Marktberichte

Gewinnmitnahmen belasten Dax hängt in den Seilen

Der deutsche Aktienmarkt macht am Dienstag keine gute Figur. Ein überraschend schwaches US-Verbrauchervertrauen und die Sorge der Anleger vor neuerlichen Kurseinbrüchen bremsen den Markt aus. An eine Erholung nach dem kräftigen Kursrutsch vom Montag ist nicht zu denken.

Der Dax beendete den Handel mit einem Minus von 0,1 Prozent auf 5635,02 Punkte. Deutllch schwächer entwickelten sich die Nebenwerte: Der MDax brach um 1,9 Prozent auf 7003,41 Punkte ein. Für den TecDax ging es um 1,4 Prozent auf 744,71 Zähler nach unten.

Dax hängt in den Seilen

An Aufstieg ist so nicht zu denken.

(Foto: dpa)

Der dickste Dämpfer für den Aktienmarkt war am Nachmittag die Veröffentlichung des US-Verbrauchervertrauens. Der viel beachtete Konjunkturindex, der vom Marktforschungsunternehmen Conference Board ermittelt wird, fällt mit 47,7 Punkten deutlich schwächer aus als Experten mit im Schnitt 53,1 Zählern erwartet hatten. Kurzzeitig rutschte der Dax nach der Veröffentlichung ins Minus, konnte sich dann jedoch wieder fangen.

Fast vergessen war da bereits der besser als erwartete Case-Shiller-Hauspreisindex für den Monat August. Der Index, der die Preisentwicklung in den größten Städten der USA misst, stieg im Monatsvergleich um 1,2 Prozent und damit stärker als die erwarteten 0,7 Prozent Zuwachs, der erwartet worden war.

Einheitliche Branchentrends waren unter den Standardwerten am Dienstag kaum auszumachen. Die stärksten Verluste verbuchte der Chipkonzern Infineon mit einem Minus von 7,6 Prozent, gefolgt von der Commerzbank, die 5,6 Prozent verlor. Händler sprachen "ganz eindeutig" von Gewinnmitnahmen. Von der Commerzbank gebe es keinerlei konkreten Ausblick, daher könne die Bank ihn auch nicht gerüchteweise senken. Und die Spekulationen um einen drohenden Verlust eines wichtigen Auftrags von Apple bei Infineon seien "schlicht aufgewärmt". Dies zeige nur, dass den Gewinnmitnahmen Nachrichten hinterher gereicht würden. Commerzbank-Aktien lägen noch immer mehr als 250 Prozent über dem Jahrestief vom März. "Von den knapp 800 Prozent, die Infineon seit dem Tief bei 0,38 Euro je Aktie haussiert sind, ganz zu schweigen", sagte der Händler.

Bayer überzeugt Börse

Papiere von Bayer konnten sich hingegen nach einem kleinen Formtief zum Handelsauftakt von Verlusten befreien. Die Aktien kletterten nach der Veröffentlichung von Quartalszahlen um 1,2 Prozent. Der Pharmariese hat im dritten Quartal operativ etwas mehr verdient als Analysten im Konsens erwartet hatten. Die Leverkusener haben die Ziele für das Gesamtjahr bestätigt.

Keinen Umschwung ins Plus schaffte hingegen Daimler nach einem durchwachsenen Ausblick bei der Veröffentlichung endgültiger Quartalszahlen. Der Konzern hatte im dritten Quartal erstmals wieder einen kleinen Gewinn von 56 Mio. Euro eingefahren, der Umsatz schrumpfte dabei jedoch dennoch um rund ein Fünftel. Zudem drückte der schwache Ausblick für den Lkw-Markt im vierten Quartal auf die Laune der Investoren. Die Daimler-Aktie verlor 2,1 Prozent. Für die übrigen Autobauer im Dax, BMW und VW, ging es ebenfalls überdurchschnittlich um 3,2 bzw. 1,6 Prozent abwärts.

ThyssenKrupp fielen um 2,3 Prozent. Laut einem Zeitungsbericht plant das Unternehmen die Zahlung einer Dividende von 0,30 Euro je Aktie, und das trotz milliardenschwerer Verluste. Allerdings gingen Analysten im Konsens bislang von einer Dividende von 0,57 Euro aus, sagt ein Händler.

Dicke Verluste unter Nebenwerten

Unter den Nebenwerten kann Aixtron nicht lange von starken Ergebnissen des US-Konkurrenten Veeco profitieren. Sowohl beim Umsatz wie auch bei der Margenentwicklung überzeugte das Unternehmen, was den Papieren im TecDax zeitweise Rückenwind gab. Bei Handelsschluss führte die Aktie hingegen die Verliererliste mit einem Minus von 4,7 Prozent an.

Pläne zum Aufbau einer Solaranlage in den USA verhalfen SMA Solar zum Tagessieg unter den TecDax-Titeln mit einem Plus von 4,8 Prozent. Damit setzte sich die Aktie von übrigen Solarwerten positiv ab: Für Q-Cells ging es 4 Prozent abwärts, Centrotherm verlor 3,5 Prozent, Solarworld gab 2,6 Prozent ab.

Im MDax führten die Papiere von IVG Immobilien die lange Verliererliste an. Die Aktien gaben 7,6 Prozent ab, gleich gefolgt von Continental, die 6,2 Prozent verloren.

Quelle: ntv.de, nne/rts/DJ

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