Leitindex damit erstmals eine Verschnaufpause ein. Das Korrekturpotenzial sei alledings begrenzt, hieß es am Markt. "Zuletzt wurde selbst auf Intraday-Basis jeder kleine Rücksetzer zum Kauf genutzt."

Die Berichtswoche dürfte weiterhin vor allem von einem Zahlenreigen aus den USA geprägt werden. Der Chicago-Fed-Index verpuffte jedoch am Markt. Wie in der Vorwoche reagiert der Markt nicht mehr auf Konjunkturdaten. "Seit dem Philly-Fed letzte Woche hatten wir eine Sättigung an guten Nachrichten", sagte ein Händler. Der Chicago-Fed-Index ging im März leicht zurück, das Drei-Monatsmittel stieg jedoch auf minus 3,27 an nach minus 3,57 im Vormonat. Nachbörslich veröffentlicht IBM seine Erstquartalszahlen.

Kräftige Gewinnmitnahmen gab es bei den Stahlwerten. Damit ignorierte der Markt die guten Kursvorlagen aus Japan. Dort hatten Nomura den japanischen Sektor auf "bullish" von "neutral" hochgestuft und die Kursziele deutlich angehoben. ThyssenKrupp verloren unabhängig davon 7,2 Prozent. Einem Pressebericht zufolge steht der Konzern vor drastischen Einschnitten. Mit rund 4000 Stellen könnten weit mehr Arbeitsplätze wegfallen als bislang erwartet. Salzgitter büßten 8,7 Prozent ein. Nach einem Kursgewinn bei ThyssenKrupp von rund 50 Prozent und mehr als 40 Prozent bei Salzgitter seit Monatsbeginn seien beide Aktien "reif für eine Korrektur", heißt es.

Commerzbank drehten nach einem starken Auftakt mit 7,8 Prozent ins Minus. Die mittlerweile schwache Tendez schreiben Händler den "Nachwehen" des kleinen Verfalls am Freitag zu. Am Morgen hatten die Titel noch von einem Nachfrageüberhang profitiert. Einige Investoren mussten offenbar ihre Lieferverpflichtungen aus Options-Geschäften bis heute Nachmittag erfüllen. Etwas Unterstützung bekam die Aktie von einem Zeitungsbericht, wonach im Ringen um die Genehmigung staatlicher Milliardenhilfen wohl eine Einigung zwischen der Bank und Brüssel kurz bevorsteht.

Nach negativen Analystenkommentaren gingen die Aktien von Beiersdorf weiter auf Talfahrt. Die Papiere rutschten 3,4 Prozent ins Minus und gehörten damit zu den größten Verlierern im Dax an. Bereits am Freitag waren die Papiere nach der Bekanntgabe eines Umsatzrückgangs und Gewinneinbruchs der Klebstoffsparte Tesa im ersten Quartal bis zu zehn Prozent eingebrochen.

Das Dax-Ende bildeten Daimler und MAN, die 7,5 bzw. 8,6 Prozent nachgaben. Daimler habe am freitag deutlich outperformed, da nähmen Anleger im Vorfeld der Peugeot-Zahlen am Mittwoch Gewinne mit, kommentierte ein Händler. Dagegen laufen MAN seit Freitag deutlich schwächer als der Dax.

Im MDax büßten Arcandor 9,4 Prozent ein. Der Vorstandsvorsitzende der Arcandor AG, Karl-Gerhard Eick, hat ein Sanierungskonzept für den Essener Handels- und Touristikkonzern vorgelegt. Ziel sei es, den Cash-Flow des Konzerns nachhaltig zu verbessern, teilte Arcandor mit. Für die Umsetzung der Maßnahmen rechnet der Konzern zusätzlich zur anstehenden Refinanzierung im Sommer 2009 in den kommenden fünf Jahren mit einem weiteren Finanzierungsbedarf von bis zu 900 Mio. Euro.

Im TecDax waren United Internet gefragt, die sich nach Vorlage von Zahlen um 9,6 Prozent verteuerten. Die Quartalsergebnisse lägen über den Erwartungen, sagten Börsianer.

Quelle: ntv.de