Marktberichte

Nach deutschen Inflationsdaten Euro sackt ab

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(Foto: dpa)

Der Euro bewegt sich am Dienstag lange innerhalb der Spanne zwischen 1,3860 und 1,3870 US-Dollar. Die deutsche Teuerungsrate liegt allerdings unter der Markterwartung - mit dem Eurokurs geht es abwärts.

Der Euro hat am Dienstag spürbar nachgegeben. Beobachter nannten Inflationsdaten aus Deutschland als Grund. Am späten Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,3825 US-Dollar. Das war etwa ein halber Cent weniger als das Tageshoch. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,3826 (Montag: 1,3861) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7233 (0,7214) Euro.

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,12

Nach einem eher gemächlichen Vormittagshandel geriet der Euro am Nachmittag deutlich unter Druck. Auslöser waren Inflationszahlen aus Deutschland. Zwar hat sich der Preisauftrieb im April von niedrigem Niveau aus verstärkt, allerdings nicht so stark wie von Analysten erwartet. Sollte die Teuerung im Euroraum ebenfalls hinter den Erwartungen zurück bleiben, dürften Spekulationen auf eine erneute geldpolitische Lockerung der EZB weiter zunehmen. Die Zahlen stehen an diesem Mittwoch an.

Die fragil die konjunkturelle Erholung im Währungsraum ist, zeigten unterdessen neue Frühindikatoren und Kreditdaten. Die Wirtschaftsstimmung im Euroraum hat sich im April erstmals seit längerem eingetrübt, während die Banken sich mit Ausleihungen an die Wirtschaft nach wie vor zurückhalten. Ob die EZB ihre bereits expansive Geldpolitik deswegen weiter lockert, ist unter Analysten strittig.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,82220 (0,82280) britische Pfund, 142,03 (141,85) japanische Yen und 1,2200 (1,2181) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1297,75 (1299,00) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 29 420,00 (29 670,00) Euro.

Geringere Kreditvergabe der Banken

Die Banken in der Eurozone knausern weiterhin mit Krediten. Insgesamt vergaben sie im März 2,2 (Februar: 2,2) Prozent weniger Darlehen als im Vorjahresmonat, wie die Europäische Zentralbank (EZB) mitteilte. Experten hatten lediglich mit einem Rückgang um 2,1 Prozent gerechnet.

Das Wachstum der für die Zinspolitik der EZB wichtigen Geldmenge M3 lag bei 1,1 (Februar: 1,3) Prozent. Im gleitenden Dreimonatsdurchschnitt (Januar bis März) erhöhte sich M3 um 1,2 Prozent. M3 umfasst unter anderem Bargeld, Einlagen auf Girokonten, kurzfristige Geldmarktpapiere sowie Schuldverschreibungen mit bis zu zwei Jahren Laufzeit. Eine stark wachsende Geldmenge signalisiert eine potenzielle Inflationsgefahr.

Quelle: n-tv.de, wne/dpa/rts/DJ