Marktberichte

Konjunkturdaten verpuffen Wall-Street-Motor stottert

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Belebende US-Häusermarkt-Daten helfen der Wall Street nur kurz nach Handelsbeginn.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die US-Börsen scheuen vor neuen Rekorden. Der Dow Jones setzt erneut zurück. Der S&P 500kann eine neues Hoch nicht verteidigen. Gewinne werden umgehend zu Geld gemacht. Sichere Häfen sind angesichts bestehender Krisen zu verlockend.

Trotz überzeugender Konjunkturdaten mochte an der Wall Street keine nachhaltige Kauflaune aufkommen. Zwar kletterte der S&P-500 im frühen Verlauf auf ein neues Rekordhoch, von dem der Index aber bald wieder abrutschte. Anleger zogen es vor, die Gewinne gleich mitzunehmen. Nicht zuletzt der andauernde Konflikt im Irak ließ die Investoren ihr Heil in "sicheren Häfen" wie Staatsanleihen und Gold suchen.

Der Dow-Jones-Index fiel um 0,7 Prozent auf 16.818 Punkte. Der S&P-500 markierte bei 1968 Punkten ein neues Rekordhoch, doch lag dieses gerade mal vier Punkte über dem bisherigen Höchststand vom vergangenen Freitag. Zum Handelsschluss notierte der Index um 0,6 Prozent niedriger bei 1.950 Punkten. Der technologielastigere Nasdaq Composite sank um 0,4 Prozent.

Neues von der Konjunktur

Die unterdurchschnittlichen Umsätze verstärkten die Kursschwankungen, wie Joe Saluzzi vom Broker Themis Trading anmerkte. Von einem Ausverkauf oder einem "Risk-off"-Modus der Anleger wollten er und andere Marktteilnehmer aber nichts wissen.

Seine Kunden seien durchaus optimistisch gestimmt, was Aktien angehe, sagte Chris Gaffney von EverBank Wealth Management. Sie seien aber nicht optimistisch genug, um bei Kursen auf Rekordniveaus zu kaufen. Sie sorgten sich nämlich, weil die Wirtschaft zwar wachse, aber eben nicht schnell genug.

Die Stimmung unter den US-Verbrauchern hat sich im Juni überraschend deutlich aufgehellt, wie der entsprechende Index des Wirtschaftsforschungsinstituts Conference Board zeigte. Vom Immobilienmarkt kamen ebenfalls gute Nachrichten. Im Mai wurden so viele neue Eigenheime verkauft wie seit sechs Jahren nicht mehr. Auf Monatssicht ergab sich ein Anstieg um 18,6 Prozent, der erheblich über der Ökonomenschätzung von plus 0,5 Prozent lag.

Apple hat noch keinen iPhone-Schwung

Bei den Einzelwerten sorgte Abbott Laboratories für Gesprächsstoff mit der Übernahme des russischen Pharmaunternehmens Veropharm für 495 Millionen Dollar plus Schulden - trotz der andauernden Diskussionen über Sanktionen gegen Russland. Die Abbott-Aktie gab um 0,7 Prozent nach.

Die Drogeriemarktkette Walgreen verdiente im dritten Geschäftsquartal weniger als erwartet und zog ihre Prognose für 2016 zurück. Die Papiere fielen um 1,7 Prozent.

Die Titel von Micron Technology gewannen vier Prozent, nachdem der Speicherchiphersteller gute Geschäftszahlen und einen optimistischen Ausblick vorgelegt hatte. Ein enttäuschender Zahlenausweis drückte dagegen die Aktie der Drogeriemarktkette Walgreen um 1,7 Prozent. Die geplante Restrukturierung des Kosmetikkonzerns Elizabeth Arden stieß bei den Anlegern ebenfalls auf Ablehnung; die Aktie ermäßigte sich um 3,1 Prozent.

Abgestraft wurde auch der Börsenbetreiber IntercontinentalExchange. Wells Fargo hatte die Anteilsscheine des Unternehmens zuvor herabgestuft. Die Aktie ließ gut vier Prozent Federn.

Der Kurs von Apple fiel um 0,6 Prozent und profitierte damit nicht von einem Bericht, laut dem das Unternehmen im kommenden Monat mit der Herstellung seines iPhone 6 in China beginnt. Es soll im September auf den Markt kommen und in zwei Versionen mit unterschiedlich großen Bildschirmen von 4,7 und 5,5 Zoll erhältlich sein.

Groupon-Aktien verteuerten sich deutlich um 4,7 Prozent. Zu verdanken war dies einem Analystenkommentar, der schon am Montag veröffentlicht worden war: Piper Jaffrays hatte sich zuversichtlich zu den Ertragsaussichten des Unternehmens geäußert.

Quelle: ntv.de, bad/DJ/rts

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