Marktberichte

Politische Börsen und ihre Beine Schlussrally im Dow

dow.jpg

Verrückte Börse und verrückte Händler: Der Dow hat die Krone auf.

(Foto: picture alliance / dpa)

Während die Euro-Zone sich nach und zu einer Reform des EFSF durchringt, bringen aktuelle Konjunkutrdaten das Blut der US-Anleger zusätzlich in Wallung. Vor allem die Dow-Werte profitieren und gehen deutlich fester aus dem Handel. Bei den Hightechs belastet AMD die Stimmung.

Die Zustimmung des Bundestags zum Ausbau des Euro-Rettungsschirms und ermutigende US-Wirtschaftdaten haben die Wall Street am Donnerstag angeschoben. Anleger zeigten sich erleichtert, dass die Euro-Zone mit ihren Plänen für eine Reform des EFSF zur Eindämmung der Schuldenkrise auf Kurs bleibt. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA fiel überraschend und die Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal etwas schneller als ursprünglich errechnet. Allerdings kamen Technologie-Werte unter die Räder, nachdem der Chipkonzern AMD seine Umsatzprognose für das dritte Quartal gesenkt hatte.

Dow Jones
Dow Jones 28.132,05

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Handelsschluss mit einem Plus von 1,3 Prozent bei 11.153 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1160 Zählern, ein Plus von 0,8 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor dagegen 0,4 Prozent und ging mit 2480 Punkten aus dem Handel. In Frankfurt schloss der Dax 1,1 Prozent höher mit 5639 Punkten.

US-BIP etwas besser

Die Zahl der Amerikaner, die in der vergangenen Woche erstmals Arbeitslosenhilfe beantragt haben, fiel mit 391.000 unter die vielbeachtete Marke von 400.000. Analysten hatten mit 420.000 Anträgen gerechnet. Auch das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts fiel im zweiten Quartal nach endgültigen Zahlen mit 1,3 Prozent etwas besser aus als erwartet.

Die Furcht unter den Anlegern vor einem Rückfall in die Rezession nahm daraufhin etwas ab. Das Ergebnis sei zwar positiv zu bewerten, allerdings bliebe die Arbeitslosigkeit insgesamt in einer Region, mit der alle ein Problem hätten, warnte Wayne Schmidt von Gradient Investments aber vor verfrühter Euphorie.    

Banken profitieren

Von der allgemein besseren Stimmung konnten vor allem die in den vergangenen Wochen gebeutelten Finanzwerte profitieren. Die Aktien von JP Morgan Chase legten 3,0 Prozent zu. Die Papiere der Citigroup verteuerten sich um 3,7 Prozent.

Deutlich abwärts ging es dagegen für Technologiewerte. Einen Kurseinbruch von 13,7 Prozent erlitt AMD . Der Chipkonzern senkte seine Prognose für Umsatz und Rendite im dritten Quartal. Dabei verwies er vor allem auf Lieferprobleme bei seinem deutschen Zulieferer in Dresden.

Nach einer Rally am Vortag verlor der Internet-Händler Amazon 3,2 Prozent. Im Zuge einer Verkaufswelle rauschten Papiere von Netflix sogar 11,0 Prozent nach unten. Die Scheine der Internetkonzerne Yahoo und Baidu verbilligten sich ebenfalls deutlich: Baidu brachen um mehr als 9 Prozent ein, Yahoo gaben 5,4 Prozent ab.

Quelle: n-tv.de, bad/rts/DJ