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Hat sich die AfD verrechnet? Goldpreis auf Vierjahrestief

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(Foto: Reuters)

Die "falkenhafte" US-Notenbank mischt auch die Rohstoffmärkte auf. Der Goldpreis steht gehörig unter Druck, auch Silber fällt auf ein neues Tief. Ausgerechnet jetzt steigt die eurokritische AfD groß ins Geschäft mit dem Edelmetall ein.

Der Goldpreis fällt ungebremst weiter. Nachdem er erstmals seit Anfang Oktober unter die Marke von 1.200 Dollar gefallen war, sackte der Preis für die Feinunze Gold am Freitag um weitere zwei Prozent ab und fiel im Tief auf 1.166 Dollar. Damit liegt das Edelmetall unmittelbar in Reichweite des Tiefs von Ende Juli 2010. Damals hatte die Feinunze Gold 1.160 Dollar gekostet.

Gold
Gold in Euro 1.371,05

Den jüngsten Abwärtsimpuls hatte die US-Notenbank ausgelöst, als sie das Ende der Liquiditätsflut durch den Aufkauf von Wertpapieren verkündete. Zugleich äußerte sich US-Notenbankgouverneurin Janet Yellen etwas "falkenhafter" zur künftigen Geldpolitik und signalisierte damit eine baldige Zinswende in den USA im kommenden Jahr.

Das Ende der Dollarflut verbunden mit einer in Bälde anstehenden Zinserhöhung treiben den US-Dollar. Verstärkt wurde dieser Trend am Freitag durch die überraschende Ankündigung der Bank of Japan, ihre Stimuli für die Märkte auszudehnen.

Außer der Fed hatten auch die überraschend starken BIP-Daten in den USA dem Goldpreis am Donnerstag einen Nackenschlag versetzt - verstärkt das überzeugende US-Wachstum doch die Spekulation einer baldigen Zinswende.

"Anleger spüren, dass es bessere Investitionsmöglichkeiten als Gold gibt - besonders, wenn die Wirtschaft derart brummt", sagt Händler Frank Lesh von Futurepath. Mit dem Gold fallen auch die übrigen Edelmetallpreise: Silber ist so günstig wie zuletzt im März 2010, auch Platin gibt deutlich nach.

Gold als Alternative?

Da wirkt es unfreiwillig komisch, dass ausgerechnet jetzt die Alternative für Deutschland mit ihrem Einstieg in den Goldhandel für Wirbel sorgt. Parteichef Bernd Lucke machte zuletzt in der Talkshow "Hart aber fair" unverhohlen Werbung für das Edelmetall - und erntete dafür viel Kritik. Denn beim Blick auf den Goldchart stellt sich die Frage, ob der Münz- und Barrenkauf, den die rechtskonservativen D-Mark-Anhänger anbieten, derzeit eine gute Idee ist.

Die AfD scheint zumindest davon überzeugt. AfD-Sprecher Christian Lüth sagte Anfang Oktober, die Partei habe in den ersten 48 Stunden bereits Münzen und Barren für mehr als 210.000 Euro verkauft. Allerdings ist wohl gar nicht klar, ob diese Geschäfte überhaupt erlaubt sind. Laut einem Bericht der "Berliner Zeitung" prüft der Bundestag derzeit, ob der Goldverkauf mit dem Parteiengesetz in Einklang steht. Damit hänge der AfD-Plan, die Finanzen als Edelmetallhändler aufzubessern, in der Luft. Wie lange die Untersuchungen noch andauern, konnte Bundestagssprecher Ernst Hebeker der Zeitung nicht sagen.

Quelle: n-tv.de, sla/DJ/rts

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