Marktberichte

Was macht die Telekom? Dax vor Kursgewinnen

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(Foto: Reuters)

Dem deutschen Aktienmarkt winkt ein positiver Auftakt. Nachdem die asiatischen Börsen überwiegend fester tendieren, liefern auch die US-Index-Futures erfreuliche Vorgaben. Im Anlegerfokus dürfte die Deutsche Telekom stehen, nachdem der Verkauf der Tochter T-Mobile USA gescheitert ist.

Mit einer stabilen Eröffnung und Kursen um den Vortagesschluss rechnen Händler am Dienstag. Zwar schlossen die US-Börsen am Wochenauftakt im Minus, die Umsätze sind aber extrem niedrig gewesen. Zudem können die US-Index-Futures bereits etwas zulegen. Positive Impulse liefern auch die asiatischen Märkte. "Der Dax dürfte die nachbörsliche Delle vom Montag ausbügeln", so ein Händler. Banken und Broker sehen den Dax knapp unter seinem Vortagesschluss von 5670 Punkten.

Generell seien die Anleger angesichts der Euro-Krise weiter vorsichtig. "Draghi hat vor der Instabilität des Finanzmarktsystems gewarnt, das ist sehr negativ", so Heino Ruland, Aktienstratege von Ruland Research mit Blick auf die Aussagen des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) vom Montagnachmittag. Bei den IWF-Plänen der EU-Finanzminister sei das herausgekommen, was ohne britischen Beitrag zu erwarten war. "Anleger haben keine andere Wahl als eine defensive Haltung", meint Ric Spooner von CMC Markets.

Ifo kommt

Für neue Impulse dürfte der Ifo-Geschäftsklima-Index am Vormittag sorgen. Erwartet wird ein leichter Rückgang auf 106. "Eine positive Überraschung wird den Markt stützen", meint Ruland. Daneben warte der Markt bereits auf die Ausschreibung des neuen Drei-Jahres-Tenders, mit dem die EZB den Banken Liquidität zur Verfügung stellt. Er wird allerdings erst am Mittwoch zugeteilt.

Die Verbraucherstimmung in Deutschland zeigt sich am Ende des Jahres stabil und widersteht bisher damit den steigenden Konjunkturrisiken und der weiteren Verschärfung der Schuldenkrise. Vor allem die guten Beschäftigungsaussichten und die zurückgehende Arbeitslosigkeit wirkt sich positiv auf das Konsumklima aus, wie das Marktforschungsunternehmen GfK mitteilte. Die Kauflust der Konsumenten hat im Dezember aber einen Dämpfer erhalten, was daran liegen dürfte, dass ein Teil des Weihnachtsgeschäfts schon vorher über die Ladentheke gegangen ist. Der von der GfK-Gruppe ermittelte Konjunkturindikator für Januar hielt sich unverändert bei 5,6 Punkte und damit leicht über den Erwartungen.

Geplatzer Deal gut für Telekom

Bei den Einzelwerten dürften die Titel der Deutschen Telekom im Anlegerfokus nach dem geplatzten AT&T-Deal stehen. Das Aus sollte den Kurs der Telekom laut Händlern nicht mehr stärker belasten. "Angesichts des politischen Widerstands hat sich der Abbruch des Deals abgezeichnet", so ein Händler. AT&T habe bereits vor einigen Tagen Verhandlungen über den Verkauf von Geschäftsteilen als Voraussetzung für die Übernahme beendet, das sei ein klares Zeichen für den bevorstehenden Abbruch gewesen. Im Aktienkurs der Deutschen Telekom sei ein Abbruch vermutlich schon eingepreist, so die equinet-Analysten bereits vor einigen Tagen.

Immerhin stehe die Deutsche Telekom besser da als vor Beginn der Verhandlungen, meinen Marktteilnehmer. Sie erhalte nun von AT&T unter anderem eine Einmalzahlung von 3 Mrd. Dollar. Die Deutsche Telekom könne nun entweder in die US-Tochter investieren oder diese in Teilen verkaufen. "Der Markt setzt zunächst einmal darauf, dass die Telekom die Tochter behält", so ein Marktteilnehmer mit Verweis auf Sprint. Der Kurs der Nummer drei im US-Mobilfunk-Markt legte nachbörslich um 6 Pozent zu. 

FMC vor Käufen

Eine Kursdelle bei FMC dürfte laut Händlern zum Kauf einladen. "Profit- und Umsatzwarnung haben nur ein geringes Ausmaß", so ein Händler. Außerdem seien lediglich Währungseffekte für die Warnung verantwortlich. "Mit der Gefahr des Credit Crunch werden Anleger weiterhin auf Safe Havens setzen", so der Händler.

Quelle: ntv.de, DJ/rts

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