Marktberichte

Schulden, Konjunktur, Gold und Kupfer Öl-Strategen glauben an Draghi

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In Stränge gegossen und dann in Stücke geschnitten: Bei Aurubis verladen Mitarbeiter versandfertiges Kupfer.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Euro-Schwur des EZB-Präsidenten verliert an den Rohstoffmärkten kaum an Wirkung: Investoren setzen im Handel mit Rohöl, Kupfer und Gold weiter auf durchgreifende Maßnahmen zur Eindämmung der Schuldenkrise.

Die Ölpreise sind vor dem Wochenende mit der Hoffnung auf eine Erholung in der Schuldenkrise und nach überraschend guten US-Konjunkturdaten weiter gestiegen.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur September-Lieferung kostete gegen Mittag 105,72 US-Dollar. Das waren 46 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 39 Cent auf 89,78 Dollar. Der US-Ölpreis hält sich damit den fünften Tag in Folge unter der Marke von 90 Dollar.

Die Notierungen am Rohölmarkt profitieren nach Einschätzung von Händlern weiter von Aussagen des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), . Der Notenbankchef hatte am Vortag gesagt, die EZB werde im Rahmen ihres Mandats alles Nötige tun, um den Euro zu erhalten.

Anleger und Experten spekulieren nun darauf, dass die Zentralbank wieder Spanien und Italien kauft und so deren extrem hohen Zinskosten drückt. Die Bundesbank erklärte jedoch, es habe sich nichts an ihrem Standpunkt geändert, wonach sie Anleihenkäufen durch die EZB kritisch gegenüber stehe.

Neben der Hoffnung der Anleger auf eine Entspannung der Schuldenkrise in Europa hätten zudem gute Konjunkturdaten aus den USA für Kauflaune an den Ölmärkten gesorgt, hieß es weiter. In den Vereinigten Staaten waren die Auftragseingänge zuletzt unerwartet stark gestiegen und lieferten somit Hinweise auf eine stärkere Nachfrage nach Rohöl in der größten Volkswirtschaft der Welt.

Die Draghi-Aussagen wirkten sich auf den gesamt Rohstoffhandel aus: In Erwartung eines umfassenden Maßnahmenpakets zur Bekämpfung der Schuldenkrise griffen die Anleger bei Industrie- und Edelmetallen zu: Kupfer verteuerte sich um 0,8 Prozent auf 7531 Dollar je Tonne. Der Preis für Gold legte um 0,4 Prozent auf 1621 Dollar je Feinunze zu.

Neue Richtungssignale aus den USA

Dass die Preisanstiege nicht noch höher ausfielen, führten Anleger auf die im Tagesverlauf anstehenden US-Daten zurück. Im Auge behielten die Investoren vor allem die am frühen Nachmittag erwartete US-BIP-Schätzung für das zweite Quartal. Hier rechnen Analysten im Schnitt mit einem Plus von 1,5 Prozent - nach 1,9 Prozent im ersten Quartal.

"Sollte das BIP besonders schlecht ausfallen, dürfte das die Spekulationen auf eine Lockerung der Geldpolitik der Fed erneut anheizen", sagte Lynette Tan von Phillip Futures.

Anleihenkäufe und ähnliche Maßnahmen der Notenbank lassen die Rohstoffpreise in der Regel steigen, weil Investoren das zur Verfügung gestellte Geld gern in diese als etwas riskanter geltende Anlageklasse stecken. Zudem dürften mögliche Maßnahmen der Fed den Dollar unter Druck setzen, was die in der US-Währung abgerechneten Rohstoffe für Anleger außerhalb des Dollar-Raumes billiger macht. Die US-Notenbank entscheidet nächsten Mittwoch über ihren weiteren geldpolitischen Kurs. Die Währungshüter der EZB kommen am Donnerstag zusammen.

Quelle: ntv.de, dpa/rts

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