Marktberichte

Konjunkturschwäche setzt Pfund zu Euro springt über die Marke

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The Queen is not amused: Die schwache Konjunktur Großbritanniens setzt das Pfund unter Druck.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Während sich das britische Pfund derzeit dauerhaft unter Druck steht, kann sich der Euro immer wieder aufrichten. Mal geht es unter 1,36 Dollar, mal notiert er darüber - und das dann deutlich.

Der Euro notiert am Mittwoch wieder über der Marke von 1,36 Dollar. Die Gemeinschaftswährung kostete am frühen Abend 1,3645 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3615 Dollar nach 1,3618 Dollar am Dienstag.

Enttäuschende US-Konjunkturdaten sützten den Euro dabei am Nachmittag. Die US-Wirtschaft ist im ersten Quartal dabei viel stärker geschrumpft als bislang angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt sank von Januar bis März mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 2,9 Prozent - das schlechteste Ergebnis seit fünf Jahren. Das Ministerium korrigierte damit zum zweiten Mal den Wert nach unten, und das gleich so stark wie seit 1976 nicht mehr: Eine erste Schätzung hatte noch ein Mini-Wachstum von 0,1 Prozent ergeben, sie wurde im Mai auf minus 1,0 Prozent revidiert. Als Hauptgrund für den Einbruch gilt die Kältewelle zu Jahresbeginn, die Teile des öffentlichen Lebens lähmte und besonders der Baubranche zusetzte.

"Insbesondere die Abwärtsrevision des Wachstums des privaten Konsums von ursprünglich plus 3,1 Prozent auf nur noch plus 1,0 Prozent sorgt (...) dafür, dass Zinserwartungen weiter in die Zukunft verschoben werden", sagt Johannes Jander von der Helaba mit Blick auf den Zeitpunkt für wieder steigende US-Leitzinsen. "Dass die Daten von den Märkten negativ interpretiert werden, zeigt der fallende US-Dollar", sagt ein Aktienhändler.

Pfund bleibt unter Druck

Die Furcht vor einer schwachen Konjunkturentwicklung in Großbritannien setzte indes dem Pfund zu. Die Währung des Vereinigten Königreichs notierte bei 1,6966 Dollar nach 1,6984 Dollar im Schlussgeschäft des Vortages. Der Notenbanker David Miles hatte während einer Anhörung vor dem Parlamentsausschuss am Dienstag von einer Flaute am Arbeitsmarkt gesprochen.

Das Pfund war daraufhin unter 1,70 Dollar gerutscht. Anleger setzten nun darauf, dass die britische Notenbank die Zinsen vorerst auf einem niedrigen Niveau belassen dürften.

Politische Risiken nehmen ab

Der polnische Zloty zeigte sich angesichts der politischen Unwägbarkeiten ziemlich entspannt. Die Devisenanalysten der mBank rechnen damit, dass der Euro am Mittwoch in seiner zuletzt ausgebildeten Spanne zwischen 4,15 und 4,17 Zloty verharren wird. Die polnische Währung hat sich auf dem aktuellen Wechselkursniveau leicht von den zuletzt gesehenen Verlusten erholt, nachdem das Risiko zügiger Neuwahlen gesunken ist.

Der unter Beschuss stehende Ministerpräsident Donald Tusk wird sich im Tagesverlauf zum Abhörskandal, der Polen seit Wochen erschüttert, vor dem Parlament äußern. Das auf den Weg gebrachte Misstrauensvotum gegen den Regierungschef dürfte jedoch wenig Aussicht auf Erfolg haben. Daher dürfte am Devisenmarkt nicht viel passieren, mutmaßt die BZ WBK Bank. Aktuell geht der Euro bei 4,1436 Zloty um. Anfang Juni war die Gemeinschaftswährung noch unter 4,10 Zloty gehandelt worden. Mit der politischen Krise in Polen kletterte der Euro dann bis auf 4,17 Zloty.

Quelle: n-tv.de, bad/dpa/rts