Marktberichte

"Eine starke Währung muss es geben" Dollar hat die Nase vorn

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(Foto: dpa)

Der Euro kämpft hart um die Marke bei 1,28 Dollar. Devisenexperten zufolge profitiert der Greenback von der Niedrigzinspolitik der europäischen Notenbanken.

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,19

Der Dollar hat am Nachmittag auf breiter Wechselkursfront aufgewertet. Der Euro ist zur US-Währung auf 1,2819 Dollar und damit auf den niedrigsten Stand seit Anfang April gefallen.

Gestiegen ist der Dollar auch zum Pfund Sterling, Schweizer Franken und zum Kanada-Dollar. "Bei all den jüngsten Zinssenkungen rund um die Welt muss es einen Gewinner geben, und das scheint eben der Dollar zu sein", sagt Eugen Keller von der Metzler Bank.

Keller begründet die Stärke des Greenback mit den niedrigeren Leitzinsen in der Eurozone, Australien, Südkorea, Thailand oder der Türkei. "Einige dieser Zinssenkungen waren überraschend. Wenn diese Staaten ihre Währungen abwerten, dann muss es an den Devisenmärkten auch eine starke Währung geben", sagt Keller. "Der Dollar muss dies gegenwärtig schultern".

In das Bild eines starken Dollars passe, dass der Dollar-Index über 84 Punkte gestiegen sei auf den höchsten Stand des Jahres. "Der Dollar-Index läuft Wechselkurspaaren wie dem Euro/Dollar oftmals zeitlich voraus", erläutert der Analyst. Der Dollar-Index bildet die US-Währung gegen einen Korb aus sechs anderen Valuten ab. Dazu zählen neben dem Euro der Yen, das Pfund Sterling, der Kanada-Dollar, die schwedische Krone und der Schweizer Franken. Die Gemeinschaftswährung ist mit mehr als der Hälfte das Schwergewicht in diesem Währungskorb.

Zuvor hatten Anzeichen auf eine Straffung der ultralockeren US-Geldpolitik in diesem Jahr dem Dollar bereits Auftrieb gegeben. Händler verwiesen auf Äußerungen des Chefs der Notenbank von San Francisco, John Williams, dem zufolge die US-Zentralbank ihre Bond-Ankäufe im Laufe des Jahres drosseln und zum Jahresende womöglich sogar einstellen könnte.

In den vergangen acht Handelstagen ist die europäische Gemeinschaftswährung um mehr als drei US-Cent abgerutscht. Zuletzt hat die Abwärtsdynamik des Euro aber nachgelassen. Zu erklären ist dies unter anderem mit schwachen US-Konjunkturdaten.

Quelle: ntv.de, ddi/rts/dpa

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