Marktberichte

Mehr als 630 Punkte sind weg Dow Jones stürzt ab

Nach der Herabstufung der US-Kreditwürdigkeit brechen auch an der Wall Street alle Dämme. Der Dow Jones rauscht regelrecht nach unten und schließt mit einem Minus von 5,6 Prozent klar unterhalb der Marke von 11.000 Punkten. S&P-500 und Nasdaq-Index verlieren je fast sieben Prozent. Vor allem Bank- und Energiewerte "bluten".

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Frustrierter Wall-Street-Händler.

(Foto: AP)

Die US-Börsen haben Amerikas Verlust der Kredit-Bestnote "AAA" teuer bezahlt: In New York gingen alle drei großen Indizes am Montag mit massiven Verlusten aus dem Handel. Sämtliche Aktien im S&P 500 schlossen im Minus. Damit schwappte die Verkaufswelle nach der Herabstufung der US-Staatsanleihen durch die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) nach Handelsschluss am Freitag einmal um die ganze Welt. Die Umsätze waren so hoch wie seit dem Tag nach dem Flash-Crash nicht mehr.

Auch die anhaltende Sorge über die Schuldenkrise in Europa trug zu den Verlusten bei, obwohl die Europäische Zentralbank (EZB) Händlern zufolge spanische und italienische Anleihen für mehrere Milliarden Euro aufkaufte.

Alle drei großen US-Indizes verloren mehr als fünf Prozent. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 5,6 Prozent tiefer bei 10.809 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 sackte um 6,7 Prozent auf 1119 Zähler ab - der größte Verlust nach Prozenten seit Dezember 2008. Der Index der Technologiebörse Nasdaq lag 6,9 Prozent im Minus bei 2357 Stellen. Die Nervosität der Händler schlug sich im Volatilitäts-Index VIX nieder: Der sogenannte "Angst-Index" lag am Ende bei 48 Punkten - ein Anstieg um 50 Prozent - und damit zum ersten Mal seit Mai 2010 auf mehr als 45 Punkte.

Weltweit hatte die Handelswoche mit einer Talfahrt begonnen: Der japanische Leitindex verlor 2,2 Prozent, der chinesische 3,8 Prozent. In Frankfurt brach der Dax bei sehr hohem Umsatz fünf Prozent ein auf 5923,27 Punkte und schloss damit so niedrig wie seit fast einem Jahr nicht mehr.

In New York wurde auf die trüben Wirtschaftsperspektiven verwiesen. "Am Markt konzentriert man sich auf Probleme beim langfristigen, nachhaltigen Wachstum", sagte Jonathan Golub von UBS. "Das ist der Grund, warum der Markt Kinnhaken einstecken muss." Die Herabstufung durch S&P habe die Sorgen über die Situation in Europe und über die Wachstumsaussichten noch verstärkt, sagte John Carey von Pioneer Investment Management. "Die Leute fragen sich, 'Kann die Wirtschaft so immer noch wachsen?'"

In den USA kamen insbesondere Bankentitel unter Verkaufsdruck. Bank of America-Aktien rutschten um 20,3 Prozent ab, allerdings auch wegen einer Milliardenklage von AIG. Der Kurs von Citigroup-Papieren fiel um 16,4 Prozent.

Auch Energiewerte mussten kräftig Federn lassen: Halliburton-Aktien büßten 9,9 Prozent ein, die von Exxon Mobil gaben um rund 6,2 Prozent nach. U.S.-Steel-Papiere verloren 13,0 Prozent.

Quelle: n-tv.de, rts

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