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Obama überzeugt nicht Konjunkturangst drückt US-Börsen

Adler

Grimmiger Blick in die Zukunft: Die Anleger sorgen sich.

(Foto: REUTERS)

Die Furcht vor einem Rückfall in die Rezession belastet die US-Börsen auch zu Beginn der neuen Handelswoche. Die drei großen Indizes geben jeweils mehr als ein Prozent nach. Auch neue Runden im großen Fusionskarussell können die Stimmung nicht drehen.

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Die US-Börsen haben am Montag mit Kursverlusten auf eine mit Spannung erwartete Rede von US-Präsident Obama reagiert, in der er zwar neue Konjunkturprogramme ankündigte, damit jedoch die Sorgen der Anleger nicht zerstreuen konnte. Die Börsianer vermissten in Obamas Äußerungen konkrete Vorhaben und ließen die Kurse weiter abgleiten. Auch der größte Anstieg bei den US-Konsumausgaben seit vier Monaten überzeugte nicht. Die überraschende Spendierfreude der amerikanischen Verbraucher sei nicht von Dauer, befürchteten Anleger. Deshalb richteten viele ihren Blick auf neue Konjunkturdaten im Verlauf der Woche.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 10.150 und einem Tief von 10.007 Punkten. Er schloss 1,4 Prozent leichter bei 10.009 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab 1,5 Prozent auf 1048 Stellen nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank um 1,6 Prozent auf 2119 Punkte.

Obamas Wirtschaftsberater erwägen, mit Steuersenkungen für Unternehmen den Arbeitsmarkt zu beleben. Auch eine Verlängerung von Steuererleichterungen für die Mittelschicht werde in Erwägung gezogen, sagte Obama.

Mark Luschini, Anlagestratege bei Janney Montgomery Scott, zeigte sich enttäuscht von Obamas Ankündigungen. Zur Schaffung von Arbeitsplätzen habe er vom Präsidenten nichts Neues gehört, zur Förderung des Verbrauchervertrauens habe sich Obama gar nicht geäußert. Der private Verbrauch macht in den USA gut zwei Drittel der Wirtschaftsleistung aus. Im Juli steigerten die US-Bürger ihre Konsumausgaben zwar um 0,4 Prozent und damit etwas stärker als erwartet. Damit die Kunden dauerhaft wieder tiefer ins Portemonnaie greifen, muss sich nach Ansicht der Experten die Lage auf dem Arbeitsmarkt deutlich verbessern.

Burt White von LPL Financial sieht hier die Konzerne in der Pflicht: Ohne eine Verbesserung der Lage auf dem Arbeitsmarkt würden die Verbraucher nicht dauerhaft mehr ausgeben. "Irgendwann müssen die Unternehmen ihren Beitrag leisten und Leute einstellen."

Kursverluste in allen Branchen

Die Anleger trennten sich von Aktien in verschiedensten Branchen, vor allem aber im Bankensektor: So gaben die Titel von Bank of America 2,5, von Citigroup 2,3 und von JP Morgan 2,1 Prozent nach.

Auch das sich weiter drehende Übernahmekarussell konnte die Anleger nicht aus der Defensive locken. Der französische Pharmariese Sanofi-Aventis will für 18,5 Milliarden Dollar den US-Biotechnologiekonzern Genzyme übernehmen. Genzyme lehnte ab. Die Hoffnung auf ein höheres Gebot trieb die Genzyme-Aktie um 3,4 Prozent nach oben.

Der Poker um den Datenspeicher-Spezialisten 3PAR geht weiter: Der US-Computerriese Dell prüft, ob der Konzern das erneut aufgestockte Angebot von Hewlett-Packard abermals überbieten wird. Dell-Papiere legten 1,2 Prozent zu, HP-Papiere gewannen 1,5 Prozent. Mit den 3PAR-Titeln ging es dagegen knapp zwei Prozent bergab.

Intel setzte unterdessen seine Einkaufstour fort. Für 1,1 Milliarden Euro übernimmt der weltgrößte Chipkonzern die Mobilfunksparte des deutschen Halbleiterkonzerns Infineon. Die Intel-Aktie reagierte mit einem Abschlag von 2,2 Prozent.

Der Handel in New York am Montag blieb so dünn wie bisher noch nie in diesem Jahr. An der New York Stock Exchange wechselten rund 817 Mio. Aktien den Besitzer. 668 Werte legten zu, 2317 gaben nach und 92 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,6 Mrd. Aktien 530 Titel im Plus, 2088 im Minus und 109 unverändert.

Quelle: n-tv.de, nne/rts

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