Marktberichte

Iran-Abkommen bewegt die Kurse Euro kämpft mit 1,35er Marke

34913469.jpg

Die Einigung mit Iran erzeugt generell eine neue Risikofreude, meinen Beobachter.

(Foto: picture alliance / dpa)

An den Devisenmärkten beginnt die neue Woche mit großflächigen Bewegungen: Die Einigung im Atomstreit mit dem Iran schiebt den Dollar-Kurs an und nährt Spekulationen um einen vorgezogenen Ausstieg aus den milliardenschweren Fed-Hilfen.

Der Euro muss am Devisenmarkt wieder einstecken. Am Nachmittag legte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,3514 Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7400 Euro. Im weiteren Verlauf kann die Gemeinschaftswährung die 1,35er Marke kurzzeitig nicht halten und rutscht bis auf 1,3492 Dollar.

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,11

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,83480 britische Pfund, 137,57 japanische Yen und 1,2311 Schweizer Franken fest.

Erst am Ende vergangener Woche hatte der Euro nach der Veröffentlichung des überraschend guten Ifo-Geschäftsklimaindex aus Deutschland die 1,35-Marke zurückerobert.

Insgesamt bleiben Devisenexperten skeptisch: Stuart Ive von OM Financial Markets hält angesichts der Konjunkturdaten, die in dieser Woche veröffentlicht werden, eine Seitwärtsbewegung in den kommenden Tagen für möglich. Der US-Dollar zieht unterdessen zum Yen an und nähert sich der Marke von 102 Yen.

Dollar steigt zum Yen

US-Dollar / Yen
US-Dollar / Yen 109,40

Die US-Währung markierte damit zum Yen ein neues Sechsmonatshoch. Beobachter erklären dies mit der überraschenden Einigung im Atomstreit mit dem Iran. Diese habe Sorgen hinsichtlich des konjunkturellen Ausblicks für die US-Wirtschaft verringert - auch aufgrund eines voraussichtlich sinkenden Ölpreises. Damit könnten auch Spekulationen über einen baldigen Beginn der Drosselung der expansiven US-Geldpolitik neue Nahrung erhalten. Gleichzeitig verliert der als Fluchthafen geltende Yen an Attraktivität.

Die Einigung zwischen den UN-Vetomächten und Deutschland einerseits sowie Iran andererseits habe der Risikofreude der Investoren generell einen Schub verliehen, hieß es. "Sichere Häfen", zu denen der Yen traditionell zählt, seien deswegen belastet worden.

Währungsexperte Osamu Takashima von der Citigroup hält einen Wechselkurs von 103 Yen und in der Folge sogar von 113 Yen für möglich, sollten die technischen Indikatoren weiter "bullish" bleiben.

Aussie-Dollar gibt nach

Die Reaktionen auf das Iran-Abkommen sorgten im Devisenhandel für deutliche Bewegungen. Der Australische Dollar fiel gegenüber dem US-Dollar auf den niedrigsten Stand seit elf Wochen, nachdem australische Notenbanker ihre Sorge über die feste Heimatwährung bekräftigt hatten.

Angesichts der Stärke des Aussie hatte Notenbankgouverneur Glenn Stevens vor dem Wochenende Interventionen ins Spiel gebracht, gleichzeitig jedoch darauf hingewiesen, dass die Notenbank in der Vergangenheit nicht interveniert habe, da der Nutzen die Kosten von Interventionen häufig nicht übertreffe. Am Morgen kostet der Aussie-Dollar 0,9123 US-Dollar und damit so wenig wie seit dem 6. September nicht mehr.

In Thailand belasten die Proteste gegen die Regierung das Vertrauen in die Währung des Landes. Der Baht verlor 0,5 Prozent an Wert. Pro Dollar wurden 31,97 Baht gezahlt und damit nur so viel wie zuletzt Anfang September. Zum Euro gab der Baht um 0,3 Prozent nach.

Rund 1000 Demonstranten okkupierten am Montag das Finanzministerium. Hunderte weitere Demonstranten versammelten sich vor dem staatlichen Medienzentrum in Thailands Hauptstadt. Insgesamt protestierten rund 30.000 Menschen in den Straßen der Stadt und forderten den Rücktritt von Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra. Am Sonntag waren etwa 100.000 Menschen in Bangkok gegen die Politik der Regierung auf die Strasse gegangen. Es war die größte Demonstration seit 2010.

Quelle: n-tv.de, mmo/DJ/dpa