Marktberichte

Große Koalition naht Dax fester erwartet

32243328.jpg

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Frankfurter Aktienmarkt wird wohl mit Kursgewinnen in den Tag gehen. Händler führen das unter anderem auf die Einigung von Union und Sozialdemokraten auf einen Koalitionsvertrag zurück. Am Nachmittag richtet sich der Blick dann in die USA, dort werden Konjunkturdaten vorgelegt.

Nach der Einigung auf eine große Koalition dürfte der Dax leicht höher in den Handel starten. CDU, CSU und SPD hatten sich während eines nächtlichen Verhandlungsmarathons auf einen Vertrag zur Bildung einer neuen Bundesregierung geeinigt. Am Dienstag hatte der deutsche Leitindex 0,1 Prozent tiefer bei 9290 Zählern geschlossen.

Dax
Dax 13.283,51

Uneinheitliche Vorgaben kommen aus Asien und den USA: An der Wall Street hatte der Dow-Jones-Index unverändert bei 16.072 Punkten den Handel beendet. Der S&P 500 trat ebenfalls auf der Stelle, der Nasdaq-Composite rückte dagegen um 0,6 Prozent vor. In Tokio drückten Gewinnmitnahmen den Nikkei-Index ins Minus. Händler rechnen vor diesem Hintergrund mit einem ruhigen, aber positiven Handelstag in Europa.

Der Datenkalender in Europa ist relativ leer - nicht dagegen in den USA. Als Folge des Thanksgiving-Feiertages am Donnerstag werden nahezu sämtliche Zahlen vorgezogen. Unter anderem stehen wichtige Daten wie der Chicago-Einkaufsmanager-Index, die Verbraucherstimmung der Uni Michigan, Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, Durable-Goods-Orders und die Frühindikatoren an. "Viele Händler nutzen Thanksgiving als verlängertes Wochenende, daher dürfte erst ab nächstem Montag auf die Datenflut reagiert werden", sagt ein Händler.

S&P hebt die Stimmung

Besondere Aufmerksamkeit könnte der OECD-Bericht zur Lage in Griechenland auf sich ziehen, der am Vormittag vorgelegt werden soll. Auch die Abstimmung in Italiens Senat am Abend steht im Blick, sagt Stan Shamu vom Broker IG. Dort könnte Italiens ehemaliger Ministerpräsident Berlusconi seinen Senatssitz verlieren. Dies könnte besonders bei italienischen Renditen für Bewegung sorgen, da dann mit neuen Regierungsproblemen gerechnet werden muss.

Bei den Einzelunternehmen stehen Deutsche Bank und andere europäische Institute im Rampenlicht. Hier prüft die Aufsichtsberhörde BaFin in Deutschland mögliche Manipulationen des Goldpreis-Fixings.

Als "schön fürs Sentiment" bezeichnen Händler die positiven Kommentare von S&P zu Conti, Linde und BMW. Die Rating-Agentur hatte die drei Dax-Werte neben 19 anderen Unternehmen auf ihre Beobachtungsliste für eine mögliche Hochstufung gesetzt. "Vor allem für Conti ist das gut, weil sie bislang nur mit BB+ bewertet werden", sagt ein Händler. Hier sei das Potenzial für einen positiven Effekt bei kommenden Refinanzierungen am höchsten. Allerdings sehe die Aktie auch am stärksten heißgelaufen aus, gibt ein anderer Händler zu bedenken. Die Aktie habe ihr Momentum laufend erhöht und scheine nun in ihre finale Anstiegsphase überzugehen.

Positiv für Thyssenkrupp werten Händler Berichte der japanischen Wirtschaftszeitung "Nikkei" über den bevorstehenden Verkauf des Alabama-Stahlwerks. "Die Verdichtung von Presseberichten und die immer konkreteren Zahlen deuten darauf, dass der Verkauf und damit auch die Kapitalerhöhung unmittelbar bevorstehen", sagt ein Börsainer. Der Markt dürfte sich daher nun auf die Kapitalerhöhung vorbereiten. Dennoch sollte nach Monaten Ruhe in die Aktie einkehren und der Kurs nach unten abgesichert sein.

Quelle: n-tv.de, jga/rts/DJ

Mehr zum Thema