Archiv

EFSF und der HebelDax vor Plus-Sprung

19.10.2011, 08:20 Uhr
loewe
(Foto: picture-alliance/ dpa)

EFSF-Hebel-Diskussionen und diverse Quartalszahlen aus dem US-Hightech-Sektor sowie die Bonitätsherabstufung Spaniens durch Moody's - das sind die bestimmenden Themen am deutschen Aktienmarkt. Die positiven Nachrichten scheinen dabei, die negativen zu überdecken, denn der Markt erwartet ein deutliches Plus zum Handelsauftakt.

Na, wenn das nichts wird: Die Hoffnung auf eine

Hebelung des Euro-Rettungsschirms EFSF

dürfte dem Dax am Mittwoch zur Eröffnung Auftrieb geben. Banken und Broker sehen den deutschen Leitindex

Dax

rund 1,6 Prozent über seinem Schlusskurs vom Dienstag, als er gegen den europäischen Gesamttrend 0,3 Prozent auf 5877 Zähler zugelegt hatte.

An der

Wall Street und

in Tokio sorgte ein Bericht des "Guardian" für steigende Kurse, in dem von einer Einigung Deutschlands und Frankreichs auf eine

Hebelung des EFSF auf 2 Billionen Euro

die Rede war. In EU-Kreisen wurde die Meldung dementiert, in der Bundestagsfraktion der Union hieß es, dass Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble nur darauf verwiesen habe, dass in der EU-Kommission Modelle durchgerechnet würden.

Positive Vorgaben

In New York beendete der

Dow-Jones-Index

den Handel mit einem Plus von 1,6 Prozent bei 11.577 Punkten. Der

S&P-500-Index

schloss bei 1225 Punkten, ein Plus von zwei Prozent. Der Index der

Nasdaq

gewann 1,6 Prozent und ging mit 2657 Punkten aus dem Handel. Zum Handelsschluss in Europa hatten die Indizes noch in der Nähe ihres Vortagesniveau notiert. In Japan gewann der

Nikkei

0,3 Prozent auf 8763 Zähler. Der

Shanghai-Composite

notierte nahezu unverändert.

Finanztitel

geben im Dax im frühen Handel den Ton an. Bei Lang & Schwarz steigen die Aktien der

Commerzbank

um 3,4 Prozent, die der

Deutschen Bank

um 2,9 Prozent und die der

Allianz

um 1,9 Prozent. "Die Quartalszahlen der

Bank of America

und von

Goldman Sachs

sind nicht so schlimm ausgefallen wie befürchtet, das beruhigt die Anleger erst einmal", sagt ein Händler. Inwieweit die Medienberichte über eine milliardenschwere Hebelung des Euro-Rettungsschirmes EFSF den Aktien Auftrieb gebe, sei schwer abzuschätzen. "Das kann auch nur ein

Strohfeuer sein. Der Schirm kann ja nicht endlos aufgebläht werden."

Von Apple bis Intel

Bei den Einzelwerten dürften nach den Quartalszahlenberichten von

Yahoo

,

Intel

und

Apple

die Hightech-Werte in den Fokus der Anleger rücken. Yahoo konnte ebensowenig überzeugen wie Apple.

Der iPhone-Konzern wartete zwar mit einem Umsatz- und Gewinnsprung auf, am Markt waren aber noch bessere Zahlen erwartet worden.

Intel wiederum fuhr das sechste Quartal in Folge ein Rekordergebnis ein.

Wacker und im Dialog

Intel helfen

Wacker Chemie:

Die Titel legen bei Lang & Schwarz 3,2 Prozent zu und gehören damit zu den Spitzenreitern im MDax . Die Papiere des für die Halbleiter-Industrie tätigen deutschen Unternehmens reagierten gewöhnlich sehr sensibel auf die Ergebnisse von Intel, sagt ein Händler. Die in Frankfurt gelisteten

Papiere des weltgrößten Chipherstellers gewinnen 3,2 Prozent.

Die unerwartet schwachen Quartalsergebnisse von Apple machen

Dialog Semiconductor

zu schaffen. Die im TecDax gelisteten Aktien des Chipdesigners sacken gegen den Markttrend 2,8 Prozent ab. Dialog arbeitet unter anderem mit Apple zusammen. Die Anteilsscheine des US-Konzerns hatten nachbörslich an der Wall Street fünf Prozent nachgegeben.

Software AG können überzeugen

Eine stark rückläufige Marge des US-Produzenten von LED-Komponenten Cree im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2011/2012 könnte auch den

Aixtron-Kurs

etwas belasten, sagen Händler. Wegen steigender Kosten ist die Marge von Cree um 12,2 Prozentpunkte auf 36,4 Prozent eingebrochen. Die Aktie gab nachbörslich um rund 4 Prozent nach. "Man darf aber nicht übersehen, dass bei Aixtron schon viel Negatives eingepreist ist", gibt ein Händler

zu bedenken.

Positiv für

Software AG

werten Händler die vorläufigen Zahlen. "Die bestätigte Gewinnprognose ist in Ordnung", sagt ein Händler. Schließlich habe sich die Aktie aus Sorgen vor einem Investitions-Einbruch bei den Unternehmen seit dem Sommer im Tief fast halbiert. Daher bestehe nun Potenzial, die guten

Nachrichten in steigende Kurse umzusetzen.

Zudem sei der stagnierende Umsatz überwiegend auf negative Deviseneffekte zurückzuführen und nicht operativ. Währungsbereinigt soll der Umsatz künftig um 10 bis 15 Prozent steigen.

K+S und Conti

Continental

stehen mit den erwarteten Geschäftszahlen des schwedischen Konkurrenten und Kugellagerherstellers

SKF

im Blick. Sollte es hier zu einer positiven Überraschung kommen, dürften auch Conti davon kräftig profitieren. Bereits am Vortag hatte eine Analyse von J.P.Morgan positiv für den ganzen Sektor der Autozulieferer gewirkt, da die Analysten auf Kapazitätsengpässe verwiesen hatten und damit eine

steigende Preissetzungsmacht der Hersteller angedeutet hatte.

Die direkten Konkurrenten von SKF wie

FAG Kugelfischer

,

INA

und

LuK

gehörten allesamt der Schaeffler-Gruppe, daher sei Conti die einzige Aktie, um diese "Zulieferer-Story" zu spielen.

Keine große Story für

K+S

sehen Händler im nun abgeschlossenen Verkauf der Hausdüngersparte Compo an den Finanzinvestor Triton. "Das war lange kommuniziert und Triton der einzige Bieter zum Schluss", sagt ein Händler. Nach Abzug übernommener Verbindlichkeiten rechnet K+S mit einem Barmittelzufluss rund 150 Mio.

Euro. Der Verkauft erfolgte, da sich die Kasselaner in Zukunft verstärkt auf Kali- und Magnesiumprodukte sowie Salz konzentrieren wollen.

Quelle: bad/rts/DJ