Marktberichte

Berlin stimmt Rettungsfonds zu Dax legt Endspurt hin

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(Foto: REUTERS)

Die deutschen Standardwerte fahren Achterbahn. Am Ende bleibt ein solides Plus. Positiv wirken sich die überraschend guten Daten vom Arbeitsmarkt sowohl in Deutschland als auch den USA aus. Die Zustimmung des deutschen Bundestages samt Kanzlermehheit zum Euro-Rettungsschirm EFSF reicht nur für ein Strohfeuer.

Die Reaktion des deutschen Aktienmarktes ist bezeichnend für die anhaltende Unsicherheit im Markt gewesen. Zunächst reagierte der Markt mit Gewinnen auf die erwartete Zustimmung des Bundestages zum Euro-Rettungsschirm EFSF. Der Dax kletterte auf Tageshöchststand, bevor die Gewinne mit der Eröffnung der US-Börsen schnell wieder abgeschmolzen. Am Ende schloss der Leitindex dann aber doch deutlich fester. Neben dem Votum des Parlaments sorgten vor allem unerwartet gute Konjunkturdaten aus den USA für Erleichterung unter den Anlegern.

Der Dax beendete den Handel 1,1 Prozent fester bei 5639 Punkten. Der MDax legte 1,0 Prozent auf 8.635 Punkte zu, der TecDax sank dagegen um 0,6 Prozent auf 681 Punkte.

Die Erklärung der griechischen Regierung, dass die wiederaufgenommenen Gespräche mit der Gläubiger-Troika aus IWF, EU und EZB positiv verlaufen seien, schob die Kurse im Dax am Spätnachmittag ebenfalls an.

Der Leitindex war um bis zu 2,3 Prozent auf 5704 Zähler gestiegen, nachdem in den USA sowohl die Daten zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe als auch die endgültigen Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt besser als erwartet ausgefallen waren. "Das war der Auslöser für das deutlich Kursplus, aber für eine noch stärkere Aufwärtsbewegung hätte der Dax die Marke von 5700 Punkten halten müssen", sagte ein Händler. Es sei ein gutes Zeichen, dass in den USA in der Vorwoche mit 391.000 Menschen wieder weniger als 400.000 US-Bürger erstmals Hilfen beantragten. "Ob das die Wende für die US-Wirtschaft ist, bleibt aber abzuwarten."

Die von Union und FDP erreichte Kanzlermehrheit bei der Abstimmung zum Gesetz zur Aufstockung EFSF zu hakten die Anleger einem anderen Börsianer zufolge schnell ab. "Jetzt widmet man sich wieder anderen Themen." Zu Wochenbeginn hatten vor allem Spekulationen über mögliche Hebelgeschäfte (Leverage) beim EFSF die Börsenkurse angekurbelt. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler erteilte einer solchen Vervielfachung der EFSF-Kredite aber erneut eine Absage.

Commerzbank stark

Bei den Einzelwerten zeigten sich Finanzwerte von der starken Seite. An der Gewinnerspitze legten die Papiere der Commerzbank um 4,7 Prozent zu, die Deutsche Bank gewann 3,9 Prozent. Auch der Versicherungsriese Allianz notierte mit 4,1 Prozent Plus unter den stärksten Gewinnern.

Auf der negativen Seite taten sich unter anderem K+S mit einem Minus von 3,0 Prozent  hervor. Grund war nach Händlerangaben der unter den sehr hohen Erwartungen liegende Ausblick von Mosaic vom Vorabend. "Die Zahlen von Mosaic waren super, aber der Ausblick auf die Kali-Preise lag unter Markterwartung", sagte ein Händler.

ThyssenKrupp verloren 1,0 Prozent. Der Konzern will laut "WAZ" die Stahlproduktion in den kommenden Monaten drosseln. Grund seien hohe Lagerbestände bei den Kunden, die den Stahl weiter verarbeiten.

Deutsche-Börse-Anleger verprellt

Die Aktien der Deutschen Börse zählten mit einem Minus von 2,9 Prozent zu den größten Verlierern im Dax. Bereits am Vortag hatten die Papiere gut drei Prozent an Wert eingebüßt, nachdem die EU-Kommission eine Finanzmarktsteuer für die gesamte EU vorgeschlagen hatte. "Eine Besteuerung wäre sehr negativ für die Handelsvolumina und damit auch für die Markt-Liquidität", schrieb Analystin Carla Antunes-Silva von der Credit Suisse in einem Kommentar. Es sei aber unklar, ob die Steuer komme, da alle 27 EU-Staaten zustimmen müssten.

Im MDax schickte eine Gewinnwarnung die Papiere von Vossloh auf Talfahrt, die Aktien verlieren 9,8 Prozent. "Nicht gut", sagte ein Höndler zur erneuten Gewinnwarnung. Zwar sei das Problem von Umsatzverschiebungen in andere Quartale bei dennoch weiter bestehenden Aufträgen bekannt, "aber langsam tritt es zu häufig auf", so ein Händer.

Unter den Technologiewerten fielen Aixtron um 4 Prozent, die Analysten der Credit Suisse haben das Kursziel auf 12 Euro gesenkt von 22 Euro.

Quelle: n-tv.de, nne/DJ/rts

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