Marktberichte

Verluste bekommen mehr Dynamik "Grexit" und Ölpreis drücken den Dow

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18.000 Punkte waren nicht drin an diesem Börsentag.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der schwache Ölpreis belastet den Handel an der Wall Street, hinzu kommt die Angst, Griechenland könnte aus der Euro-Zone austreten und andere Staaten "anstecken". Die New Yorker Börse schließt nach einem verlustreichen Tag.

Neues Jahr - alte Belastungen: Am Montag haben sich die Verluste der Wall Street aus der Vorwoche mit wachsender Dynamik ausgeweitet. "Der fallende Ölpreis bleibt das beherrschende Thema. Anleger müssen darüber hinaus mit der Euro-Abwertung fertig werden", fing Händler Brian Fenske von ITG die angekratzte Stimmung ein.

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Der Dow-Jones verlor 1,9 Prozent auf 17.502 Punkte und verbuchte damit den höchsten Tagesverlust seit Oktober 2014. S&P-500 und Nasdaq büßten 1,8 bzw. 1,6 Prozent ein. Umgesetzt wurden 845 (Freitag: 645) Millionen Aktien. Dabei kamen an der NYSE auf 751 (1.761) Kursgewinner 2.467 (1.423) -verlierer, während 53 (72) Titel unverändert schlossen.

"Öl ist der erste und wichtigste Gedanke in den Köpfen der Marktteilnehmer", brachte Händler Jesse Lubarsky von Raymond James die Sorgen und Nöte der Anleger auf den Punkt. Denn der Einbruch des Rohölpreises nahm am Montag noch einmal ordentlich Fahrt auf. Erstmals seit annähernd sechs Jahres war US-Öl für weniger als 50 Dollar zu haben gewesen.

Der Terminkontrakt für US-Leichtöl der Sorte WTI mit Fälligkeit Ende Januar fiel zwischenzeitlich bis auf 49,80 US-Dollar je Fass. Zum Settlement an der New Yorker Rohstoffbörse Nymex erholte sich der Preis wieder leicht auf 50,04 Dollar, was aber noch immer den tiefsten Schlussstand seit April 2009 darstellte.

Neue Gründe gab es nicht. Das Überangebot drückte weiter, außerdem belastete der immer stärkere Dollar. Dazu gesellten sich Berichte, wonach die russische Ölproduktion im Dezember weiter gestiegen war. Im vergangenen Jahr hatte sich das Erdölkartell Opec nicht auf Produktionssenkungen einigen können und die Talfahrt bei den Ölpreisen damit beschleunigt. Zudem wurde die Ölschieferproduktion in Nordamerika kräftig ausgeweitet. Und schließlich kam die Sorge hinzu, dass der weltgrößte Ölimporteur China wegen konjunktureller Probleme weniger Öl benötige.

Angst vor "Grexit"

Belastet wurde der Ölpreis zudem von der Währungsseite: Denn der Euro fiel auf ein Neunjahrestief zur US-Devise. Im Tief sank die Gemeinschaftswährung unter 1,19 Dollar, im späten US-Geschäft erholte sie sich bis auf 1,1945 Dollar. Am Freitagmorgen notierte sie allerdings noch bei 1,21 Dollar. Allein seit Jahresbeginn zeigte sich der Greenback mit 1,6 Prozent im Plus, nachdem er bereits 2014 den stärksten Jahresgewinn seit 2008 verbucht hatte.

Zum einen erwartet der Markt demnächst neue Lockerungsmaßnahmen der EZB. Zum andern lastet die politische Unsicherheit um Griechenland auf der europäischen Währung. Laut Medienberichten ist die Bundesregierung offenbar bereit, das Land notfalls aus der Eurozone ausscheiden zu lassen. Auch wenn Berlin dies zwischenzeitlich dementierte, der "Grexit" blieb Thema.

Das Thema Griechenland entfachte nicht nur am Devisenmarkt Besorgnis, auch die Wall Street zeigte sich langsam nervös. "Sollte Griechenland die Eurozone verlassen, fürchten Anleger die Ansteckung anderer Eurostaaten. Dann erleben wir eine Neuauflage der Eurokrise wie vor einigen Jahren", kommentierte Händler William Davies von Threadneedle die Schlagzeilen aus Europa.

Der Ölpreiseinbruch drückte den Energiesektor um knapp 4 Prozent ins Minus. Im Dow-Jones fielen Chevron um 3,9 Prozent und Exxon um 2,7 Prozent. Aber auch Caterpillar litten unter dem schwachen Ölpreis. Die Abhängigkeit des Baumaschinenherstellers von der Öl- und Gasbranche dürfte größer sein als allgemein angenommen, sagte J.P. Morgan und stufte die Aktie ab. Für die Aktie ging es um 5,3 Prozent abwärts. Allein diese drei Werte standen für rund ein Viertel der Dow-Verluste.

Amgen und Kite Pharma meldeten die Einigung über eine Forschungszusammenarbeit und eine Lizenzkooperation. Während Amgen um 1,2 Prozent nachgaben, schnellten Kite um 15,1 Prozent in die Höhe. Ford Motor und General Motors sanken um 3,9 bzw. 1,5 Prozent, nachdem die beiden Automobilkonzerne Dezember-Absatzzahlen veröffentlicht hatten. Cempra schossen nach positiven Studienergebnissen des Pharmaunternehmens um 7,2 Prozent in die Höhe.

Quelle: ntv.de, bdk/DJ

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