EFSF und der HebelDax vor Plus-Sprung

EFSF-Hebel-Diskussionen und diverse Quartalszahlen aus dem US-Hightech-Sektor sowie die Bonitätsherabstufung Spaniens durch Moody's - das sind die bestimmenden Themen am deutschen Aktienmarkt. Die positiven Nachrichten scheinen dabei, die negativen zu überdecken, denn der Markt erwartet ein deutliches Plus zum Handelsauftakt.
Na, wenn das nichts wird: Die Hoffnung auf eine
Hebelung des Euro-Rettungsschirms EFSF
dürfte dem Dax am Mittwoch zur Eröffnung Auftrieb geben. Banken und Broker sehen den deutschen Leitindex
Dax
rund 1,6 Prozent über seinem Schlusskurs vom Dienstag, als er gegen den europäischen Gesamttrend 0,3 Prozent auf 5877 Zähler zugelegt hatte.
An der
Wall Street und
in Tokio sorgte ein Bericht des "Guardian" für steigende Kurse, in dem von einer Einigung Deutschlands und Frankreichs auf eine
Hebelung des EFSF auf 2 Billionen Euro
die Rede war. In EU-Kreisen wurde die Meldung dementiert, in der Bundestagsfraktion der Union hieß es, dass Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble nur darauf verwiesen habe, dass in der EU-Kommission Modelle durchgerechnet würden.
Positive Vorgaben
In New York beendete der
Dow-Jones-Index
den Handel mit einem Plus von 1,6 Prozent bei 11.577 Punkten. Der
S&P-500-Index
schloss bei 1225 Punkten, ein Plus von zwei Prozent. Der Index der
Nasdaq
gewann 1,6 Prozent und ging mit 2657 Punkten aus dem Handel. Zum Handelsschluss in Europa hatten die Indizes noch in der Nähe ihres Vortagesniveau notiert. In Japan gewann der
Nikkei
0,3 Prozent auf 8763 Zähler. Der
Shanghai-Composite
notierte nahezu unverändert.
Finanztitel
geben im Dax im frühen Handel den Ton an. Bei Lang & Schwarz steigen die Aktien der
Commerzbank
um 3,4 Prozent, die der
Deutschen Bank
um 2,9 Prozent und die der
Allianz
um 1,9 Prozent. "Die Quartalszahlen der
Bank of America
und von
Goldman Sachs
sind nicht so schlimm ausgefallen wie befürchtet, das beruhigt die Anleger erst einmal", sagt ein Händler. Inwieweit die Medienberichte über eine milliardenschwere Hebelung des Euro-Rettungsschirmes EFSF den Aktien Auftrieb gebe, sei schwer abzuschätzen. "Das kann auch nur ein
Strohfeuer sein. Der Schirm kann ja nicht endlos aufgebläht werden."
Von Apple bis Intel
Bei den Einzelwerten dürften nach den Quartalszahlenberichten von
Yahoo
,
Intel
und
Apple
die Hightech-Werte in den Fokus der Anleger rücken. Yahoo konnte ebensowenig überzeugen wie Apple.
Der iPhone-Konzern wartete zwar mit einem Umsatz- und Gewinnsprung auf, am Markt waren aber noch bessere Zahlen erwartet worden.
Intel wiederum fuhr das sechste Quartal in Folge ein Rekordergebnis ein.
Wacker und im Dialog
Intel helfen
Wacker Chemie:
Die Titel legen bei Lang & Schwarz 3,2 Prozent zu und gehören damit zu den Spitzenreitern im MDax . Die Papiere des für die Halbleiter-Industrie tätigen deutschen Unternehmens reagierten gewöhnlich sehr sensibel auf die Ergebnisse von Intel, sagt ein Händler. Die in Frankfurt gelisteten
Papiere des weltgrößten Chipherstellers gewinnen 3,2 Prozent.
Die unerwartet schwachen Quartalsergebnisse von Apple machen
Dialog Semiconductor
zu schaffen. Die im TecDax gelisteten Aktien des Chipdesigners sacken gegen den Markttrend 2,8 Prozent ab. Dialog arbeitet unter anderem mit Apple zusammen. Die Anteilsscheine des US-Konzerns hatten nachbörslich an der Wall Street fünf Prozent nachgegeben.
Software AG können überzeugen
Eine stark rückläufige Marge des US-Produzenten von LED-Komponenten Cree im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2011/2012 könnte auch den
Aixtron-Kurs
etwas belasten, sagen Händler. Wegen steigender Kosten ist die Marge von Cree um 12,2 Prozentpunkte auf 36,4 Prozent eingebrochen. Die Aktie gab nachbörslich um rund 4 Prozent nach. "Man darf aber nicht übersehen, dass bei Aixtron schon viel Negatives eingepreist ist", gibt ein Händler
zu bedenken.
Positiv für
Software AG
werten Händler die vorläufigen Zahlen. "Die bestätigte Gewinnprognose ist in Ordnung", sagt ein Händler. Schließlich habe sich die Aktie aus Sorgen vor einem Investitions-Einbruch bei den Unternehmen seit dem Sommer im Tief fast halbiert. Daher bestehe nun Potenzial, die guten
Nachrichten in steigende Kurse umzusetzen.
Zudem sei der stagnierende Umsatz überwiegend auf negative Deviseneffekte zurückzuführen und nicht operativ. Währungsbereinigt soll der Umsatz künftig um 10 bis 15 Prozent steigen.
K+S und Conti
Continental
stehen mit den erwarteten Geschäftszahlen des schwedischen Konkurrenten und Kugellagerherstellers
SKF
im Blick. Sollte es hier zu einer positiven Überraschung kommen, dürften auch Conti davon kräftig profitieren. Bereits am Vortag hatte eine Analyse von J.P.Morgan positiv für den ganzen Sektor der Autozulieferer gewirkt, da die Analysten auf Kapazitätsengpässe verwiesen hatten und damit eine
steigende Preissetzungsmacht der Hersteller angedeutet hatte.
Die direkten Konkurrenten von SKF wie
FAG Kugelfischer
,
INA
und
LuK
gehörten allesamt der Schaeffler-Gruppe, daher sei Conti die einzige Aktie, um diese "Zulieferer-Story" zu spielen.
Keine große Story für
K+S
sehen Händler im nun abgeschlossenen Verkauf der Hausdüngersparte Compo an den Finanzinvestor Triton. "Das war lange kommuniziert und Triton der einzige Bieter zum Schluss", sagt ein Händler. Nach Abzug übernommener Verbindlichkeiten rechnet K+S mit einem Barmittelzufluss rund 150 Mio.
Euro. Der Verkauft erfolgte, da sich die Kasselaner in Zukunft verstärkt auf Kali- und Magnesiumprodukte sowie Salz konzentrieren wollen.