Marktberichte

Yellen-Effekt am Devisenmarkt Euro streckt den Rücken

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Wie stark wird der Dollar vom Zinsanstieg profitieren?

(Foto: REUTERS)

Die US-Zinswende am Horizont erzeugt reichlich Gegenwind. Im Devisenhandel gewinnt der Dollar nach den Fed-Signale deutlich an Stärke. Vor dem Wochenende setzt der Euro zur Gegenbewegung an.

Der Kurs des Euro zieht am letzten Handelstag der Woche an. Bis zum frühen Vormittag steigt die europäische Gemeinschaftswährung um 0,14 Prozent auf 1,3796 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,3780 (Donnerstag: 1,3762) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7257 (0,7266) Euro. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,83570 (0,83455) britische Pfund, 141,07 (140,85) japanische Yen und 1,2182 (1,2190) Schweizer Franken fest.

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,16

Im asiatischen Handel hatte der Euro zeitweise nur 1,3776 Dollar gekostet. Die US-Notenbank hatte Mitte der Woche Spekulationen auf Leitzinserhöhungen bereits im ersten Halbjahr 2015 geschürt. Der Euro war daraufhin noch Mittwochabend und im Verlauf des Donnerstags zum Dollar stark unter Druck geraten. Händler sprachen mit Blick auf die leichte Kurserholung am Freitag von einer Gegenbewegung. Es werden im weiteren Handelsverlauf kaum wichtige Konjunkturdaten veröffentlicht. Allenfalls das europäische Verbrauchervertrauen könnte laut Händlern Beachtung finden.

Insgesamt hat die Aussicht auf ein Ende des ultrabilligen Geldes der US-Notenbank Fed vor allem den Dollar beflügelt. Die neue Fed-Chefin Janes Yellen hatte am Mittwochabend für 2015 erste Zinserhöhungen nach einer langen Phase des billigen Geldes in Aussicht gestellt. Dem Euro setzen zudem Äußerungen von EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger zu. Diese hatte bekräftigt, dass die Zinsen im Euro-Raum auf längere Zeit so niedrig wie jetzt oder auch niedriger bleiben könnten.

Seit dem jüngsten Fed-Entscheid wissen die Märkte dank Yellen nun einigermaßen, woran sie sind. Der Zeitpunkt einer ersten Zinserhöhung und eine Rückkehr zu geldpolitischer Normalität könnten zwar nun früher kommen, als von Anlegern erhofft. Gleichwohl liegen die Fakten jetzt - oder besser der Fahrplan - auf dem Tisch: In der ersten Jahreshälfte 2015 sollte es nun so weit sein und die Zinsschraube nach langer Zeit wieder angezogen werden.

Im Sog der US-Daten

Auch besser als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten belasteten die Gemeinschaftswährung am Vortag. Die Frühindikatoren deuten auf ein beschleunigtes Wachstum in der weltgrößten Volkswirtschaft hin. "Der Index zeigt sich robust und liefert einen freundlichen Konjunkturausblick", kommentierte Experte Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba).

Dass die Verkäufe bestehender Häuser im Februar auf Monatssicht leicht gesunken waren, war erwartet worden und belastete den Dollar nicht. Auch der leichte Anstieg der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Vorwoche entsprach den Vorhersagen. Beide Daten wurden dem strengen Winterwetter in Nordamerika zugeschrieben.

Quelle: ntv.de, ddi/dpa/rts

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