Marktberichte

ESM ist durch Euro erklimmt neue Höhen

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Im Streit über die richtige Strategie für die Eurorettung schlagen jetzt die Karlsruher Verfassungsrichter Pflöcke ein.

(Foto: REUTERS)

Nachdem die Karlsruher Richter den Rettungsfonds ESM mit Auflagen durchgewunken haben, klettert der Euro auf den höchsten Stand seit Mitte Mai. Nachdem das Thema durch ist, richtet sich der Blick jetzt auf die USA.

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,08

Der Euro ist nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Rettungsfonds ESM weiter gestiegen. Nachdem das Gericht mehrere Eilanträge gegen den ESM abgelehnt hatte, kletterte die Gemeinschaftswährung bis auf 1,2936 US-Dollar. Das ist der höchste Stand seit Mitte Mai. Einige Börsianer halten Kurse von über 1,30 Dollar wieder für möglich. Andere warnten aber auch vor Übertreibungen.

Am Rentenmarkt warfen die Investoren die als sicher geltenden deutschen Bundesanleihen aus den Portfolios und kauften spanische und italienische Papiere. Italien konnte sich so günstig wie seit März nicht mehr verschulden. Deutschland musste den Anlegern dagegen etwas mehr Rendite zahlen.

Vor der Gerichtsentscheidung hatte es starke Kursschwankungen gegeben, der Euro hatte kurzzeitig einen Cent weniger als im Tageshoch gekostet. Das Verfassungsgericht hatte am Mittwochvormittag den ESM unter Auflagen genehmigt.

"Das ist im Prinzip ein Freibrief", sagte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. "Der Fiskalpakt ist durch. Der ESM muss nicht neu verhandelt werden. Damit kann er sicher im Laufe des Oktober seine Arbeit aufnehmen."

Unterstützt wird der Euro auch von Spekulationen über eine weitere Lockerung der Geldpolitik in den USA. Da in der weltgrößten Volkswirtschaft die Zinsen schon nahe null stehen, könnte es ein drittes Anleihe-Kaufprogramm geben. Der Offenmarktausschuss der Fed berät ab dem heutigen Mittwoch über die Lage und wird seine Entscheidung am Donnerstagabend (MESZ) bekanntgeben.

Neben dem ESM-Urteil steht die Wahl in den Niederlanden im Fokus. Allerdings dürfte der Markt erst am Donnerstag darauf reagieren können. Inzwischen rechnen die meisten Börsianer mit einem Euro-freundlichen Wahlausgang. Die Wahllokale schließen um 21 Uhr.

Quelle: ntv.de, ddi/rts/dpa