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Sanktionen führen zu Kursrutsch Rubel fällt auf neues Rekordtief

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(Foto: picture alliance / dpa)

Die Entwertung der russischen Währung dauert an - nun hat der Rubel einen neuen Tiefstand erreicht. Für die Bevölkerung in Russland verteuern sich manche Waren, wie etwa Lebensmittel, dadurch weiter. Der Euro hingegen erholt sich etwas.

Der russische Rubel hat am Montag ein neues Rekordtief erreicht. Erstmals mussten für einen Dollar zeitweise 40,05 Rubel gezahlt werden. Damit durchbrach die russische Währung die psychologisch wichtige Marke von 40 Rubel pro Dollar. Analysten zufolge könnte dies dafür sorgen, dass verunsicherte Haushalte ihr Erspartes in ausländische Devisen umwandeln und damit das russische Bankensystem schwächen. Am Nachmittag waren es allerdings nur noch 39,88 Rubel pro Dollar.

Auch im Vergleich zur europäischen Gemeinschaftswährung gab der Rubel nach: Ein Euro kostete am Montagnachmittag 50,13 Rubel. Grund für die anhaltende Talfahrt der Währung sind die in der Ukraine-Krise verhängten Sanktionen des Westens gegen Russland, die schwache Konjunktur und der derzeit fallende Ölpreis. Der Verfall der Währung wird von der Bevölkerung mit Sorge verfolgt. Der Wertverlust sorgte bereits für einen Anstieg der Preise, der durch das von der Regierung erlassene Einfuhrverbot für westliche Lebensmittel noch verschärft wurde.

Der Euro hingegen erholt sich zum Wochenbeginn auf 1,2540 Dollar. Die Gemeinschaftswährung fiel nach Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten am Freitag auf ein neues Jahrestief bei 1,2500 Dollar nach Wechselkursen klar über 1,26 Dollar. Am Montagnachmittag hat die Europäische Zentralbank (EZB) den Euro-Referenzkurse auf 1,2565 US-Dollar festgelegt.

Wegen der sich tendenziell in entgegengesetzte Richtungen entwickelnden Geldpolitik in den USA und der Eurozone rechnet die Credit Agricole grundsätzlich mit einem anhaltenden Abwärtsdruck auf den Euro. Für eine kleine Aufwärtsbewegung sorgen am Morgen unerwartet schwach ausgefallene Daten zum Auftragseingang in der deutschen Industrie.

Für weiteren Druck auf den Euro könnte die Europäische Union sorgen. Sie bereitet sich laut Insidern offenbar darauf vor, den französischen Budgetentwurf für 2015 durchfallen zu lassen. Dies wäre der erste große Streit der Kommission unter dem neuen Präsidenten Jean-Claude Juncker mit einem wichtigen EU-Land und ein erster Test, wie entschieden Europa künftig mit Defizitsündern umgehen will.

Quelle: ntv.de, kst/jwu/DJ/AFP

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