Marktberichte

Dow Jones schließt deutlich im Plus Dax spurtet zu neuem Allzeithoch

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(Foto: REUTERS)

Am Ende eines sonst eher unaufgeregten Handelstages zeigt der Dax sich erneut von seiner stärksten Seite - und knackt nach der Schlussauktion ein weiteres Allzeithoch. Dabei hatten schwache US-Daten kurz zuvor noch belastet.

"Was für ein Finish!", würde man im Sport sagen: In den letzten Handelsminuten drehte der deutsche Leitindex nochmal kräftig auf und schoss über die bestehende Bestmarke hinaus zu einem neuen Allzeithoch. Kurz zuvor hatte ein schlechter ISM-Industrie-Index aus den USA die Stimmung noch belastet und die Tagesgewinne schmelzen lassen. Dennoch legen die US-Börsen zum Wochenauftakt zu, die Wall Street schließt mit deutlichem Plus.

Dax
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Der Dax stieg wieder und schloss mit einem Plus von 1,3 Prozent bei einem neuen Allzeithoch von 10.828 Punkten - das bisherige war am vergangenen Dienstag bei 10.811 Punkten markiert worden.

Der Nebenwerte-Index MDax legte hingegen nur gemächlich um 0,5 Prozent auf 18.690 Zähler zu. Der technologielastige TecDax büßte sogar 0,9 Prozent ein auf 1484 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 gewann 0,6 Prozent auf 3370 Zähler.

Die Entspannung im Streit zwischen Griechenland und seinen internationalen Geldgebern gaben dem Dax zu Wochenbeginn wieder Schub. "Die neue griechische Regierung hat vergangene Woche mit den Säbeln gerasselt, jetzt scheint sie zurückzurudern", sagte ein Börsianer. Dies deute darauf hin, dass der Sparkurs wohl im Großen und Ganzen fortgesetzt werde. Auch die Aussichten auf eine riesige Geldflut durch die Europäische Zentralbank lassen Anleger weiter zugreifen.

Italiens und Spaniens Industrien überraschen positiv

Die nachlassende Furcht vor einem Zahlungsausfall Griechenlands oder einem weiteren Schuldenschnitt beflügelt die Athener Börse zum Wochenstart. Der Leitindex des dortigen Aktienmarktes stieg um bis zu sechs Prozent und der griechische Bankenindex sogar um bis zu 15,5 Prozent.

Konjunkturseitig standen in Europa die Zweitveröffentlichungen der Einkaufsmanagerindizes (PMI) auf der Agenda. In Deutschland sank der Index um 0,3 auf 50,9 Punkte. Einige Betriebe sprachen von einer "mageren Exportnachfrage". Vor allem die Aufträge aus Russland und Asien schwächelten demnach.

Positiv aufgenommen wurden an der Börse die Einkaufmanagerindizes aus Italien und Spanien: In Italien robbte sich der Einkaufsmanagerindex für die Industrie mit 49,9 knapp an die 50er-Marke heran. Erwartet worden war er lediglich mit 48,8. In Spanien griffen derweil offenbar die im Sommer 2012 angeschobenen Reformen, der Einkaufsmangerindex war dort im Januar auf 54,7 Punkte nach 53,8 gestiegen.

Dow Jones pendelt vom Minus ins Plus

Nikkei
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Die Wachstumssorgen bei der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt hatten am Montag die Börsen in Asien belastet. Die Daten drückten den Shanghai-Composite um 2,5 Prozent ins Minus, an der Börse in Hongkong fiel der Abschlag mit 0,3 Prozent etwas moderater aus. In Japan fiel der Nikkei-225 nach einer zwischenzeitlichen Erholung um 0,7 Prozent auf 17.558 Punkte. Neben den schwachen China-Daten fand in Tokio die "Nachbearbeitung" der schwächer als erwartet ausgefallenen US-Wachstumszahlen statt.

Der Dow-Jones-Index entschied sich nach anfänglichem Auf und Ab für den Weg nach oben und schloss bei 17.359 - mit einem Plus von 1,13 Prozent. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um 1,3 Prozent auf 2020 Zähler. Auch der Nasdaq 100 gewann und schloss bei 4676 Punkten mit einem Plus von 0,89 Proezent.

Spekulationen auf ein Ende der monatelangen Talfahrt hatten gegen Mittag die Ölpreise in die Höhe schießen lassen. Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich in der Spitze um fünf Prozent auf 55,62 Dollar je Barrel (159 Liter) und notierte damit so hoch wie zuletzt Anfang Januar. Am Abend kostete Brent noch 54,15 Dollar. US-Leichtöl der Sorte WTI stieg um bis zu 4,8 Prozent auf 50,56 Dollar, kostete am Abend aber nur noch 49,08 Dollar.

Der Euro notierte  tagsüber wenig verändert. Die Gemeinschaftswährung bewegte sich um die Marke von 1,13 US-Dollar herum und stand am Montagabend mit einem Plus von 0,2 Prozent bei 1,1339 Dollar.

Im Dax landen Lufthansa-Aktien weit hinten

Größter Gewinner im Dax war die Aktie von Lanxess, die um 2,6 Prozent zulegen konnten. Auf den Plätzen folgten Deutsche Bank  und BASF mit Zuwächsen von 2,2 und 2,1 Prozent.

Größter Verlierer im Dax waren die Aktie von Lufthansa - wie andere Fluglinien-Titel auch litten Lufthansa unter dem Ende vergangener Woche wieder gestiegenen Ölpreisen. Zusätzlich belastet wurde das Papier von der Streikdrohung der Flugbegleiter. Die Aktie verlor 3,3 Prozent.

Im MDax trotzten Metro den Unkenrufen in Zusammenhang mit dem schwächelnden Russland-Geschäft: Nachdem Metro-Chef Olaf Koch im Interview mit der Wirtschaftswoche gesagt hatte, dass die durch die Russland-Krise hervorgerufene Rubel-Schwäche die Bilanz deutlich belasten könnte, waren Händler von Einbußen für das Papier ausgegangen. Metro konnten jedoch 2,5 Prozent zulegen und schlossen weit oben im MDax.

Zwischenzeitlicher Spitzenreiter im MDax und auch noch am Ende weit oben waren Kuka, die 1,8 Prozent an Wert gewannen. Als Grund sahen Händler die Ankündigung des VW-Konzerns, die Automatisierung seiner Werke vorantreiben zu wollen. Davon könnte der Industrieroboter-Hersteller Kuka profitieren, der bereits in der Vergangenheit VW beliefert hatte.

Ein Anleger-Liebling waren heute die Aktien des Photovoltaik-Unternehmens Solarworld: Nach der Bekanntgabe eines kräftigen Umsatzplus stiegen die Papiere um bis zu 11 Prozent im Wert.

Quelle: n-tv.de, kst/wne/DJ/rts/dpa

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