Marktberichte

Dow verharrt auf Rekordhoch Sprint und T-Mobile erleben Kursfeuerwerk

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(Foto: AP)

Die Genehmigung der Fusion von T-Mobile US und Sprint versetzt US-Anleger in Kauflaune. Die Aktien beider Unternehmen schießen bis Börsenschluss in die Höhe. Für positive Stimmung sorgen zunächst auch Meldungen aus China über die Ausbreitung des Coronavirus.

Nach neuen Rekordhochs der Wall Street im frühen Verlauf haben Anleger gegen Ende ein paar Gewinne mitgenommen. Zur guten Stimmung hatten zunächst Meldungen beigetragen, wonach sich die Ausbreitung des Coronavirus in China verlangsame, wenngleich die Fallzahlen bei Todesopfern und Infizierten weiter zulegten. Marktteilnehmer schlossen daraus, dass der Höhepunkt der Epidemie in China überschritten sein könnte.

T-Mobile US
T-Mobile US 94,90

Hoffnungsvoll stimmte auch, dass Peking Schlüsselindustrien des Landes aufgefordert hatte, die teilweise unterbrochene Produktion wieder anzufahren. Doch dann machten im späten Geschäft erneut Spekulationen die Runde, die chinesischen Angaben zu Todesopfern und Infizierten könnten geschönt sein. Daraufhin setzten Gewinnmitnahmen ein, was angesichts der Rekordstände wenig verwunderte.

Der Dow-Jones-Index sank um einen halben Punkt auf 29.276 nach einem Rekordhoch bei 29.415. S&P-500 und Nasdaq-Composite legten dagegen um 0,2 bzw. 0,1 Prozent zu. Auch diese beiden Indizes hatten im Verlauf Allzeithochs markiert.

Auf Unternehmensseite stand die schon lange geplante Fusion zwischen T-Mobile US und Sprint im Blick. Das zuständige Gericht hatte grünes Licht gegeben, nachdem es bis zuletzt Bedenken mit Blick auf den Wettbewerb gegeben hatte. Der T-Mobile-Kurs schoss darauf um 11,8 Prozent nach oben, die Sprint-Aktie explodierte geradezu um 77,5 Prozent.

Im Schlepptau stiegen Dish Network um 7,1 Prozent. Die Wettbewerberaktien von Verizon und AT&T büßten 2,6 bzw. 0,4 Prozent ein. Das fusionierte Unternehmen dürfte den Wettbewerbern auf dem US-Mobilfunkmarkt das Leben schwer machen, hieß es. Analysten sahen vor allem Verizon als Verlierer beim 5G-Aufbau.

Sportartikelhersteller Under Armour enttäuscht Anleger

Die US-Kartellbehörde FTC hatte bei fünf großen Technologiekonzernen detaillierte Informationen über frühere Akquisitionen kleiner Unternehmen angefordert. Die Behörde wies Amazon, Apple, Facebook, Microsoft und den Google-Mutterkonzern Alphabet an, ihr Informationen und Dokumente zu Transaktionen der Jahre 2010 bis 2019 auszuhändigen. Apple, Facebook und Microsoft fielen um bis zu 2,8 Prozent, Amazon und Alphabet hielten sich jedoch im Plus.

Boeing
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Boeing sanken nach anfänglichen Aufschlägen um 0,1 Prozent. Der Flugzeugkonzern hatte mit schwachen Auslieferungs- und Auftragszahlen im Januar aufgewartet. Die Aktie von Under Armour brach dagegen um 18,9 Prozent ein, nachdem der Sportartikelhersteller mit roten Zahlen im Schlussquartal und einem schwachen Ausblick enttäuscht hatte.

Euro profitiert nicht von Risikophase

Der Euro war erstmals seit Anfang Oktober unter die Marke von 1,09 Dollar gefallen. Das Problem des Euro im Vergleich zu den "klassischen" Sicherer-Hafen-Währungen Yen und Franken sei, dass diese von globalen Risikophasen profitierten, der Euro aber nicht, hieß es. Zuletzt erholte sich die Gemeinschaftswährung leicht und eroberte die Marke von 1,09 Dollar zurück.

Der Ölpreis profitierte von der wieder gestiegenen Konjunkturzuversicht. Nach dem Preisverfall im Gefolge der Corona-Epidemie kamen wieder Käufer herein. Das Barrel der US-Sorte WTI verteuerte sich um 0,7 Prozent auf 49,94 Dollar, europäisches Referenzöl der Sorte Brent um 1,4 Prozent auf 54,01 Dollar.

Der Preis für Gold tendierte im späten Handel 0,2 Prozent leichter bei 1.568 Dollar je Feinunze. Die gestiegene Risikoneigung mit der Hoffnung auf ein Passieren des Epidemiehöhepunkts belastete laut Händlern das Edelmetall. Hedgefonds und andere spekulative Anleger reduzierten zuletzt ihre Wetten auf Gold.

Quelle: ntv.de, jpe/DJ