Marktberichte

Dank Bernankes Geldspritze Euro knackt 1,31er Marke

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Ben Bernanke: Fed-Geld für die US-Konjunktur, der Euro profitiert zunächst.

(Foto: REUTERS)

Ben Bernanke enttäuscht die Märkte nicht. Die US-Notenbank pumpt wieder neues Billiggeld ins System um die US-Konjunktur zu stützen. Doch zunächst profitiert davon aber die europäische Gemeinschaftswährung.

Die Ankündigung der US-Notenbank Fed, noch mehr Geld in den Markt zu pumpen, hat den Euro weiter beflügelt. Trotz der weiter schwelenden Schuldenkrise stieg die Gemeinschaftswährung erstmals seit Anfang Mai über die Marke von 1,31 US-Dollar. Dafür sind nach laut Ökonomen vor allem die Europäische Zentralbank (EZB) und die US-Notenbank (Fed) verantwortlich, die unbeschränkte Anleihekäufe angekündigt haben. Im Juli war die Gemeinschaftswährung zunächst bis auf 1,20 Dollar gefallen, nachdem sich die Krise an den Anleihemärkten der Krisenländer Italien und Spanien deutlich verschärft hatte. Die Wende brachte dann am 26. Juli EZB-Präsident Mario Draghi. "Die EZB wird alles Notwendige tun, um den Euro zu erhalten", hatte er in London gesagt und hinzugefügt: "Und glauben Sie mir - es wird ausreichen."Seit der Ankündigung hat der Euro fast fünf US-Cent an Wert gewonnen.

Auch die Staatsanleihen der Euro-Krisenländer verzeichneten eine verstärkte Nachfrage: Seit Ende Juli ist die Rendite zehnjähriger italienischer Staatsanleihen von 6,5 Prozent auf 4,9 Prozent zurückgegangen, die Zinsen der spanischen Zehnjahresanleihe sank von 7,5 auf 5,5 Prozent. Noch deutlicher war der Rückgang im zweijährigen Bereich. Schließlich will die EZB nur Anleihen mit einer Laufzeit von bis zu drei Jahren kaufen. Spanien und Italien gelten als mögliche Kandidaten für das neue Kaufprogramm.

Die in Krisenzeiten gern als sicherer Hafen angefahrenen Bundesanleihen verloren dagegen an Attraktivität und gaben nach. Der Dollar-Index, der gegenüber einem Korb von sechs anderen wichtigen Währungen ermittelt wird, fiel dagegen auf das niedrigste Niveau seit vier Monaten. Zum Yen notierte der Dollar mit 77,67 Yen sogar auf dem niedrigsten Stand seit sieben Monaten.

Die Fed will der US-Konjunktur mit umfassenden Wertpapierkäufen unter die Arme greifen. Bereits ab kommenden Freitag sollen Monat für Monat Immobilienpapiere für rund 40 Mrd. Dollar aufgekauft werden. Umgerechnet entspricht das einem monatlichen Engagement von rund 31 Mrd. Euro.

Beim Euro erwarten Devisen-Experten keine anhaltende Kursrally zum Dollar. Er rechne nicht damit, dass es weit über die Marke von 1,30 Dollar hinaus gehe, sagte Akira Hoshino von der Bank Tokyo-Mitsubishi UFJ. Die Euro-Schuldenkrise scheine zunächst eingedämmt zu sein, ein zu starker Euro werde aber die Exportwirtschaft in dem Währungsraum schwächen. Verantwortliche in der Euro-Zone dürften deshalb mit dem Anstieg des starken Euro nicht wirklich glücklich sein, fügte Hoshino hinzu.

Quelle: ntv.de, rts

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