Marktberichte

BIP-Einbruch sorgt für Minus Tech-Werte machen Anlegern Hoffnung

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Technik-Werte waren wieder einmal gefragt - ansonsten sorgte der Einbruch des BIP aber für schlechte Stimmung.

(Foto: dpa)

Schwarz auf Weiß bekommen die Händler an der Wall Street präsentiert, wie sehr die Wirtschaftsleistung durch das Coronavirus einbricht. Die Reaktion: Fallende Kurse. Die Tech-Werte sorgen für Hoffnungsschimmer.

Ein historischer Einbruch des US-Bruttoinlandsprodukt für das zweite Quartal hat an der Wall Street für Abgaben gesorgt. Das BIP ist wegen des coronabedingten Lockdowns um annualisiert 32,9 Prozent eingebrochen. Experten hatten sogar einen noch etwas höheren Rückgang erwartet. Auch am US-Arbeitsmarkt bleibt die Lage weiter angespannt, wie die wöchentlichen Daten zu den Erstanträgen zeigten. Allerdings konnten sich die Indizes im Verlauf wieder von ihren Tagestiefs erholen. Am Vortag hatte die US-Notenbank bekräftigt, die Konjunkturerholung mit allen Möglichkeiten zu unterstützen. ´

Nasdaq Composite
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Lediglich die Werte aus dem Technologie-Sektor konnten sich dem negativen Trend entziehen. Teilnehmer verwiesen auf die nach der Schlussglocke anstehenden Ergebnisse von Amazon, Apple, der Google-Mutter Alphabet und Facebook.

Daneben hat die Pandemie die USA weiter fest im Griff. So sind inzwischen mehr als 150.000 Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Auch lag die Zahl der täglichen Neuinfektionen in den Vereinigten Staaten abermals über 60.000. Insgesamt wurden seit Beginn der Pandemie bereits mehr als 4,4 Millionen Infektionen in den USA registriert.

Zudem ist bislang noch keine Einigung über ein Konjunkturpaket in Sicht, das den bisher gewährten Hilfen für Arbeitslose nachfolgen soll. Die Zeit drängt, denn es muss bis Freitag fertigwerden, wenn es reibungslos anknüpfen soll.

Der Dow-Jones-Index verlor vor diesem Hintergrund 0,9 Prozent auf 26.314 Punkte. Im Tagestief war er schon bis auf 25.992 Punkte abgerutscht. Der S&P-500-Index fiel um 0,4 Prozent auf 3.246 Punkte. Für den Nasdaq-Composite ging es dagegen um 0,4 Prozent auf 10.588 Punkte nach oben. An der Nyse gab es insgesamt 997 (Mittwoch: 2.411) Kursgewinner und 1.978 (592) -verlierer. Unverändert schlossen 81 (64) Titel.

UPS, ICE und Paypal profitieren von Corona-Krise

Die Berichtssaison stand weiter im Fokus. Dupont de Nemours hat im zweiten Quartal aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie Einbußen beim Umsatz verzeichnet und einen hohen Verlust geschrieben. Die Aktie verlor 3,2 Prozent.

Dagegen hat die hohe Nachfrage nach Reinigungs- und Hygieneprodukten während der Corona-Pandemie dem Konsumgüterkonzern Procter & Gamble Aufwind gegeben. Die Aktie rückte um 2,4 Prozent vor.

Auch UPS ist ein Profiteur der Pandemie und hat weitaus bessere Ergebniszahlen vorgelegt als erwartet wurde. Die Aktie sprang um 14,4 Prozent nach oben.

Die Papiere von Eastman Kodak gaben nach zunächst erneuten Gewinnen um 10,2 Prozent auf 29,83 Dollar nach. Am Montag hatte die Aktie noch bei 2,62 Dollar geschlossen. Die US-Regierung hat dem Unternehmen ein Darlehen von 765 Millionen Dollar für die Herstellung pharmazeutischer Inhaltsstoffe gewährt. Teilnehmer verwiesen auf Gewinnmitnahmen.
Kraft Heinz gaben 3,3 Prozent ab, obwohl der Lebensmittelkonzern aufgrund der Covid-19-Pandemie seinen Umsatz deutlich steigern konnte.

Der Kurs von Qualcomm wurde dagegen vom Abschluss eines langfristigen Lizenzierungsvertrags und der Beilegung eines Streits mit der chinesischen Huawei Technologies um 15,2 Prozent nach oben katapultiert. Der US-Mobilfunkchiphersteller erhält dafür eine Abschlagszahlung über 1,8 Milliarden Dollar von dem Smartphonehersteller.
Für Paypal ging es um 4,3 Prozent aufwärts nach starken Quartalszahlen und einem bestätigten Ausblick. Der Zahlungsdienstleister profitierte in der Corona-Krise von verstärkten Online-Käufen.

Yum Brands büßten 3,4 Prozent ein. Das Unternehmen, das unter anderem die Restaurantketten KFC und Pizza Hut betreibt, hatte einen Rückgang des Nettogewinns und des Umsatzes ausgewiesen, der immerhin nicht so schlimm ausfiel wie befürchtet.

Euro zunächst schwach - dann auf Zweijahreshoch

Am Devisenmarkt stand der Euro am Vormittag mit den schwachen Daten zum Wirtschaftswachstum in Deutschland zunächst unter Druck. Im zweiten Quartal wurde ein Rückgang um 10,1 Prozent gemeldet. Mit dem BIP-Einbruch in den USA und dem in der Folge unter Druck stehenden Dollar stieg die Gemeinschaftswährung in der Spitze bis auf 1,1845 Dollar und damit den höchsten Stand seit zwei Jahren. Im späten US-Handel notierte der Euro nur knapp unter dieser Marke.

Der Goldpreis kam von seinem jüngsten Hoch zurück. Nach einem Stand um 1.970 je Feinunze am späten Mittwoch notierte er bei 1.956 Dollar - ein Minus von 0,8 Prozent. Damit verzeichnete das Edelmetall erstmals seit zehn Handelstagen wieder einen Abschlag. Einige Teilnehmer sehen indes Gold nach wie vor als aussichtsreiche Anlage angesichts der globalen Unsicherheiten und der Politik des billigen Geldes. Andere Beobachter erwarten nach der jüngsten Rally zunächst eine Konsolidierung.

Mit den schwachen US-Daten waren die US-Anleihen wieder verstärkt gesucht. Steigende Notierungen drückten die Zehnjahresrendite um 2,8 Basispunkte auf 0,55 Prozent, den niedrigsten Stand seit April.

Die Sorge vor weiter steigenden Infektionszahlen in den USA sorgte bei den Ölpreisen, vor allem bei der US-Sorte WTI, für kräftige Abgaben. Dazu kamen die sehr schwachen US-BIP-Daten. Der Preis für ein Barrel WTI fiel um 2,7 Prozent auf 40,17 Dollar und lag zwischenzeitlich erstmals seit drei Wochen wieder unter der Marke von 40 Dollar. Brent reduzierte sich um 1,4 Prozent auf 43,12 Dollar.

Quelle: ntv.de, vpe/DJ