Marktberichte

Hoffen auf Signal der Fed Franken macht den Stich

Die Flucht in vermeintlich sichere Werte treibt die Akteure am Devisenmarkt weiter in den Schweizer Franken. Der Euro markiert zur Alpenwährung ein neues Rekordtief, während die Gemeinschaftswährung im Kräftemessen mit dem US-Dollar kurzzeitig die Oberhand gewinnt.

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(Foto: dpa)

Der Euro startet mit leichten Wechselkursgewinnen zum Dollar in den Dienstag. Im frühen europäischen Handel kostet die Gemeinschaftswährung 1,4236 US-Dollar nach 1,4180 US-Dollar im späten montäglichen Geschäft in New York. Dessen ungeachtet dominiert an den Devisenmärkten aber weiter die von Staatsschuldenkrisen und sich verdüsternden Konjunkturaussichten auf beiden Seiten des Atlantiks befeuerte Risikoaversion. Vor diesem Hintergrund markiert der Euro mit 1,0604 Franken ein neues Allzeittief zum Schweizer Franken. Auch das ebenfalls als sicherer Hafen geltende Gold steigt am Spot-Markt auf den neuen Rekordwert von 1.772,38 US-Dollar. Zum Londoner Nachmittag-Fixing am Montag kostete die Feinunze noch 1.693 US-Dollar.

Marktteilnehmer begründen den leichten Wechselkursanstieg der Gemeinschaftswährung zum Greenback mit Hoffnungen auf ein die Märkte beruhigendes Signal der Federal Reserve (Fed). Am Abend werden die Währungshüter um Chairman Ben Bernanke das Ergebnis ihrer geldpolitischen Beratungen veröffentlichen. "Eine Veränderung des Leitzinskorridors von 0,00 Prozent bis 0,25  Prozent wird es nicht geben. Die US-Notenbank könnte aber die Einlagenverzinsung von derzeit 0,25 Prozent reduzieren. Der Anreiz zur Reservehaltung bei der Federal Reserve würde sinken und Mittel könnten in den Geldmarkt fließen", sagt Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen.

Die US-Notenbank werde daneben wohl aber auch die Möglichkeit weiterer Staatsanleihekäufe in Betracht ziehen. Vorbereitende Stellungnahmen der Vertreter der Federal Reserve habe es nicht gegeben. Vielmehr hätten einige Mitglieder des Offenmarktausschusses sich eher skeptisch zu einer weiteren Bilanzausweitung geäußert. "Vor dem Hintergrund der konjunkturellen Eintrübung und der turbulenten Entwicklungen an den Finanzmärkten steigt die Wahrscheinlichkeit unseres Erachtens aber", so Umlauf.

Charttechnische Widerstände für den Euro zum Dollar macht er um 1,4367 US-Dollar, 1,4400 US-Dollar und 1,4431 US-Dollar aus. Unterstützungen lokalisiert er um 1,4056 US-Dollar, 1,4015 US-Dollar und 1,400 US-Dollar.

Quelle: n-tv.de, nne/DJ

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