Marktberichte

Neue Inflation durch Billiggeld? Fed treibt Goldpreis hoch

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Die US-Notenbank flutet die Märkte mit neuem Billiggeld - das treibt Gold und Rohstoffpreise weltweit in neue Höhen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die dritte Runde von Wertpapieraufkäufen durch die US-Notenbank weckt an den Rohstoffmärkten Hoffnungen auf eine Konjunkturerholung: Die Preise für Öl - und Edelmetalle ziehen spürbar an. Bei Goldanlegern treibt allerdings die Angst vor Inflation die Preise. Denn die Notenbank will solange billiges Geld in den Markt pumpen, bis sich die Wirtschaft spürbar erholt hat.

Die Rohstoffpreise haben am Freitag nach der weiteren geldpolitischen Lockerung der US-Notenbank deutlich angezogen. Die Feinunze Gold kostete 1777 Dollar. Das sind 0,6 Prozent mehr als im späten Vortagesgeschäft und soviel wie seit Februar nicht mehr. Den Anstieg auf ein Sieben-Monats-Hoch erklärten Händler mit der Angst vor einer spürbar anziehenden Inflation, wenn die Notenbanken so viel billiges Geld in den Markt pumpen. Dagegen sichern sich Investoren gern mit Gold ab.

Die US-Notenbank hatte am Donnerstag  zum Frontalangriff auf die Arbeitslosigkeit in Amerika geblasen.  Die dritte geldpolitische Lockerung der Fed innerhalb von knapp vier Jahren solle verhindern, dass die US-Konjunktur stagniere, sagte Fed-Chef Ben Bernanke in Washington. Die Währungshüter hatten angekündigt, pro Monat für 40 Mrd. US-Dollar mit Hypotheken besicherte Wertpapiere kaufen zu wollen, bis sich die Lage am US-Arbeitsmarkt endlich spürbar verbessert. Zudem will die Fed die historischen Niedrigzinsen nun bis Mitte 2015 nahe Null belassen. Eigentlich sollten die Leitzinsen Ende 2014 wieder steigen. "Die Party geht weiter", sagte ein Börsianer.

Die Tonne Kupfer war zu einem Preis von 8408 Dollar so teuer wie seit Mai nicht mehr. Auch die Ölpreise kletterten. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete rund 1,8 Prozent mehr. In der Hoffnung auf eine anziehende Nachfrage verteuerte sich auch amerikanisches WTI-Öl um 1,3 Prozent auf knapp 100 Dollar. Die neuen Konjunkturmassnahmen der Fed hätten die Ölpreise gestützt, sagten Händler. Es gebe die Hoffnung, dass durch die Käufe von mit Hypotheken besicherten Wertpapieren die Konjunktur angekurbelt werde und so auch die Nachfrage nach Rohöl. Zudem wirke sich auch der gefallene Wechselkurs des Dollar positiv auf die Ölpreise aus. Ein schwächerer Dollar macht Rohöl für Anleger aus anderen Währungsräumen günstiger.

Quelle: ntv.de, nne/hvg/dpa/rts

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